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Richtungen des Zionismus
Theodor Herzl wird als Begründer der zionistischen Bewegung betrachtet. In seinem Werk Der Judenstaat von 1896 legte er seine Vision eines unabhängigen …
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Grundidee und unterschiedliche Wege
Der Zionismus verfolgt als Hauptziel die Schaffung einer Heimstätte für das jüdische Volk. Theodor Herzl gilt als Begründer der zionistischen Bewegung. In seinem Werk „Der Judenstaat“ von 1896 beschrieb er die Vision eines unabhängigen jüdischen Staates.
Die verschiedenen Richtungen stimmten in diesem Ziel nicht unbedingt in allen Einzelheiten überein: Sie unterschieden sich darin, wie die Heimstätte erreicht werden sollte und welchen politischen, gesellschaftlichen oder religiösen Charakter der künftige Staat haben sollte.
Politische, praktische und synthetische Ansätze
Der Politische Zionismus wurde von Theodor Herzl und Max Nordau in Russland geleitet. Er vertrat die Haltung des ersten Zionistenkongresses: Dem jüdischen Volk sollte eine öffentlich anerkannte und legale Möglichkeit zur Ansiedlung in Palästina verschafft werden. Als ersten Schritt sollten Garantien der Staaten gewonnen werden, die das Gebiet beherrschten.
Der Praktische Zionismus, geführt von Moshe Leib Lilienblum und Leo Pinsker und geprägt von Chibbat Zion, setzte dagegen auf eine möglichst schnelle Besiedlung des Landes. Dies sollte bereits beginnen, bevor die Großmächte politische Zusicherungen gaben.
Der Synthetische Zionismus wollte beide Ansätze verbinden. Zu seinen Vertretern gehörten Chaim Weizmann, Leo Motzkin und Nachum Sokolow.
Sozialistische Gesellschaftsvorstellung
Der Sozialistische Zionismus wurde von Nachman Syrkin, Ber Borochov, Chaim Arlosoroff und Berl Katznelson geleitet. Er befasste sich besonders mit dem Charakter des künftigen Staates.
Sein Ziel war eine landwirtschaftliche Gesellschaft, die auf der Gleichheit aller Menschen beruht. Die Gleichstellung der Frau hatte dabei eine bedeutende Rolle. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung und die Klassengesellschaft wurden abgelehnt.
Revisionistische Ausrichtung
Der Revisionistische Zionismus wurde von Wladimir Zeev Jabotinsky gegründet; sein Nachfolger war Menachem Begin. Diese Richtung betonte romantische Elemente der jüdischen Nationalität und das historische Erbe als Grundlage der Staatsgründung.
Sie befürwortete hartes militärisches Eingreifen gegen arabische Angriffe. Eine Splittergruppe gründete später die Untergrundarmee Irgun. Außerdem vertrat diese Richtung das Ziel, einen großisraelischen Staat zu errichten.
Kulturelle nationale Wiedergeburt
Achad Ha'am verband die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes mit Kulturzentren in Israel und in der Diaspora. Diese Kulturzentren sollten als Bollwerke gegen Assimilierung dienen, also gegen eine Entwicklung, die nach dieser Auffassung die jüdische Identität bedrohte.
Revolutionäre und religiöse Ziele
Der Revolutionäre Zionismus wurde von Avraham Stern, Israel Eldad und Uri Zvi Greenberg vertreten. Er verstand Zionismus als Kampf für die Vereinigung und Rückführung aller Juden aus der Jüdischen Diaspora. Die hebräische Sprache sollte wiederbelebt und das jüdische Königreich wieder errichtet werden. Mitglieder der Lechi beteiligten sich in den 1940er Jahren am Guerrilakampf gegen die Briten. Nach der Staatsgründung verfolgten sie weiter das Ziel, Malkhut Yisrael, das Königreich Israel, wiederherzustellen; dazu sollte auch der Jerusalemer Tempel wieder aufgebaut werden. Auch sie streben ein Großisrael an.
Der Religiöse Zionismus wurde vor allem von Jizchak Jakob Reines, dem Gründer der Misrachi, und Abraham Isaak Kook geprägt. Seine Anhänger glauben, dass die Tora die Errichtung eines Staates vorschreibt. Ihre Devise lautet: „Das Land Israel für das Volk Israel, wie es der Tora entspricht.“ (hebräisch עם ישראל, תורת ישראל וארץ ישראל). Heute werden sie meist als religiöse Nationalisten bezeichnet; viele von ihnen sind „Siedler“. Auch sie streben ein Großisrael an.