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Schüler-Planspiel United Nations

Das Schüler-Planspiel United Nations (SPUN) ist die älteste deutschsprachige UN-Simulation für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Organisation und Vorbereitung
  4. 4. Ablauf der Sitzungswoche
  5. 5. Nähe zur UNO und Unterschiede
  6. 6. Rezeption und Wirkung

Kernidee und Bedeutung

Das Schüler-Planspiel United Nations (SPUN) ist die älteste deutschsprachige UN-Simulation für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse. Eine UN-Simulation ist ein Planspiel, bei dem Teilnehmende die Arbeit der Vereinten Nationen nachstellen. SPUN fand erstmals 1997 in Siegen statt und wird seit 1999 jährlich in Bonn ausgetragen.

Ziel des Planspiels ist es, politische Prozesse der Vereinten Nationen erfahrbar zu machen. Schülerinnen und Schüler vertreten dabei Staaten, beraten in Ausschüssen und nehmen am Ende an einer Generalvollversammlung teil. Seit 1998 ist SPUN durch die Vereinten Nationen anerkannt.

Entstehung und Entwicklung

Die Idee zu SPUN entstand 1991 durch Dragan Jovanovic. Ab 1995 wurde sie durch den Historiker Gerhard Brunn von der Universität Siegen und die Freudenberger Gustav-Heinemann-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt. 1995 fanden erste Vorbereitungsseminare statt, 1997 folgte die erste Sitzungswoche an der Universität Siegen.

1998 wurde das Planspiel erstmals bundesweit ausgeschrieben. Seit 1999 findet die Sitzungswoche in Bonn statt. Wegen der COVID-19-Pandemie fand SPUN zwischen 2020 und 2022 erstmals seit Bestehen nicht statt.

Schirmherren waren unter anderem der damalige Bundespräsident Johannes Rau (1998–2000), der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (2000–2005), Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum (2008–2025), die damalige Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (2009) sowie Frank-Walter Steinmeier (2012–2013), damals SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzender und später Bundespräsident.

Organisation und Vorbereitung

Träger des Planspiels ist der gemeinnützige Verein „Schüler-Planspiel United Nations e. V.“. SPUN beschreibt sich als „von Schülern für Schüler“ organisiert. Dieses Prinzip zeigt sich darin, dass Delegierte, Generalsekretäre und Ausschussvorsitzende einen Schülerstatus haben müssen.

Vor der Sitzungswoche treffen sich meist frühere Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig zu Organisationsseminaren. Im Nachbereitungsseminar werden Inhalte, Organisation und Ablauf der vergangenen Sitzungswoche reflektiert. Außerdem werden neue Ausschussvorsitzende, das Generalsekretariat und das neue Organisationsteam ausgewählt.

Im Themen-Inhalte-Motto-Seminar legt das neue Team die jährlich wechselnden Ausschüsse, Themen und das Motto fest. Außerdem werden Infotexte und Vorstellungen der Ausschussvorsitzenden für Website und Instagram erstellt. Im Nikolausseminar werden letzte Schritte für die Bewerbungsphase eingeleitet und Änderungen am Ablauf der Sitzungswoche besprochen. Im Ländervergabeseminar werden Bewerbungen gesichtet, angenommen und freie Delegationsplätze zugeteilt.

Ablauf der Sitzungswoche

Vor der Sitzungswoche bewerben sich Gruppen von Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe darum, ein bestimmtes Land zu vertreten. Sobald ihnen ein Land zugeteilt wurde, heißen diese Gruppen Delegationen.

In der Sitzungswoche wird die Organisation der Vereinten Nationen simuliert. Zu Beginn stellen die Delegationen ihre Länder in einer Eröffnungsrede vor. Danach arbeiten die Delegierten in Ausschüssen und Kommissionen. Am Ende der Sitzungswoche tagt die Generalvollversammlung.

Jährlich findet außerdem eine Podiumsdiskussion statt. Sie wird vom jeweiligen SPUN-Generalsekretär geleitet. Gäste aus Politik, Wissenschaft und dem UN-Umfeld, zum Beispiel UN-Jugenddelegierte, diskutieren dabei untereinander und mit dem Publikum über aktuelle Themen.

Nähe zur UNO und Unterschiede

Der Ablauf der SPUN-Sitzungswoche soll der Sitzungswoche der Vereinten Nationen ähneln. Deshalb gibt es bei SPUN ebenfalls eine Charta und eine Geschäftsordnung. Eine Charta ist hier ein grundlegendes Regelwerk; eine Geschäftsordnung legt fest, wie Sitzungen und Beratungen ablaufen. Außerdem legt die Organisation Wert auf angemessene Kleidung.

Es gibt aber Unterschiede zur echten UNO. Bei SPUN gibt es einen Ausschuss „Generalversammlung“, in dem 2015 nur 42 Staaten vertreten waren, und zusätzlich die „Generalvollversammlung“, in der alle Staaten vertreten sind. In der UNO gibt es dagegen nur die Generalversammlung, die der SPUN-„Generalvollversammlung“ entspricht.

Rezeption und Wirkung

SPUN wurde als Beispiel für partizipative Methoden in der politischen Bildung aufgegriffen. Es fand Eingang in Schulbücher, unter anderem in „Forum Geschichte“ des Cornelsen Verlags.

Auch die UNESCO-Bildungsstrategieschrift „Kultur des Friedens“ nennt das Schüler-Planspiel United Nations als Beispiel für Model United Nations, die politische Bildung in besonderer Weise vermitteln. Erster Generalsekretär war 1997 der SPD-Politiker Sebastian Hartmann.

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