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Schlacht bei Ulm

Schlacht bei Ulm ist die zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe von Gefechten und Schlachten während des dritten Koalitionskrieges, in deren Verlauf …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kern der Schlacht
  2. 2. Politischer Hintergrund
  3. 3. Napoleons Aufmarsch und Macks Stellung bei Ulm
  4. 4. Einkreisung und gescheiterte Ausbrüche
  5. 5. Kapitulation in Ulm
  6. 6. Bedeutung für den Krieg

Kern der Schlacht

Die Schlacht bei Ulm war keine einzelne Schlacht, sondern die zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe von Gefechten und Schlachten im Dritten Koalitionskrieg. Zwischen dem 8. und dem 20. Oktober 1805 wurde ein Teil der österreichischen Armee, die bis zur Iller vorgedrungen war, von französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte eingekreist und gefangen genommen.

Die Kämpfe fanden bei und um Ulm statt, das damals zu Kurpfalz-Bayern gehörte und heute in Baden-Württemberg liegt. Frankreich siegte entscheidend. Ein großer Teil der gegnerischen Armee wurde gefangen genommen. Als Truppenstärken werden 150.000 Mann auf französischer und 72.000 Mann auf österreichischer Seite genannt. Die Verluste betrugen auf französischer Seite 6000 Tote und Verwundete, auf österreichischer Seite 12.000 Tote und Verwundete sowie 48.000 Gefangene.

Das größte Einzelgefecht der Kämpfe um Ulm war die Schlacht bei Elchingen am 14. Oktober 1805. In der Literatur werden die Ereignisse meist als „Feldzug von Ulm“ oder „Campagne von Ulm“ bezeichnet.

Politischer Hintergrund

Nach seiner Krönung zum Kaiser am 2. Dezember 1804 alarmierte Napoleon Österreich und Preußen, ohne sie zunächst stark zu beunruhigen. Seine weiteren Schritte machten seine Machtabsichten jedoch deutlicher: Frankreich annektierte die italienischen Stadtstaaten Genua, Parma und Piacenza, und Napoleon krönte sich im Mai 1805 zum König von Italien. Außerdem blockierte Frankreich die deutsche Nordseeküste.

Deshalb schloss das Vereinigte Königreich im Dezember 1804 einen Bündnisvertrag mit Schweden. Anfang August 1805 traten Österreich und Russland hinzu. So entstand die dritte Koalition gegen Napoleon. Preußen blieb weiterhin neutral. Die Schlacht bei Ulm war damit Teil eines größeren Krieges, in dem mehrere europäische Mächte versuchten, Napoleons Ausdehnung zu stoppen.

Napoleons Aufmarsch und Macks Stellung bei Ulm

Napoleon erwartete einen Krieg mit Österreich und befahl Ende August 1805, die Armee von Boulogne an den Rhein zu verlegen. Gleichzeitig sollten die Armeekorps von Marmont in Holland und Bernadotte in Hannover an den Main vorrücken. Marschall Augereau sollte von der Bretagne nach Straßburg folgen. Dorthin ließ Napoleon auch die „Kavalleriereserve“, also die schwere Kavallerie unter Marschall Joachim Murat, sowie die kaiserliche Garde marschieren. Ab dem 27. August bewegte sich die Grande Armée in Eilmärschen auf getrennten Wegen nach Süddeutschland.

Am 9. September 1805 überschritt eine österreichische Armee unter Karl Mack von Leiberich ohne Kriegserklärung die Grenze zum Kurfürstentum Pfalzbayern. Kaiser Franz II. hatte gehofft, Pfalzbayern werde sich der dritten Koalition gegen Frankreich anschließen. Der pfalzbayerische Kurfürst hatte jedoch einen Geheimvertrag mit Frankreich geschlossen und zog mit seiner Armee nach Norden bis Würzburg, um sich dort mit den französischen Truppen zu verbinden.

Am 18. September bezog Mack mit dem Großteil seiner Truppen Stellung um Ulm. Von dort wollte er den Schwarzwald und den Oberrhein überwachen. Er rechnete damit, dass Frankreich etwa zwei Monate für eine Reaktion brauchen würde. Tatsächlich standen die Franzosen schon am 24. September am Rhein. Die französische Grande Armée bestand aus etwa 200.000 Mann und überschritt den Rhein zwischen dem 24. und 26. September 1805 an mehreren Stellen, darunter Kehl und Straßburg. Napoleons Plan war, die österreichischen Stellungen zu umgehen, indem er nördlich der österreichischen Armee durch fränkische und schwäbische Gebiete marschierte.

Einkreisung und gescheiterte Ausbrüche

Am 6. Oktober erreichte die französische Vorhut unter General Vandamme die Donau bei Donauwörth. Nach dem Übergang über den Fluss zog ein Teil der schweren Reservekavallerie entlang des Lechs nach Augsburg, das am Abend des 8. Oktober erreicht wurde. Teile der Armee rückten weiter nach Süden bis Landsberg am Lech vor, während kurpfalzbayerische und französische Truppen Richtung Isar vordrangen, um einem erwarteten russischen Heer möglichst weit im Osten zu begegnen.

Der größere Teil der Grande Armée schwenkte nach der Donauüberquerung wieder nach Westen ein. In der Schlacht bei Wertingen am 8. Oktober gelang der erste französische Erfolg; dies war zugleich der erste bewaffnete Kampf in diesem Krieg. Die österreichische Armee wurde an Donau und Iller rasch von ihren Verbindungen nach Österreich abgeschnitten. Mack beschrieb die Lage später als „nicht eine, sondern zehn Schlachten neben einander zur nämlichen Zeit und auf einem Raum von einigen [deutschen] Quadratmeilen“.

Erst am 6. oder 7. Oktober erkannte Mack nach eigener Aussage die volle Gefahr. Statt nach Süden durch Oberschwaben auszuweichen und Anschluss an Erzherzog Johann in Tirol zu suchen, wollte er auf das nördliche Donauufer ausbrechen. Weil Napoleon zur Sicherung seiner rückwärtigen Verbindungen das Armeekorps von Marschall Ney an der Donau zurückgelassen hatte, gab Mack diesen Plan nach einem kurzen Gefecht bei den Donaubrücken von Günzburg am 9. Oktober wieder auf. Danach zog er sich immer stärker nach Ulm zurück.

Am 11. Oktober versuchte die österreichische Armee, von Ulm aus nach Norden auszubrechen. Bei Haslach, acht Kilometer nordöstlich von Ulm, trafen Kolonnen unter Erzherzog Ferdinand auf eine französische Division unter Dupont. Die Österreicher konnten diese Division zerschlagen, doch Mack befahl dennoch den Rückzug nach Ulm. Am 12. Oktober beschäftigte er sich mit Plänen, über Stuttgart nach Ellwangen zu marschieren, und ordnete außerdem eine völlige Neueinteilung der Armee nach französischem Vorbild an. Diese Reform kam zu spät und verzögerte weitere Schritte.

Am 13. Oktober gelang einer etwa 12.000 Mann starken Kolonne unter FML Werneck zunächst der Ausbruch nach Norden bis Heidenheim an der Brenz. Eine weitere Kolonne unter FML Laudon vertrieb die Franzosen aus Elchingen, versäumte aber die Zerstörung der Donaubrücke. Mack nutzte die Chance zum Ausbruch der gesamten Armee nicht, sondern entschied, in Ulm zu bleiben. Am 14. Oktober kam es zur Schlacht von Elchingen, in der Marschall Ney angriff. Nach der Niederlage der Österreicher wurde Mack mit rund 27.000 Mann endgültig in Ulm eingeschlossen.

Kapitulation in Ulm

Am 15. Oktober besetzte die französische Armee die beherrschenden Höhen nördlich von Ulm, den Michelsberg und den Frauensberg, samt großen Verschanzungen. Von dort wurde die Stadt sofort beschossen. Französische Truppen drangen teilweise bis zu den Stadttoren vor; nördlich der Donau gingen die meisten Vororte verloren. Auch auf dem rechten Donauufer standen französische Truppen bereits nahe bei Ulm, unter anderem bei Dellmensingen, Kirchberg und Pfuhl.

Spätestens jetzt war klar, dass die österreichische Armee Ulm nicht lange halten konnte. Marschall Ney forderte Mack zur Kapitulation auf, doch dieser lehnte zunächst ab. Am späten Abend bot Mack dem dienstältesten General in der Stadt, FML Graf Riesch, das Kommando an; Riesch lehnte ab. Die österreichischen Generale erklärten schriftlich, Ulm sei keine Festung und könne nicht langfristig verteidigt werden. Ein Entsatz durch russische Truppen und die österreichische Armee von FML Kienmayer sei selbst unter günstigen Bedingungen nicht vor drei Wochen zu erwarten.

Am 16. Oktober verschlechterte sich die Lage in der Stadt weiter. Viele Bewohner aus umliegenden Orten drängten sich in Ulm. In den Straßen lagen tote Pferde, in Häusern und Spitälern tote Menschen, die nicht mehr bestattet werden konnten. Nach weiteren Verhandlungen und einer erneuten französischen Beschießung akzeptierte Mack am Vormittag des 17. Oktober die Kapitulation. Die Waffenübergabe sollte zunächst erst am 25. Oktober stattfinden, falls bis dahin kein Entsatz von außen käme. Nach Beginn des Waffenstillstands war der Kampf für die österreichische Armee in Deutschland nach nur einer Woche beendet.

Die endgültige Waffenübergabe der verbliebenen 25.500 Mann, einschließlich Kranker und Verwundeter, erfolgte vorzeitig am 20. Oktober. Mack war inzwischen überzeugt, dass keine Hilfe mehr kommen würde. General Kutusow stand an diesem Tag mit einer russischen Armee von etwa 50.000 Mann noch immer in Braunau am Inn. Wernecks Abteilung, die nach dem Ausbruch am 13. Oktober bei Giengen auf die Armee aus Ulm gewartet hatte, wurde am 17. Oktober bei Neresheim eingeholt und geschlagen; am 18. Oktober kapitulierte Werneck mit rund 2.000 Mann bei Trochtelfingen. Erzherzog Ferdinand entkam mit etwa 2.000 Mann und erreichte am 22. Oktober Eger in Böhmen. Andere österreichische Abteilungen zogen sich in Richtung Salzburg oder Vorarlberg zurück.

Bedeutung für den Krieg

Nach der Kapitulation von Ulm stand Napoleon der Weg nach Wien offen. Schon am 12. Oktober hatten französische und kurpfalzbayerische Truppen unter Marschall Bernadotte München besetzt. Dorthin hatte sich zuvor die österreichische Abteilung unter FML Kienmaier zurückgezogen. Von München aus rückten die französischen Truppen langsam zur österreichischen Grenze vor.

Nach der Kapitulation von Ulm folgte Napoleon mit dem Großteil der Grande Armée. Auf dem Weg zur österreichischen Hauptstadt kam es nur noch zu einigen Nachhutgefechten mit der langsam zurückweichenden russischen Armee entlang der Donau. Am 13. November konnten die Franzosen Wien kampflos besetzen.

Von Wien aus verfolgte Napoleon die russische Armee weiter, die nach Mähren zurückwich. Er wollte möglichst schnell eine Entscheidungsschlacht erzwingen, bevor sich die russischen Truppen mit weiteren feindlichen Armeen vereinigen konnten, die noch im Anmarsch waren.

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