Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Rosenmund-Reduktion

Die Rosenmund-Reduktion ist eine Namensreaktion in der Organischen Chemie, die nach dem deutschen Chemiker Karl Wilhelm Rosenmund (1884–1965) benannt ist.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip
  2. 2. Ablauf der Reaktion
  3. 3. Mögliche Nebenreaktionen

Grundprinzip

Die Rosenmund-Reduktion ist eine Namensreaktion der organischen Chemie. Sie dient dazu, Carbonsäurechloride durch katalytische Hydrierung, also durch Reaktion mit Wasserstoff, in die entsprechenden Aldehyde zu überführen.

Als Katalysator wird Palladium verwendet. Damit der entstandene Aldehyd nicht weiter reduziert wird, vergiftet man das Palladium selektiv mit Chinolin und Schwefel; dadurch wird seine Aktivität gezielt herabgesetzt.

Ablauf der Reaktion

Zunächst bildet sich eine palladiumorganische Verbindung. Bei der anschließenden Hydrierung werden Chlorwasserstoff und Palladium abgespalten; als Produkt entsteht der Aldehyd.

Üblicherweise dient Palladium auf dem Träger Bariumsulfat als Katalysator. Wird fortwährend Wasserstoff durch das Reaktionsgemisch geleitet, kann der gebildete Chlorwasserstoff ausgetrieben werden. Alternativ lässt er sich durch geeignete Basen, zum Beispiel Amine, binden.

Mögliche Nebenreaktionen

Unbehandeltes Palladium kann den Aldehyd weiter bis zum Alkohol reduzieren. Deshalb ist das Vergiften des Katalysators wichtig. In einigen Fällen wird das Säurechlorid sogar bis zum entsprechenden Kohlenwasserstoff reduziert.

Carbonsäurechloride können außerdem mit Alkoholen Ester bilden. Wasser muss von der Reaktion ausgeschlossen werden, weil das Säurechlorid sonst zur entsprechenden Carbonsäure hydrolysiert wird. Die gebildete Carbonsäure kann mit weiterem Säurechlorid zu einem Carbonsäureanhydrid reagieren.

Weiterlesen

Organische Chemie Einteilung nach funktioneller Gruppe · Alkohole · Aldehyde · Ester · Ether · Ketone · Carbonsäuren. Hydrierung Unter Hydrierung versteht man in der Chemie die Addition von Wasserstoff an andere chemische Elemente oder Verbindungen. Eine in der organischen Chemie sehr … Aldehyde Aldehyde (aus neulateinisch alcoholus dehydrogenatus, „dehydrierter Alkohol“ oder „Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde“) sind chemische Verbindungen mit … Wasserstoff Wasserstoff ist das chemische Element mit der geringsten Atommasse. Sein häufigstes Isotop, Protium, ist das einzige stabile Isotop ohne ein Neutron. Es besteht … Reduktion (Chemie) Eine Reduktion ist eine chemische Reaktion, bei der ein Ion oder ein Atom als solches oder als Bestandteil eines Moleküls ein oder mehrere Elektronen … Chlorwasserstoff Chlorwasserstoff (Summenformel HCl, systematisch auch als Wasserstoffchlorid oder Hydrogenchlorid bezeichnet) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, … Amine Amine sind organische Verbindungen, die sich von Ammoniak (NH 3) ableiten, indem ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Organylgruppen (Alkyl oder Aryl) … Alkohole Alkohole (arabisch الكحول , DMG al-kuḥūl) sind organische chemische Verbindungen, die eine oder mehrere an unterschiedliche aliphatische Kohlenstoffatome … Ester Ester bilden in der Chemie eine Stoffgruppe chemischer Verbindungen, die formal oder de facto durch die Reaktion einer Säure und eines Alkohols oder Phenols …