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Steuer und Wirtschaft

Steuer und Wirtschaft (StuW) ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift und im deutschsprachigen Raum eine der ältesten und angesehensten Zeitschriften für …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Kerndaten
  2. 2. Interdisziplinäres Konzept
  3. 3. Rubriken und Beitragsarten
  4. 4. Wissenschaftliche Begutachtung
  5. 5. Entwicklung seit 1922
  6. 6. Herausgeberschaft

Einordnung und Kerndaten

Steuer und Wirtschaft (StuW) ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift für Steuerwissenschaften und zählt im deutschsprachigen Raum zu den ältesten und angesehensten Zeitschriften ihres Fachgebiets. Sie erscheint in deutscher Sprache beim Verlag Dr. Otto Schmidt in Köln. Die Erstausgabe erschien 1922; Gründer war Heinrich Reinach. Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich, jeweils zum 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. Die verkaufte Auflage beträgt 700 Exemplare. Chefredakteur ist Gary Rüsch; die ISSN der Druckausgabe lautet 0341-2954.

Inhaltlich behandelt StuW das Steuerrecht und weitere Steuerwissenschaften aus rechtlicher, wirtschaftlicher und finanzwissenschaftlicher Sicht. Ihr Schwerpunkt liegt auf wissenschaftlicher Analyse und grundlegenden Konzepten, nicht auf einer tagesaktuellen Berichterstattung über jede neue Gesetzesänderung oder Gerichtsentscheidung.

Interdisziplinäres Konzept

Steuer und Wirtschaft verfolgt ein interdisziplinäres Konzept und versteht sich als Zeitschrift für die gesamten Steuerwissenschaften. Veröffentlicht werden Beiträge zu Grundsatzfragen des nationalen, europäischen und internationalen Steuerrechts. Hinzu kommen Fragestellungen der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, der Finanzwissenschaft und Spezialfragen einzelner Steuerarten.

Besonders wichtig sind dogmatische Grundsatzfragen. „Dogmatisch“ bedeutet hier die systematische und grundsätzliche Untersuchung rechtlicher Regeln und ihrer Zusammenhänge. Außerdem erscheinen konzeptionelle Beiträge, die als „Tax Policy Paper“ bezeichnet werden. Diese befassen sich mit grundlegenden steuerpolitischen Überlegungen. Ergänzend veröffentlicht die Zeitschrift rechtshistorische Beiträge zur Entwicklung des Steuerrechts sowie rechtssoziologische Beiträge zu seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Rubriken und Beitragsarten

Traditionell bilden Abhandlungen den Schwerpunkt der Zeitschrift. Daneben enthält sie Festbeiträge, die Persönlichkeiten des deutschen Steuerrechts anlässlich eines runden Geburtstags gewidmet sind, sowie Nachrufe. Weitere regelmäßig oder zusätzlich erscheinende Rubriken sind:

  • Abhandlungen
  • Aus der internationalen Diskussion
  • Debatte
  • Editorials
  • Festbeiträge
  • In eigener Sache
  • Laudationes
  • Nachrufe
  • Rezensionen
  • Tagungsberichte
  • Tagungsbeiträge

Seit 2015 gibt es die Rubrik „Aus der internationalen Diskussion“. Dort werden steuerrechtliche Beiträge aus dem Ausland zusammengefasst, die am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen ausgewählt werden. Die Rubrik „Debatte“ kam 2021 hinzu. In ihr werden gegensätzliche Standpunkte, meist von zwei Autoren, auf jeweils zwei bis drei Druckseiten gegenübergestellt.

Wissenschaftliche Begutachtung

StuW nimmt im VHB-Rating eine herausgehobene Stellung ein. In der Kategorie empirisch/formal-analytisch erreicht sie die Note B. Diese Kategorie steht für „führende Fachzeitschriften im Bereich Betriebswirtschaftslehre“. In der Kategorie rechtlich-normativ erreicht sie die Note A und belegt dort den ersten Platz; diese Kategorie bezeichnet „führende wissenschaftliche Fachzeitschriften im rechtlich-normativen Bereich“.

Die Veröffentlichungen können deshalb beispielsweise für universitäre Berufungsverfahren, Professorenbesoldungen, kumulative Habilitationen und kumulative Promotionen relevant sein. Um diesem wissenschaftlichen Anspruch Rechnung zu tragen, werden wirtschaftswissenschaftliche Beiträge begutachtet. Dafür werden Kurzgutachten eingeholt und den Autoren zur Verfügung gestellt. Die Gutachter bleiben anonym, ihre Namen werden jedoch im jeweiligen Heft 4 eines Jahrgangs veröffentlicht. Mit der Begutachtung werden fast ausschließlich Hochschullehrer beauftragt.

Entwicklung seit 1922

Heinrich Reinach gründete Steuer und Wirtschaft 1922 zunächst als steuerrechtliche Fachzeitschrift. Damit gehört sie zu den ältesten steuerlichen Fachzeitschriften im deutschsprachigen Raum. 1971 beschlossen die damaligen Herausgeber den interdisziplinären Ansatz. Seitdem trägt die Zeitschrift den Untertitel „Zeitschrift für die gesamten Steuerwissenschaften“.

Die Entwicklung wurde besonders durch Klaus Tipke und Joachim Lang geprägt. Joachim Lang trieb die interdisziplinäre Ausrichtung weiter voran. 2019 wurde Christoph Spengel zum geschäftsführenden Mitherausgeber bestellt, wodurch dieser Ansatz zusätzlich fortgeführt wurde.

Auch die Verlagsgeschichte umfasst mehrere Phasen: Von 1922 bis 1933 erschien die Zeitschrift im Verlag J. Hess, von 1934 bis 1970 in den Verlagen J. F. Bergmann und Julius Springer und seit 1971 im Verlag Dr. Otto Schmidt.

Herausgeberschaft

Die Herausgeberschaft wird mehrheitlich und seit 2015 ausschließlich von Hochschullehrern übernommen. Sie besteht aus geschäftsführenden Herausgebern und Mitherausgebern. Prägend waren die mehr als 20 Jahre dauernde geschäftsführende Herausgeberschaft von Carl Boettcher, die fast 20 Jahre dauernde Leitung durch Klaus Tipke und die mehr als 25 Jahre währende geschäftsführende Herausgeberschaft von Joachim Lang.

Seit 2015 steht die Zeitschrift unter der Leitung von Johanna Hey. Seit 2019 teilt sie sich die geschäftsführende Herausgeberschaft mit Christoph Spengel. Als Mitherausgeber werden Tina Ehrke-Rabel, Joachim Englisch, Clemens Fuest, Joachim Hennrichs, Hanno Kube, Ralf Maiterth, Wolfgang Schön und Roman Seer genannt. In der aktuellen Herausgeberschaft verbinden sich damit Steuerrecht, Betriebswirtschaft und Finanzwissenschaft.

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