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Romeo und Julia (1936)
Romeo und Julia ist ein US-amerikanisches Filmdrama von George Cukor aus dem Jahr 1936 nach dem gleichnamigen Theaterstück von William Shakespeare.
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Grunddaten und Bedeutung
„Romeo und Julia“ ist ein US-amerikanisches Filmdrama von George Cukor aus dem Jahr 1936. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von William Shakespeare. Produziert wurde er von Metro-Goldwyn-Mayer, die Originalsprache ist Englisch, die Laufzeit beträgt 125 Minuten.
Wichtige Beteiligte waren Talbot Jennings als Drehbuchautor, Irving Thalberg als Produzent, Herbert Stothart für die Musik, William H. Daniels für die Kamera und Margaret Booth für den Schnitt. In den Hauptrollen spielten Norma Shearer als Julia, Leslie Howard als Romeo, John Barrymore als Mercutio, Basil Rathbone als Tybalt und Edna May Oliver als Julias Amme.
Handlung
Die Handlung spielt in Verona. Dort stehen sich die beiden einflussreichen Familien Montague und Capulet feindlich gegenüber. Romeo, der Sohn der Montagues, trifft bei einem Zusammentreffen mit den Capulets auf Julia, die Tochter der Capulets. Die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander.
Weil ihre Familien diese Liebe ablehnen würden, heiraten Romeo und Julia heimlich. Später gerät Romeo in einen Kampf mit Tybalt, einem Neffen von Lady Capulet, und tötet ihn. Als Strafe wird Romeo aus Verona verbannt.
Lord Capulet weiß nicht, dass Julia bereits verheiratet ist, und plant ihre Ehe mit Graf Paris. Julia sieht keinen Ausweg und wendet sich an den Mönch Laurence, der sie mit Romeo getraut hat. Laurence schlägt einen riskanten Plan vor. Dieser Plan endet jedoch mit dem Tod der beiden Liebenden.
Entstehung und literarische Vorlage
Für die Musik verwendete der Film die Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski aus dem Jahr 1869.
Der Film war der letzte Film, den Irving Thalberg vor seinem Tod produzierte. Die Uraufführung fand am 14. September 1936 im Carthay Circke Theater in Los Angeles statt, am Tag von Thalbergs Tod. Frank Whitbeck berichtete im Radio von der Premiere, interviewte aber keine Schauspieler live, weil sie wegen Thalbergs Tod sehr betroffen waren.
Als literarischer Berater arbeitete der Anglistikprofessor William Strunk, Jr. mit. Thalberg wollte damit sicherstellen, dass das Drehbuch respektvoll mit Shakespeares Vorlage umgeht. Er soll zu Strunk gesagt haben: „Your job is to protect Shakespeare from us“.
Besetzung und Rollenprobleme
Die Rolle des Romeo, die schließlich Leslie Howard spielte, sollte ursprünglich John Gielgud übernehmen. Danach lehnten Laurence Olivier, Fredric March, Robert Donat und Robert Montgomery die Rolle ab. William Randolph Hearst versuchte, MGM dazu zu bringen, Marion Davies als Julia zu besetzen. Irving Thalberg setzte sich jedoch durch und wollte von Anfang an seine Ehefrau Norma Shearer in der Rolle der Julia.
Einige Kritiker bemängelten, dass Leslie Howard mit 43 Jahren und Norma Shearer mit 34 Jahren kaum glaubhaft die jugendlichen Liebenden aus Shakespeares Stück spielen könnten.
John Barrymore spielte Mercutio. Dies war seine einzige vollständige Shakespeare-Rolle in einem Film. Edna May Oliver spielte Julias Amme; es war ihre einzige Rolle in einer Shakespeare-Verfilmung. Basil Rathbone spielte Tybalt, obwohl er 1934 am Broadway selbst als Romeo erfolgreich gewesen war.
Produktion, Kinoauswertung und Folgen
Die Produktionskosten stiegen am Ende auf 1.960.000 US-Dollar. Damit wurde „Romeo und Julia“ zum bis dahin teuersten Tonfilm von MGM. An den Kinokassen war der Film nur mäßig erfolgreich: In den USA spielte er 962.000 US-Dollar ein, auf Auslandsmärkten weitere 1.113.000 US-Dollar. Insgesamt ergab das 2.075.000 US-Dollar. Für MGM bedeutete dies einen Verlust von 922.000 US-Dollar.
Die Stadt Verona profitierte vom wachsenden Tourismus, da die Handlung dort spielt. Es wurden sogar angebliche Originalschauplätze wie der Balkon der Julia geschaffen. Dieser wurde 1939 fertiggestellt und zählt heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Auszeichnungen
Bei der Oscarverleihung 1937 erhielt der Film vier Nominierungen, gewann aber keinen Preis.
Nominiert war „Romeo und Julia“ in den Kategorien Bester Film, beste Hauptdarstellerin für Norma Shearer, bester Nebendarsteller für Basil Rathbone und bestes Szenenbild für Cedric Gibbons, Fredric Hope und Edwin B. Willis.