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Star-Wars-Soundtrack
Verantwortlich für die Filmmusik aller bisherigen Star-Wars-Episoden ist der US-amerikanische Filmkomponist John Williams. Die Musiken zu Rogue One (Michael …
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Bedeutung und musikalisches Prinzip
Die Star-Wars-Soundtracks sind die Serien- und Filmmusiken der Star-Wars-Filmreihe, die 1977 mit Krieg der Sterne (Originaltitel: Star Wars) begann. Ihr Schöpfer ist George Lucas. Die Soundtracks gehören zu den erfolgreichsten und bekanntesten Filmmusiken der Kinogeschichte; produziert wurden die Soundtracks aller Star-Wars-Filme in den Studios von Skywalker Sound.
John Williams erläuterte, George Lucas habe für die Musik „Non-Futurismus“ vorgesehen: Weil die Filmwelt fast vollständig futuristisch ist, sollte die Musik einen vertrauten, emotionalen Gegenpol bilden, der in der Vergangenheit verortet wirkt. Williams orientierte sich deshalb stark am musikalischen Idiom der Wagnerischen Orchestermusik des 19. Jahrhunderts. Die groß angelegte Orchestermusik soll die Handlung unterstützen und zugleich Assoziationen mit geläufigen Theaterstücken hervorrufen.
Zentral ist die Leitmotiv-Technik, die Richard Wagner entwickelt hatte: Figuren und wichtigen Schauplätzen wird jeweils ein eigenes musikalisches Thema zugeordnet. Sobald Figur oder Ort auftreten, erklingt das Thema wieder, aber in einer zur Entwicklung der Figur oder zur Stimmung der Szene passenden Variation.
In den ersten drei Filmen prägen besonders drei Hauptthemen die Musik: Lukes Thema klingt idealistisch, hell und euphorisch; das Thema des Bösen ist martialisch und marschartig, beim Imperator mit düsteren Chören und Orgelklängen verbunden; Leias romantisches Thema nutzt filigrane, träumerische Flöten und Streicher. Spannung kann Williams unter anderem steigern, indem er ein Motiv durch verschiedene Orchesterregister verändert. Weltraumschlachten werden nicht nur dynamisch-orchestral, sondern auch mit Dissonanzen in den Streicher-Cues, also kurzen musikalischen Einsätzen, vertont.
Filmmusik der Skywalker-Saga
John Williams komponierte die Filmmusik aller bisherigen Star-Wars-Episoden. In Krieg der Sterne (1977) setzte er gemeinsam mit Lucas die damals kaum noch verwendete Leitmotiv-Technik ein und schrieb Themen für Figuren und Orte, darunter Prinzessin Leia und Tatooine. Die bekannte Eröffnungsfanfare ist das Motiv des jungen Luke Skywalkers. Das eigentliche Hauptthema der gesamten Reihe ist laut Artikel jedoch die Musik aus „The Throne Room“ in Episode IV; sie erscheint in jedem Film in unterschiedlicher Instrumentierung. Für die Barszene auf Tatooine komponierte Williams Jazz-/Swing-Läufe, die mit wenigen Instrumenten wie Steel Pan, Klarinette und Saxophon eingespielt wurden.
Für Das Imperium schlägt zurück (1980) kamen Yodas Thema, Darth Vaders „The Imperial March“ sowie ein Liebesmotiv für Leia und Han Solo hinzu. In Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) erhielten unter anderem Ewoks, Imperator und Jabba der Hutte Leitmotive. Dort erscheint erstmals Rockmusik, als Lied des Sängers „Max Rebo“ in Jabbas Palast. Die Parade der Ewoks ist eine Parodie auf einen Marsch aus Sergei Prokofjews Oper Die Liebe zu den drei Orangen.
Die Prequel-Trilogie beginnt mit Die dunkle Bedrohung (1999). Weil die zentralen Figuren der Episoden IV–VI größtenteils noch nicht auftreten, verwendete Williams vor allem neue Themen; übernommen wurden die Leitmotive für Obi-Wan Kenobi und Yoda. Wichtige neue Stücke sind „Anakin’s Theme“, „Trade Federation’s March“ und „Duel of the Fates“, das in Episoden II und III wiederkehrt. Das Schlusslied verwendet das Imperator-Thema aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter schneller und mit Kinderchor statt Männerchor: Es steht für die Freude über Palpatines Wahl zum Kanzler, während die düstere ältere Fassung sein späteres Böses symbolisiert.
Angriff der Klonkrieger (2002) führte das Liebesthema für Anakin und Padmé, „Across the Stars“, ein und arrangierte viele frühere Motive neu. Für Die Rache der Sith (2005) schrieb Williams zwar keine Leitmotive, aber neue Themen für Anakins Verrat, seinen Kampf mit Obi-Wan, seine dunkle Seite und General Grievous. Der Soundtrack endet mit „The Throne Room“ aus Episode IV; im Film ist dieser Teil wegen einer Kürzung des sehr langen Schlusstitels jedoch nicht zu hören.
In der Sequel-Trilogie blieb Williams Komponist. Der Soundtrack zu Das Erwachen der Macht erschien am 18. Dezember 2015 und war der erste, den nicht das London Symphony Orchestra einspielte. Die letzten Jedi erschien am 15. Dezember 2017, umfasst 20 Stücke mit 77 Minuten Laufzeit und entwickelt bekannte Motive weiter sowie neue. Der Soundtrack zu Der Aufstieg Skywalkers erschien als CD am 19. Dezember 2019; die Aufnahme dauerte elf Tage zwischen Mitte Juli und November 2019.
Ableger und Serien
Die Musik der beiden als A Star Wars Story vermarkteten Ableger stammt nicht vollständig von Williams, verwendet aber von ihm komponierte Themen. Für Rogue One: A Star Wars Story (2016) übernahm Michael Giacchino im September 2016 die ursprünglich Alexandre Desplat zugedachte Komposition. Nach Giacchinos Aussage entstand sie in nur vier Wochen; der Soundtrack mit 21 Stücken erschien am 16. Dezember 2016. Für Solo (2018) komponierte John Powell. Williams schrieb dafür das Thema Han Solos und stellte es Powell zur Verfügung.
Für Fernsehserien sind mehrere Komponisten zuständig. Kevin Kiner schrieb die Musik zu Star Wars: The Clone Wars (2008–2020), Star Wars Rebels (2014–2018), Star Wars: The Bad Batch (2021–2024), Geschichten der Jedi / Geschichten des Imperiums (seit 2022) und Ahsoka (seit 2023). Ludwig Göransson und Joseph Shirley verantworteten The Mandalorian (seit 2019) sowie Das Buch von Boba Fett (2021–2022). Weitere genannte Serienkomponisten sind Ryan Shore für Die Mächte des Schicksals, Michael Tavera für Star Wars Resistance, Natalie Holt, William Ross und John Williams für Obi-Wan Kenobi, Nicholas Britell für Andor, Matthew Margeson für Die Abenteuer der jungen Jedi und Michael Abels für The Acolyte.
Erfolg und Auszeichnungen
Der Soundtrack zählt zu den meistgehörten Orchestermusiken und steht laut Artikel seit Jahren an der Spitze der Charts der Online-Filmmusik-Datenbank Soundtrack Collector. Mit Ausnahme von Die Rückkehr der Jedi-Ritter erreichten alle veröffentlichten Star-Wars-Soundtracks die „Top 10“ der amerikanischen Billboard-Albumhitparade. Der Soundtrack zu Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith erschien am 3. Mai 2005 und war der dritte Star-Wars-Soundtrack, der binnen kurzer Zeit in die Billboard-Charts einstieg.
In der am 23. September 2005 veröffentlichten AFI-Liste „100 Years of Film Scores“ erreichte der Soundtrack von Krieg der Sterne Platz eins. Die Wertung beruhte auf einer Jury aus über 500 Künstlern, Komponisten, Musikern, Kritikern und Historikern der Filmindustrie. Kevin Kiner und seine Musik für The Clone Wars und Rebels wurden für drei Annie Awards und zwei Daytime Emmy Awards nominiert.
Die Auswahl der Preisangaben nennt für mehrere Filme Nominierungen und Gewinne unter anderem bei Academy Awards, BAFTA Awards, Golden Globe Awards, Grammy Awards und Saturn Awards. Besonders häufig wird die Filmmusik von Krieg der Sterne ausgezeichnet beziehungsweise nominiert; dabei werden auch „Main Title“, Album des Jahres und Bestes Instrumentalspiel (Pop) genannt. Für Das Imperium schlägt zurück erscheinen zusätzlich „The Empire Strikes Back“, „Yoda’s Theme“ und „Imperial March“ als instrumentale Kompositionen. Für Solo ist „Mine Mission“ als Beste Instrumentalkomposition aufgeführt.
Spätere Veröffentlichungen und Verwendung
Die Corellian Edition war zunächst eine Promo-CD-Beilage zum Soundtrack von Die Rache der Sith und kam 2007 eigenständig heraus. Sie enthält eine Auswahl von Themen aus allen sechs Star-Wars-Filmen, ausgenommen The Clone Wars. Alle Stücke komponierte Williams; eingespielt und eingesungen wurden sie mit dem London Symphony Orchestra und den London Voices.
Die 30th Anniversary Collectors Edition fasst Motive aus allen sechs Star-Wars-Realfilmen zusammen. Gegenüber den Doppel-CD-Versionen der Special Edition von 1997 bietet sie keine neuen Aufnahmen und enthält nicht deren ausführliche Track-by-Track-Analysen. Star Wars – The Ultimate Soundtrack Collection veröffentlichte ebenfalls alle Stücke der ersten sechs Episoden. Die Vinyl-Ausgabe Star Wars – The Ultimate Vinyl Collection enthält weniger Stücke als die CD-Fassung, hat aber ein anderes Klangbild, da die Musik direkt von Master-Bändern stammt.
Die Themen wurden vielfach neu aufgenommen. In E. T. – Der Außerirdische (1982) zitiert Williams bei Yodas Halloween-Auftritt dessen Star-Wars-Motiv. Auch Dirigenten wie Charles Gerhardt, Erich Kunzel und John Mauceri veröffentlichten Auszüge der Partituren. 2011 verwendeten Bastian Van Shield sowie Spencer & Hill das Thema der „Mos Eisley Cantina“ und Pfeiftöne von R2D2 für die dreiminütige Elektro-Version Cantina.