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Rasŏn
Rasŏn ist Industriezentrum, Freihandelszone, Kulturzentrum und Verkehrsknoten in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. ... Geographie. Bearbeiten …
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Überblick und Bedeutung
Rasŏn ist eine nordkoreanische Hafenstadt am Japanischen Meer. Sie hat eine Fläche von 798 km² und 196.954 Einwohner (Stand 2008), was einer Bevölkerungsdichte von 247 Einwohnern je km² entspricht. 158.337 Menschen beziehungsweise 80 % der Bevölkerung leben im städtischen Gebiet, 38.617 beziehungsweise 20 % im ländlichen Raum.
Die Stadt ist zugleich Industriezentrum, Freihandelszone, Kulturzentrum und Verkehrsknoten in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Wegen ihrer Lage an China und Russland sowie ihrer ganzjährig eisfreien Tiefseehäfen ist sie besonders für den regionalen Handel und Transitverkehr wichtig.
Bis 2000 hieß die Stadt Rajin-Sŏnbong. Von 1993 bis 2004 war sie eine besondere Verwaltungsregion unter zentraler Verwaltung; seit dem 4. Januar 2010 trägt sie den Rang einer „Besonderen Stadt“. Verwaltungsmäßig besteht Rasŏn aus einem Stadtbezirk und einem Landkreis.
Lage und Landschaft
Rasŏn liegt im Nordosten Nordkoreas, in der Provinz Hamgyŏng-pukto und im zentralen Teil Nordostasiens. Entlang des Flusses Tumen grenzt das Stadtgebiet an die Volksrepublik China und an Russland. Rasŏn ist damit die einzige Stadt Nordkoreas, die an zwei Nachbarstaaten grenzt.
Das Gebiet ist überwiegend gebirgig, besitzt aber keine hohen Berge oder größeren natürlichen Barrieren. Rund 230 km² weisen eine Steigung von weniger als 20 % auf. Die Küste ist 120 km lang. Zum Gebiet gehören 21 Inseln, darunter Taecho, Shihae, Pipa, Kulpo und Uam. Westbonpo und Ostbonpo zählen zu den größten natürlichen Seen der Koreanischen Halbinsel.
Von den 798 km² entfallen 543 km² beziehungsweise 68,0 % auf Wald, 108 km² beziehungsweise 13,5 % auf Ackerland und 104 km² beziehungsweise 13,0 % auf Wasserflächen. Industriell genutzt werden 20 km² beziehungsweise 2,5 %, als Wohnland 16 km² beziehungsweise 2,0 %; weitere Nutzungen umfassen 7 km² beziehungsweise 1,0 %.
Die größten Städte im Gebiet waren am 1. Januar 2005 Rajin mit 66.224 Einwohnern, Sŏnbong mit 27.331, Tumangang mit 9.461 und Ungsang mit 8.410 Einwohnern.
Verwaltung und Klima
Rasŏn gliedert sich in den Stadtbezirk Rajin-kuyŏk und den Landkreis Sŏnbong-kun. Rajin-kuyŏk ist mit 66.224 Einwohnern der größte Stadtbezirk.
Die Stadt liegt in der gemäßigten Klimazone. Die jährliche Mitteltemperatur beträgt 6,3 °C. Der Januar ist mit durchschnittlich −8,8 °C der kälteste Monat, der August mit 20,9 °C der wärmste. An 205 Tagen im Jahr liegt die tägliche Mitteltemperatur über 5 °C, an 156 Tagen über 10 °C und an 121 Tagen unter 0 °C.
Die durchschnittliche jährliche Sonnenscheinrate beträgt 53 %. Sie ist im Juli am höchsten und im Februar am niedrigsten. Im Jahresmittel fallen 770 Millimeter Niederschlag. Die größten Mengen treten im Juni und Juli auf, die geringsten im Januar und Februar. Auf den Frühling entfallen 20 bis 25 % des Jahresniederschlags, auf den Sommer 55 bis 60 %, auf den Herbst 10 bis 13 % und auf den Winter über 10 %.
Nordwest- und Südostwinde erreichen im Jahresmittel 3,3 Meter pro Sekunde. Die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit beträgt 70 %. Im August 2015 verursachte ein Taifun Überschwemmungen im Stadtgebiet.
Entwicklung zur Besonderen Stadt
Im Dezember 1991 wurde um Rajin und Sŏnbong eine Freihandelszone eingerichtet. 1993 wurden die Stadt Rajin und der Landkreis Sŏnbong aus der Provinz Hamgyŏng-pukto herausgelöst und zur Großgemeinde Rajin-Sŏnbong zusammengelegt. Das neue Verwaltungsgebiet umfasste 798 km² und war damit etwas größer als die Bodenfläche Hamburgs.
Ebenfalls 1993 erhielt Rajin-Sŏnbong den Status einer besonderen Verwaltungsregion unter direkter Verwaltung der Zentralregierung. Im Jahr 2000 wurde die Stadt in Rasŏn umbenannt. 2004 erfolgte die Wiedereingliederung in die Provinz Hamgyŏng-pukto. Am 4. Januar 2010 wurde Rasŏn zur „Besonderen Stadt“ erklärt.
Im Jahr 2010 wurde außerdem ein umfassender Umbau der Innenstadt angekündigt. Vorgesehen waren unter anderem ein neues Stadtzentrum, ein Nord-Süd-Boulevard und neue Gebäude.
Wirtschaft und Verkehr
Die Freihandelszone Rasŏn gehört zum Förderprogramm des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) für die Tumen River Economic Development Area (TREDA). An diesem Programm sind die Volksrepublik China, Russland, die Mongolei sowie Nord- und Südkorea beteiligt. Ausländische Unternehmen erhalten bis 2025 Vorzugsbedingungen für Investitionen in Transithandel, Industriebetriebe und Tourismus. Als Ansprechpartner dient die Golden Triangle Bank.
In Rasŏn befindet sich die größte Erdölraffinerie Nordkoreas. Weitere Betriebe gehören zur Nahrungsmittel- und Textilindustrie sowie zur Holz- und Fischverarbeitung.
Als Verkehrsknoten verfügt Rasŏn über Straßen- und Eisenbahnverbindungen in den Süden Nordkoreas sowie nach Norden bis Russland und China. Der Hafen Rajin besitzt eine jährliche Umschlagskapazität von drei Millionen Tonnen, der Hafen Sŏnbong eine Kapazität von zwei bis drei Millionen Tonnen. Beide sind Tiefseehäfen und frieren im Winter nicht zu, sodass sie ganzjährig betrieben werden können. Entlang der Küste liegen außerdem sechs weitere Häfen.
Aufgrund der Nähe zu China ist Rajin ein wichtiger Umschlagplatz für Container. China pachtete und betrieb die Docks 3 und 4 für 50 Jahre. Nach nordkoreanischen Angaben können dort gleichzeitig acht Schiffe mit jeweils 10.000 Tonnen Wasserverdrängung sowie fünf weitere Schiffe mit jeweils 5.000 Tonnen Wasserverdrängung abgefertigt werden. Die umgeschlagenen Güter gehören allerdings überwiegend zum chinesischen Import und Export und weniger zum nordkoreanischen Handel.