Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Chlorwasserstoff

Chlorwasserstoff (Summenformel HCl, systematisch auch als Wasserstoffchlorid oder Hydrogenchlorid bezeichnet) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen
  2. 2. Herstellung
  3. 3. Eigenschaften
  4. 4. Verwendung
  5. 5. Gefahren und Schutz

Grundlagen

Chlorwasserstoff ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel HCl. Systematisch heißt er auch Wasserstoffchlorid oder Hydrogenchlorid. Der Stoff ist ein farbloses, stechend riechendes Gas und löst sich sehr leicht in Wasser. Wässrige Lösungen von Chlorwasserstoff heißen Salzsäure oder Chlorwasserstoffsäure.

Chlorwasserstoff ist wichtig, weil er die Grundlage für Salzsäure bildet und als starke Säure stark ätzend wirken kann. Beim Einatmen entsteht in der Lunge Salzsäure; dadurch kann es zu schweren Verätzungen kommen. Die molare Masse beträgt 36,46 g·mol^−1.

Herstellung

Im Labor kann Chlorwasserstoff aus konzentrierter Schwefelsäure und Natriumchlorid hergestellt werden:

2 NaCl + H2SO4 → Na2SO4 + 2 HCl

Dabei reagieren Natriumchlorid und Schwefelsäure zu Natriumsulfat und Chlorwasserstoff. Statt Schwefelsäure kann auch Natriumhydrogensulfat (NaHSO4) verwendet werden. Dafür wird ein trockenes Gemisch aus Natriumchlorid und Natriumhydrogensulfat erhitzt. Damit die Reaktion weiterläuft, muss das entstehende Chlorwasserstoffgas abgeführt werden.

In der chemischen Industrie entsteht Chlorwasserstoff vor allem als Nebenprodukt bei der Chlorierung organischer Verbindungen. Außerdem kann er durch die Chlorknallgasreaktion gewonnen werden, bei der Wasserstoff und Chlor reagieren, zum Beispiel nach Zündung durch Belichtung:

H2 + Cl2 → 2 HCl

Auch bei der Photochlorierung oder Sulfochlorierung von Kohlenwasserstoffen fällt Chlorwasserstoff als Koppelprodukt an.

Eigenschaften

Chlorwasserstoff ist bei Standardbedingungen gasförmig. Seine Dichte beträgt 1,64 kg·m^−3 bei 0 °C; er ist damit etwas dichter als Luft. Der Schmelzpunkt liegt bei −114,8 °C, der Siedepunkt bei −85,0 °C. Der Dampfdruck beträgt 4,26 MPa bei 20 °C, der pKS-Wert −6,2. Der pKS-Wert beschreibt die Säurestärke; der sehr niedrige Wert zeigt, dass Chlorwasserstoff beziehungsweise Salzsäure eine sehr starke Säure ist.

In Wasser ist Chlorwasserstoff sehr gut löslich: angegeben sind 720 g·l^−1 bei 20 °C. In einem Liter Wasser lösen sich bei 0 °C unter Erwärmung 520 l, entsprechend 850 g HCl-Gas. Bei 20 °C lösen sich in einem Liter Wasser 442 l Chlorwasserstoff. An feuchter Luft bildet HCl-Gas Nebel aus feinen Salzsäure-Tröpfchen.

Die Bezeichnung Wasserstoffchlorid zeigt mit der Endung „-chlorid“, dass das Chloratom in der Molekülverbindung eine negative Partialladung trägt. Chlorwasserstoff löst sich auch in Alkoholen ähnlich gut wie in Wasser, in Ethern noch gut und in Kohlenwasserstoffen oder Chlorkohlenwasserstoffen nur wenig. Die spezifische Wärmekapazität cp beträgt 799 J/(kg K). Das Dipolmoment beträgt 1,1086(3) D beziehungsweise 3,698 · 10^−30 C · m.

Verwendung

Chlorwasserstoff wird vor allem wegen seiner Säureeigenschaften genutzt, besonders in Form seiner wässrigen Lösung, der Salzsäure. Reiner Chlorwasserstoff wird außerdem als Chlorierungsmittel verwendet.

Ein genanntes Beispiel ist die Oxychlorierung von Ethen zu Vinylchlorid. Vinylchlorid ist dabei das Produkt einer Chlorierungsreaktion, bei der Chlor in eine organische Verbindung eingebracht wird.

Gefahren und Schutz

Chlorwasserstoff ist ätzend und in hohen Konzentrationen giftig. Die Gefahrstoffkennzeichnung nennt unter anderem H: 280, 331 und 314 sowie EUH: 071. Als MAK-Wert werden für DFG/Schweiz 2 ml·m^−3 beziehungsweise 3 mg·m^−3 angegeben. Der MAK-Wert beschreibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes am Arbeitsplatz.

Beim Einatmen können Reizungen und Verätzungen der Schleimhäute und Atemwege auftreten. Mögliche Folgen sind eine akute Bronchitis oder eine Lungenentzündung. Vergiftungen werden als sehr selten beschrieben. Bei Kontakt mit Haut und Kleidung lässt sich die Säure mit Wasser gut und vollständig auswaschen.

Weiterlesen

Mol Ein Mol eines Stoffes enthält definitionsgemäß exakt 6.02214076e23 (gerundet 602 Trilliarden) Teilchen (Avogadro-Konstante). Die Zahl wurde so festgelegt … Coulomb Das Coulomb (Aussprache: [kuˈlõː] auch: [ kuˈlɔmp]) (Einheitenzeichen: C, früher Cb) ist die SI-Einheit der elektrischen Ladung (Formelzeichen Q oder q). Meter Der Meter ist die Basiseinheit der Länge im Internationalen Einheitensystem (SI) und in anderen metrischen Einheitensystemen. Ein Meter ist seit 1983 … Summenformel Eine Summenformel (auch Bruttoformel genannt) dient in der Chemie dazu, die Art und Anzahl der Atome einer chemischen Verbindung anzugeben. Gas Neben fest und flüssig ist gasförmig einer der drei klassischen Aggregatzustände. Eine Substanz ist dann ein Gas, wenn sich ihre Teilchen in großem Abstand … Wasser Wasser (lateinisch Aqua; altgriechisch hydor) ist die chemische Verbindung H 2O, bestehend aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Natriumchlorid Natriumchlorid ; Löslichkeit · Brechungsindex ; gut in Wasser (358 g/l Wasser bei 20 °C), löslich in Methanol (1,31 g/100 g) und Ethanol (0,065 g/100 g bei 25 °C). Chemische Industrie Mit Beginn der Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum kamen neue Güter und Produkte – insbesondere durch die Chemie – in den Wirtschaftskreislauf. Wasserstoff Wasserstoff ist das chemische Element mit der geringsten Atommasse. Sein häufigstes Isotop, Protium, ist das einzige stabile Isotop ohne ein Neutron. Es besteht … Partialladung Je größer die Elektronegativitätsdifferenz (ΔEN) ist, desto größer wird der Grad der Polarisation und damit die Ausbildung der Partialladungen. Da zwischen … Ion Ein Ion [i̯oːn] ist ein elektrisch geladenes atomares oder molekulares Teilchen. Ionen bilden als chemische Verbindungen oft Salze. Sie existieren auch in … Luft Als Luft bezeichnet man das Gasgemisch der Erdatmosphäre. Trockene Luft besteht hauptsächlich aus den zwei Gasen Stickstoff (rund 78,08 Vol.