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Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau

Die Friedensakademie Rheinland-Pfalz ist eine friedenswissenschaftliche Einrichtung mit Schwerpunkten auf Umwelt- und Ressourcenkonflikte, Krisenprävention und …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Entstehung
  2. 2. Standorte und Aufbau
  3. 3. Studium und Lehramt
  4. 4. Einrichtungen und Forschung
  5. 5. Internationales, Förderung und studentisches Leben
  6. 6. Rankings und Namen

Überblick und Entstehung

Die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau, kurz RPTU, ist eine staatliche Technische Universität mit zwei Campus: in Kaiserslautern und in Landau in der Pfalz. Sie wird deshalb auch als „Doppeluniversität“ beschrieben. Die RPTU ist die einzige Technische Universität im Land Rheinland-Pfalz und bietet zusammen 147 Studiengänge an (Stand 2025). Im Wintersemester 2024/25 hatte sie etwa 17.000 Studierende, 2.605 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter über 1.300 wissenschaftliche Beschäftigte und 275 Professorinnen und Professoren. Präsident ist seit dem 1. Oktober 2024 Malte Drescher.

Die Universität entstand zum 1. Januar 2023 durch die Zusammenführung der Technischen Universität Kaiserslautern mit dem Campus Landau der Universität Koblenz-Landau. Auslöser war unter anderem ein Expertenbericht zum „Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz“ aus dem Jahr 2018, der die Struktur der Universität Koblenz-Landau hinterfragte und eine engere Kooperation zwischen Landau und Kaiserslautern empfahl. 2019 wurde im Rahmen einer Hochschulstrukturreform beschlossen, die Universität Koblenz-Landau aufzuteilen: Koblenz wurde eigenständig, Landau wurde mit der TU Kaiserslautern verbunden.

Im Herbst 2020 trat das „Landesgesetz zur Neustrukturierung der Universitätsstandorte Kaiserslautern, Landau und Koblenz“ in Kraft. Die Zusammenführung wurde durch die COVID-19-Pandemie erschwert. Im Juni 2022 beschlossen die Senatsausschüsse beider Standorte einstimmig die erste Grundordnung der neuen Universität. Zu Beginn wurde die RPTU von einer Doppelspitze geleitet: Arnd Poetzsch-Heffter, dem bisherigen Präsidenten der TU Kaiserslautern, und Gabriele Schaumann, der bisherigen Vizepräsidentin des Standortes Landau. Am 13. Dezember 2023 wählte der Senat Malte Drescher, Professor und Prorektor der Universität Konstanz, einstimmig zum künftigen Präsidenten.

Standorte und Aufbau

Der Campus in Kaiserslautern liegt oberhalb der Stadt am Rand des Pfälzerwaldes. Dort befinden sich zahlreiche Gebäude für Fachbereiche, Institute und Verwaltung. Zum Standort gehören außerdem mehrere zentrale Forschungseinrichtungen, zum Beispiel das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik. Auf dem Campus befinden sich auch Kunstwerke aus der Kunst-am-Bau-Regelung. Besonders bekannt ist das „Tor der Wissenschaft“, dessen Form das Logo der früheren TU Kaiserslautern beeinflusste.

Der Campus in Landau liegt im Nordwesten von Landau in der Pfalz innerhalb der Fortanlagen. Neben dem Hauptcampus gehören 14 Außenstellen zum Universitätsstandort, unter anderem im Frank-Loebschen Haus, in der ehemaligen Landauer Volksbank, in der ehemaligen französischen Schule, im Reduit und in der Roten Kaserne. Acht außerschulische Lernorte zählen ebenfalls zum Campus Landau.

Organisatorisch ist die RPTU in 16 Fachbereiche gegliedert. In Kaiserslautern liegen die Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Biologie, Chemie, Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Mathematik, Physik, Raum- und Umweltplanung, Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. In Landau liegen die Fachbereiche Erziehungswissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaften, Natur- und Umweltwissenschaften sowie Psychologie. Diese Verteilung zeigt, dass der Standort Kaiserslautern stark technisch-naturwissenschaftlich geprägt ist, während Landau wichtige Schwerpunkte in Bildungs-, Sozial-, Kultur-, Umwelt- und Psychologiefächern hat.

Studium und Lehramt

Die RPTU ist die zweitgrößte akademische Einrichtung in Rheinland-Pfalz. Sie bietet insgesamt 147 Studiengänge an (Stand 2024). Dazu gehören 52 Bachelor-Studiengänge, 64 Master-Studiengänge, 20 Fernstudienprogramme, 4 Zertifikate und 7 Lehramtsstudiengänge. Außerdem gibt es englischsprachige Master-Studiengänge und Kurse. Die Universität verleiht unter anderem die Abschlüsse Bachelor of Arts, Bachelor of Education, Bachelor of Science, Master of Arts, Master of Education, Master of Science, Master of Engineering und Master of Laws.

Für ein Erststudium werden in Rheinland-Pfalz keine Studiengebühren erhoben. Für ein Zweitstudium oder Seniorenstudium fallen 700 Euro pro Semester an. Der Sozialbeitrag beziehungsweise Semesterbeitrag betrug im Sommersemester 2025 am Standort Kaiserslautern 316,40 Euro für Präsenzstudierende und 140,00 Euro für Fernstudierende; am Standort Landau betrug er 316,40 Euro für Präsenzstudierende.

Die Studienangebote reichen von technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wie Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik, Chemie, Physik, Mathematik, Bauingenieurwesen oder Wirtschaftsingenieurwesen bis zu Fächern wie Psychologie, Erziehungswissenschaften, Sozial- und Kommunikationswissenschaften, Umweltwissenschaften, Philosophie oder Politikwissenschaft. Außerdem gibt es weiterbildende Studiengänge, meist im Fernstudium, sowie internationale Studiengänge.

Im Lehramt ist die RPTU neben der Universität Koblenz, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Trier eine lehrkräftebildende Hochschule in Rheinland-Pfalz. Im Lehramtsstudium werden zwei Fächer mit Bildungswissenschaften kombiniert. Bildungswissenschaften befassen sich mit Erziehung, Lernen, Schule und Unterricht. Während des Bachelor- und Masterstudiums absolvieren die Studierenden vier Praktika. In der Bachelorphase sind es zwei orientierende Praktika und ein vertiefendes Praktikum von jeweils 15 Unterrichtstagen; eines der orientierenden Praktika kann im Ausland stattfinden. Im Masterstudium folgt ein weiteres vertiefendes Praktikum. Im Masterstudiengang Lehramt an Förderschulen dauert dieses 20 Unterrichtstage, in den anderen Masterstudiengängen 15 Unterrichtstage. Lehramt für Grundschulen und Förderschulen wird in Landau angeboten, Lehramt für berufsbildende Schulen in Kaiserslautern; Realschulen plus und Gymnasien werden an beiden Standorten angeboten.

Einrichtungen und Forschung

Neben den Fachbereichen hat die RPTU zentrale Einrichtungen, die fachübergreifend arbeiten und Dienstleistungen für die gesamte Universität anbieten. Das Distance and Independent Studies Center in Kaiserslautern, kurz DISC, bietet Fernstudiengänge an. Es wurde 1992 als Zentrum für Fernstudien und universitäre Weiterbildung an der TU Kaiserslautern gegründet. 2022 waren dort etwa 4.200 Studierende aus Deutschland, deutschsprachigen Nachbarländern und aus Übersee eingeschrieben. Seit der Gründung haben über 15.000 Absolventinnen und Absolventen ein Fernstudium abgeschlossen. Die Angebote umfassen Masterstudiengänge und kürzere Zertifikatsprogramme, die neben Beruf oder anderen Tätigkeiten absolviert werden können.

Die Friedensakademie Rheinland-Pfalz ist eine friedenswissenschaftliche Einrichtung. Friedenswissenschaft untersucht Ursachen von Konflikten und Wege zu ihrer Bearbeitung. Schwerpunkte sind Umwelt- und Ressourcenkonflikte, Krisenprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Friedenspädagogik. Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung, kurz zepf, beschäftigt sich mit empirischer pädagogischer Forschung, also mit Bildungsfragen, die auf Grundlage von Daten untersucht werden. Das Zentrum für Lehrerbildung ist die Schnittstelle zwischen den Einrichtungen der Lehrkräftebildung und organisiert fachbereichsübergreifend lehramtsbezogene Studiengänge.

Die Universitätsbibliothek besteht aus mehreren Teilbibliotheken. In Landau gibt es eine Bibliothek, in Kaiserslautern eine Zentralbibliothek und acht dezentrale Bereichsbibliotheken, etwa für Chemie und für Mathematik/Physik. Die Universitätsbibliothek Kaiserslautern wurde 1970 mit der Neugründung der Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern gegründet; die Zentralbibliothek wurde 1986 eingeweiht.

Die RPTU kooperiert außerdem mit mehreren assoziierten Forschungsinstituten. Dazu gehören das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering, das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, das Institut für Oberflächen und Schichtanalytik, das Institut für Technologie und Arbeit, das Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe und das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme. Diese Einrichtungen decken Felder wie künstliche Intelligenz, Software- und Systems-Engineering, Mathematik in Technik und Wirtschaft, Oberflächenanalyse, Arbeits- und Sozialforschung, Verbundwerkstoffe und komplexe Softwaresysteme ab.

Internationales, Förderung und studentisches Leben

Die RPTU ist international vernetzt. Sie gehört zur Universität der Großregion, kurz UniGR. In diesem Verbund können Studierende Veranstaltungen an Partneruniversitäten besuchen und sich Leistungen anerkennen lassen. Dazu gehören Universitäten in Lothringen mit Metz und Nancy, Luxemburg, Lüttich, im Saarland und in Trier. Bis zu 10 ECTS pro Semester können für das eigene Studium an der Heimatuniversität anerkannt werden. ECTS sind Leistungspunkte im europäischen Hochschulsystem. Außerdem können Studierende Bibliotheken kostenfrei nutzen und in Mensen zu Studierendenpreisen essen. Die Partnerhochschulen verleihen auch einen Europäischen Doktortitel der Universität der Großregion; dafür ist unter anderem ein sechsmonatiger Forschungsaufenthalt an einer weiteren UniGR-Hochschule nötig.

Die RPTU ist Mitglied der Deutsch-Französischen Hochschule, einem Netzwerk von 208 Partnerhochschulen in Deutschland, Frankreich und bei trinationalen Studiengängen weiteren europäischen Ländern. An der RPTU können sich Studierende für bis zu fünf deutsch-französische Studiengänge bewerben, die zu einem Doppeldiplom führen. Über Erasmus gibt es Austauschmöglichkeiten mit rund 140 Hochschulen in 25 Ländern. Außerdem beteiligt sich die Universität am Erasmus-MUNDUS-Programm und bietet mit anderen europäischen Universitäten mehrere Erasmus MUNDUS Joint Degrees an.

Das studentische Leben wird durch Vertretungen und Gruppen geprägt. Studierende werden über das Studierendenparlament, den Allgemeinen Studentenausschuss und die Fachschaften vertreten. An beiden Standorten gibt es einen Allgemeinen Studentenausschuss, der die Studierenden in Gremien der RPTU vertritt. Mehr als 80 studentische Hochschulgruppen sind eingetragen. Sie decken politische, kulturelle, sportliche, fachliche und soziale Interessen ab, etwa das JungChemikerForum Kaiserslautern oder Projekte von Ingenieure ohne Grenzen. Der Unisport bietet an beiden Standorten insgesamt über 90 Sportarten an. In Landau gibt es seit 1985 die Studentenkneipe „FATAL“.

Zur Förderung der Universität gibt es die Stiftung für die RPTU, die 2006 als Stiftung für die TU Kaiserslautern gegründet wurde und seit 2023 die neue RPTU unterstützt. Daneben bestehen Freundeskreise in Kaiserslautern und Landau. Sie unterstützen Entwicklung, Bestand, Öffentlichkeitsarbeit und kulturelles Leben auf dem Campus sowie wissenschaftliche Leistungen von Lehrenden und Studierenden.

Rankings und Namen

Die RPTU wurde in verschiedenen Hochschulrankings bewertet. Im Times Higher Education World University Ranking von 2024 lag sie weltweit auf Platz 601–800, im Inland auf Platz 46–48 und unter den jungen Universitäten auf Platz 101–150. Im Humboldt-Ranking, das Forschungsaufenthalte von durch die Humboldt-Stiftung geförderten Stipendiatinnen, Stipendiaten und Preisträgern an deutschen Forschungseinrichtungen zählt, belegte sie Platz 42 im Gesamtranking.

Das Corporate Design legt mehrere zulässige Namen fest. Der vollständige Name lautet „Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau“. Die englische Bezeichnung ist „RPTU University Kaiserslautern-Landau“; „University of Kaiserslautern-Landau“ ist eine ältere englische Bezeichnung. Zulässige Kurznamen sind „RPTU Kaiserslautern-Landau“ und „Rheinland-Pfälzische Technische Universität“. Die Abkürzung lautet „RPTU“. Die beiden Campus heißen offiziell „RPTU in Kaiserslautern“ und „RPTU in Landau“.

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