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Startsocial
startsocial e. V. (Eigenschreibweise: startsocial) ist ein eingetragener Verein, der jährlich den bundesweiten startsocial-Wettbewerb zur Förderung sozialer …
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Was startsocial ist und erreichen will
startsocial e. V. ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein mit Sitz in München. Er fördert seit 2001 ehrenamtliches soziales Engagement in Deutschland und veranstaltet jährlich einen bundesweiten Wettbewerb für soziale, ehrenamtlich getragene Organisationen, Projekte und Ideen.
Das zentrale Ziel ist der Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Dahinter steht der Gedanke, dass auch kleine soziale Projekte wie „Unternehmungen“ organisiert werden und deshalb von wirtschaftlichem und professionellem Wissen profitieren können. Das Motto lautet „Hilfe für Helfer“.
Ablauf des Wettbewerbs
Jährlich vergibt startsocial 100 Beratungsstipendien. Die ausgewählten Initiativen werden vier Monate lang ehrenamtlich von Fachleuten aus der Wirtschaft oder dem professionellen Non-Profit-Bereich beraten. Diese Coaches helfen bei der Umsetzung einer Idee oder der Weiterentwicklung eines bestehenden Projekts. Sie vermitteln unter anderem Wissen zu Marketing, Organisationsentwicklung, Buchhaltung und Fundraising, also zur gezielten Beschaffung von Geld- und Sachmitteln.
Nach der Beratungsphase wählt eine ehrenamtliche und unabhängige Jury die 25 überzeugendsten Initiativen aus. Diese werden zur Bundespreisverleihung nach Berlin eingeladen. Sieben Initiativen erhalten Geldpreise von insgesamt 35.000 Euro, also jeweils 5.000 Euro. Zusätzlich wird ein Sonderpreis des Bundeskanzlers vergeben.
An einer Wettbewerbsrunde wirken rund 200 Coaches, 300 Juroren und zahlreiche Pro-bono-Experten mit. „Pro bono“ bedeutet, dass Fachleute ihre Leistungen unentgeltlich für einen gemeinnützigen Zweck anbieten. Seit der Initiierung 2001 haben sich mehr als 8.700 soziale Projekte beworben; über 2.100 erhielten ein Beratungsstipendium.
Unterstützung und Wirkung
Das Stipendium bietet professionelle Beratung sowie Fortbildungs- und Netzwerkveranstaltungen. Dadurch können Initiativen ihre Konzepte, Arbeitsweisen und Organisation weiterentwickeln. Bereits bei der Bewerbung müssen sie ihre Ideen kritisch prüfen. Jeder Bewerber erhält unabhängig davon, ob er ein Stipendium bekommt, drei ausformulierte schriftliche Juryfeedbacks mit Anregungen.
Die öffentliche Wahrnehmung als startsocial-Stipendiat gilt im sozialen Sektor als Qualitätssiegel. Das kann das Fundraising erleichtern. Nach dem Stipendium werden die Projekte automatisch in das Alumni-Netzwerk aufgenommen. Dieses bietet langfristig Kontakte, Fortbildungen und individuelle kostenlose Beratungsangebote.
Der Wettbewerb hat auch Nachteile: Die Bewerbung und die viermonatige Beratungsphase erfordern viel Zeit. Außerdem steht die Beratung im Mittelpunkt. Für Initiativen, die ausschließlich finanzielle Unterstützung suchen, ist der Wettbewerb daher nicht geeignet.
Schirmherrschaft und Finanzierung
Seit der Gründung 2001 steht startsocial unter der Schirmherrschaft der jeweils amtierenden Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers. Im Jahr 2025 übernahm Bundeskanzler Friedrich Merz diese Aufgabe.
Initiator und Hauptförderer ist McKinsey & Company. Weitere Hauptförderer sind Allianz Deutschland AG, Amazon Deutschland, Deutsche Bank AG, SAP Deutschland und ProSiebenSat.1 Media SE. Im Jahr 2009 wurde startsocial als ausgewählter Ort der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.
Beispiele ausgezeichneter Initiativen
Zu den bekannten bisherigen Preisträgern gehören unter anderem wellcome (2001), Mentor – Die Leselernhelfer (2004), Viva con Agua de Sankt Pauli e. V. (2007), ArbeiterKind.de und Sozialhelden (beide 2008), Rock Your Life (2009), GemüseAckerdemie (2013), Mobile Retter und Start with a Friend (beide 2015), U25-Online-Suizidprävention Dortmund (2017), Aelius Förderwerk e. V. und Hacker School (beide 2021) sowie Invest it! e. V. (2023). Die Beispiele zeigen, dass Initiativen aus unterschiedlichen sozialen Arbeitsfeldern am Wettbewerb teilnehmen.