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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Innenstadt

Die Innenstadt (in der Schweiz mancherorts auch Innerstadt) ist der innere Teil einer Stadt, auch unter Betonung der Funktion im Stadtgefüge als City oder …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff, Funktion und Bedeutung
  2. 2. Nutzung und Wandel
  3. 3. Abgrenzung durch Schaufensterflächen
  4. 4. Abgrenzung durch Geschäftsflächen

Begriff, Funktion und Bedeutung

Die Innenstadt ist der innere Teil einer Stadt. In der Schweiz wird sie mancherorts auch „Innerstadt“ genannt. Je nach Blickwinkel werden außerdem die Bezeichnungen City, Stadtzentrum, Zentrum, Centrum oder Stadtmitte verwendet. Die Innenstadt ist ein besonders wichtiger Bereich im Stadtgefüge, weil sich dort meist bedeutende Verkehrs- und Versorgungswege treffen, kreuzen oder ineinander münden.

Typisch ist eine starke Konzentration von Einrichtungen des tertiären Sektors, also des Wirtschaftsbereichs der Dienstleistungen. Dazu zählen Handel und andere Dienstleistungseinrichtungen sowie – abhängig vom Status der Stadt – regionale Verwaltungen, Bahnhöfe und Zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB). Wegen der hohen Bodenpreise bestehen eine Tendenz zu Hochhäusern und hoher Bebauungsdichte sowie häufig eine geringe Wohnbevölkerung und eine hohe Zahl von Einpendlern.

In vielen Städten überschneidet sich die Innenstadt mit dem historischen Stadtkern. Dieser ist die städtische Keimzelle, in der sich oft Kirchen, historische Gebäude sowie andere Bau- und Kulturdenkmäler befinden. Innenstadt und historischer Stadtkern müssen jedoch nicht identisch sein.

In den Raumwissenschaften gilt die Innenstadt als ein Zentrentyp. Meist ist damit ein historisch gewachsener Kern gemeint. In einem Zentrensystem können ihm weitere Innenstädte, Neben- oder Stadtteilzentren, Nahversorgungszentren sowie spezielle oder atypische Zentren zugeordnet sein. Solche Zentren lassen sich nach ihren Funktionen oder ihrer hierarchischen Bedeutung abstufen.

Nutzung und Wandel

Die Ausprägung deutscher Innenstädte hängt stark von den örtlichen und regionalen Verhältnissen ab. Als Idealtyp gelten verdichtete, historisch gewachsene Altstadtkerne. In ihnen dominieren gewöhnlich Geschäfte, Büros, öffentliche Gebäude und Verkehrsanlagen. Diese Nutzungen werden als tertiäre Nutzungen bezeichnet.

Das Wohnen der Ober- und Mittelschicht, teilweise sogar das Wohnen insgesamt, ist in vielen Innenstädten weitgehend verschwunden. Wohnräume beschränken sich dann häufig auf Einzel- und Randlagen oder auf die oberen Geschosse. Eine von allen sozialen Schichten bewohnte Innenstadt, deren wichtige Straßen und Plätze von Wohn- und Geschäftsgebäuden der Ober- und Mittelschicht geprägt werden, ist in Deutschland heute kaum noch zu finden. Besonders in Großstädten haben Verkehr, Handel und Verwaltung die Wohnnutzung verdrängt. Dadurch wurde die früher bewohnte Altstadt vielfach zum Hauptgeschäftszentrum beziehungsweise „Central Business District“ (CBD).

Manche Innenstädte verzeichnen zugleich weniger Kundenbesuche; dies gilt auch für fast alle Schweizer Innenstädte. Kurt Fluri, Präsident des Schweizerischen Städteverbandes, nennt Einkaufstourismus und Onlinehandel als Ursachen und befürwortet Investitionen zur Belebung der Innenstädte.

Seit den 2010er-Jahren wird in Europa von einer „Renaissance der Innenstädte“ gesprochen: Trotz allgemeinen Leerstands nimmt ihre Attraktivität als Wohnort wieder zu. Während der COVID-19-Pandemie erhielt die als unklar betrachtete „Zukunft der Innenstädte“ im deutschsprachigen Raum verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit. Neuere Erkenntnisse aus Psychologie, Ökonomie, Mobilitäts- und Netzwerkforschung deuten außerdem auf Polyzentrismus als internationale Trendbewegung hin, also auf Stadtstrukturen mit mehreren Zentren.

Abgrenzung durch Schaufensterflächen

Zur genaueren Abgrenzung einer Innenstadt von Subzentren kann der Schaufensterindex verwendet werden. Er bezeichnet den Prozentanteil der Gesamtlänge aller Schaufenster in einer Straße oder einem Baublock an der Gesamtlänge aller Häuserfronten beziehungsweise der Straßen.

Allgemein gültige Grenzwerte, ab denen ein Gebiet eindeutig eine zentrale Funktion besitzt, gibt es nicht. Die regional unterschiedlichen Bebauungsarten erschweren einen direkten Vergleich verschiedener Innenstädte. Grundsätzlich steigt der Anteil der Schaufensterflächen mit zunehmender Modernität der Bebauung.

Innerhalb einer Region ermöglicht der Index dennoch relative Abgrenzungen. Mitunter kann er zeigen, dass neben einem historischen Stadtkern eine neue kommerzielle Innenstadt entsteht.

Abgrenzung durch Geschäftsflächen

Weitere Verfahren sind der CBD-Höhenindex und der CBD-Intensitätsindex. Der Fachausdruck CBD steht für „Central Business District“, also Hauptgeschäftszentrum. Er wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von den US-amerikanischen Geographen und Stadtplanern James E. Vance und R. E. Murphy eingeführt.

Der CBD-Höhenindex ist das Verhältnis aller geschäftlich genutzten Geschossflächen zur Gebäudegrundfläche eines Baublocks. Er zeigt damit, wie viel Geschäftsfläche im Verhältnis zur bebauten Grundfläche vorhanden ist, und berücksichtigt auch die Nutzung mehrerer Geschosse.

Der CBD-Intensitätsindex bezeichnet den Prozentanteil der geschäftlich genutzten Geschossflächen an der Gesamtgeschossfläche eines Baublocks. Während der Höhenindex die Geschäftsflächen auf die Gebäudegrundfläche bezieht, gibt der Intensitätsindex an, welcher Anteil sämtlicher Geschossflächen geschäftlich genutzt wird. Zusammen mit dem Schaufensterindex helfen diese Kennzahlen dabei, Innenstädte und Subzentren anhand ihrer baulichen und wirtschaftlichen Nutzung genauer voneinander abzugrenzen.

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