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Rüdiger Gamm

Rüdiger Gamm (* 10. Juli 1971 in Welzheim) ist ein deutscher Gedächtnis- und Mentaltrainer, der auch als Rechenkünstler bekannt wurde.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Rechnen und Gedächtnis
  3. 3. Entdeckung der Fähigkeiten und öffentliche Auftritte
  4. 4. Auszeichnungen und Dokumentation

Person und Bedeutung

Rüdiger Gamm (* 10. Juli 1971 in Welzheim) ist ein deutscher Gedächtnis- und Mentaltrainer, der auch als Rechenkünstler bekannt wurde. Seine besonderen Leistungen bestehen vor allem darin, große Mengen an Zahlen zu behalten und schwierige Rechenaufgaben im Kopf zu lösen. Dabei greift er vielfach auf memorierte Zahlenkombinationen zurück. Ergebnisse mit großen Zahlenmengen können nach seinen Fähigkeiten auch nach vielen Jahren bei Bedarf wieder „abgerufen“ werden.

Gamm gibt als Mentaltrainer Seminare. Seit 2005 leitet er außerdem als Lehrbeauftragter an verschiedenen Schulen Arbeitsgemeinschaften im mathematischen Mentaltraining.

Rechnen und Gedächtnis

Gamm rechnet nicht ausschließlich im herkömmlichen Sinn. Ein wichtiger Bestandteil seiner Vorgehensweise ist das Auswendiglernen von Zahlen, Zahlenprodukten und weiteren Zahlenkombinationen. Diese gespeicherten Werte dienen ihm als Grundlage für spätere Berechnungen.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen kann Gamm seine Rechenalgorithmen, also festgelegte Verfahren zum Berechnen, an neue Probleme anpassen. Allan Snyder, ein Experte für Inselbegabte, untersuchte ihn und stellte fest, dass Gamm kein Savant ist. Savants handeln laut Artikel eher intuitiv und beherrschen die Anpassung ihrer Verfahren an neue Aufgaben nicht.

Gamm leidet unter keinerlei Behinderungen oder Einschränkungen wie Autismus oder anderen Hirnfunktionsstörungen. Untersuchungen stellten bei ihm eine Vergrößerung der Hirnlappen und ein stark verdicktes Corpus callosum fest. Das Corpus callosum ist die Nervenverbindung zwischen den beiden Gehirnhälften. Außerdem wurde nachgewiesen, dass Gamm für seine Berechnungen das episodische Gedächtnis verwendet, also den Gedächtnisbereich, mit dem persönliche Erlebnisse und Ereignisse erinnert werden.

Entdeckung der Fähigkeiten und öffentliche Auftritte

Gamm verbrachte seine Jugend im Alfdorfer Ortsteil Rienharz. Während seiner Schulzeit war Mathematik sein Problemfach. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann.

Seine späteren Fähigkeiten entdeckte er nach der Lektüre eines mathematischen Buches. Er prägte sich zunächst die Quadrate der Zahlen von 1 bis 99 ein. Danach kamen weitere Potenzen und auswendig gelernte Zahlenprodukte hinzu. Nach einer Woche stellte Gamm fest, dass er schneller im Kopf rechnen konnte als ein Rechenkünstler, der im Radio auftrat. Zu diesem Zeitpunkt war Gamm 21 Jahre alt.

Seine Fähigkeiten zeigte er bei internationalen Wettbewerben, im Fernsehen und im Radio. 1994 trat er in der Sendung Wetten, dass..? auf. 2006 war er in der Folge Gedächtnisgiganten der Fernsehdokumentation Expedition ins Gehirn sowie in der kanadischen Fernsehdokumentation The Real Superhumans and the Quest for the Future Fantastic zu sehen. 2008 trat er in der von Jörg Thadeusz moderierten rbb-Fernsehsendung Dickes B. und in der Radiosendung SWR 2 Zeitgenossen auf. 2010 erschien er in der Pur+-Folge „Mein neues Superhirn“ und löste dort unter anderem die Kopfrechenaufgaben 182×465 und 67^{19}.

Am 22. Oktober 2007 stellte Gamm in Isny im Allgäu einen als inoffiziell bezeichneten Weltrekord auf. Aus dem Publikum wurden ihm zwei beliebige Ziffern zugerufen: zuerst eine 9 und dann eine 8. Anschließend berechnete er fehlerfrei die hundertste Potenz der Zahl 98, also 98^{100}. Im Februar 2008 veröffentlichte er gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Alexandra Ehlert sein erstes Buch Train your brain. Die Erfolgsgeheimnisse eines Gedächtniskünstlers. 2020 trat er bei Das Supertalent auf; 2026 war er Gast in der Stefan Raab Show.

Auszeichnungen und Dokumentation

Zu Gamms genannten Erfolgen gehören der Titel „Wettkönig“ bei Wetten, dass..? im Jahr 1994 mit 84 %, der Sieg beim Weltpokalsieger Audience Award 2006 und der Titel „Deutschlands Superhirn“ im Jahr 2013. Den Titel „Deutschlands Superhirn“ gewann er am 27. April 2013 in der gleichnamigen ZDF-Sendung.

Die dreiteilige Dokumentation Expedition ins Gehirn. Eine Reise in die mysteriöse Welt der Superbegabten von Petra Höfer und Freddie Röckenhaus wurde 2006 von ARTE und Radio Bremen produziert. Sie dauert 156 Minuten und behandelt die Themen Gehirn, darunter „E-Hirn“ und „S-Hirn“, sowie Savant und Autismus. Die DVD hat die ISBN 3-8058-3772-0.

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