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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Produktionsmusik

Als Produktionsmusik (auch Library Music, Trailer Music oder Stock Music) wird Musik bezeichnet, die speziell zur Nutzung in Fernsehen, Film, Hörfunk, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zweck
  2. 2. Angebot und Lizenzierung
  3. 3. Entwicklung und Beispiele
  4. 4. Einnahmen der Archive und Komponisten
  5. 5. Markt

Begriff und Zweck

Produktionsmusik, auch Library Music, Trailer Music oder Stock Music genannt, ist Musik, die gezielt für den Einsatz in Fernsehen, Film, Hörfunk, Werbung, Filmtrailern, Videospielen, Imagefilmen und YouTube produziert wird. Sie stammt aus Music Librarys, also Produktionsmusikarchiven. Diese vergeben Lizenzen für verschiedene Arten der Nutzung. Anders als gewöhnliche Musik ist Produktionsmusik meist nicht im normalen Musikhandel erhältlich.

Sie dient vor allem als Thema- oder Hintergrundmusik. Sie wird hauptsächlich in Film, Fernsehen, Radio und anderen Medien eingesetzt; je nach Lizenzbedingungen kann sie auch privat genutzt werden.

Angebot und Lizenzierung

Produktionsmusikarchive besitzen alle Nutzungsrechte an den angebotenen Stücken. Das unterscheidet sie von klassischen Musikverlagen, die in der Regel nur die Rechte der Urheber vertreten, und von Plattenfirmen, die nur die Rechte der Interpreten einer Aufnahme vertreten. Weil die Archive die Musik aus einer Hand und zu festen Tarifen lizenzieren können, ist sie günstiger verfügbar. Fast alle Stücke werden nämlich im Auftrag der Archive komponiert und aufgenommen.

Die Archive decken viele Musikstile und Genres ab. Häufig gibt es Aufnahmen, die bekannten, noch nicht urheberrechtsfreien Musikstücken sehr ähnlich klingen. Produktionsmusik ist fast immer Instrumentalmusik. Neben der vollständigen Aufnahme, die selten länger als drei Minuten ist, gibt es oft Fassungen von 60, 30 oder 15 Sekunden, beispielsweise für Werbung.

Die Musik wird auf unterschiedlichen Wegen angeboten: auf Tonträgern für Tonfilmamateure, als Internet-Download oder auf Tonträgern in geringer Auflage. Letztere werden Rundfunkanstalten und TV-Produktionsfirmen kostenlos zur Bemusterung gegeben. Je nach Lizenzierung sind die Grenzen zu GEMA-freier Musik fließend.

Entwicklung und Beispiele

Die erste Production Music Library gründete De Wolfe Music, ein ehemaliger Notenverlag, 1927 mit dem Aufkommen des Tonfilms. Die Musik war damals meist auf Wachswalzen eingraviert. Komponisten und Interpreten von Library Music arbeiten häufig unter Pseudonymen.

Ein neues Interesse an Produktionsmusik der 1960er und 1970er Jahre, besonders an Beat- und Electronica-Aufnahmen für Labels wie KPM, machte unter anderem Alan Hawkshaw, John Cameron und Keith Mansfield bekannter. Auch heute wird solche Musik im Kino eingesetzt: Quentin Tarantino verwendete Kompositionen von Keith Mansfield in Kill Bill. Da Produktionsmusik oft direkt an Rundfunkarchive verkauft und nicht frei gehandelt wurde, gelten entsprechende Schallplatten bei Sammlern als selten und wertvoll. Wegen der Nachfrage wurden viele Aufnahmen neu veröffentlicht.

Einnahmen der Archive und Komponisten

Produktionsmusikarchive haben zwei Einnahmequellen. Erstens fallen Lizenz- oder Synchronisationsgebühren an: Sie werden vorab an die Library bezahlt, damit Musik in Film-, Video- oder Audiobeiträgen verwendet werden darf. Einige Librarys, besonders in Großbritannien und Europa, teilen diese Gebühren mit den Komponisten. In den USA erhält der Komponist üblicherweise vorab eine Auftragsgebühr und verzichtet dafür auf einen Anteil an späteren Lizenzgebühren. In Deutschland ist dies nur möglich, wenn die Synchronisationsrechte bei der GEMA gekündigt und von den Verlagen selbst wahrgenommen werden; Aufführungs- und mechanische Rechte können weiterhin bei der GEMA liegen.

Zweitens entstehen Aufführungsgebühren, wenn Musik öffentlich gespielt wird, etwa im Fernsehen oder Radio. Nicht der Produzent des Films oder der Sendung zahlt sie. Stattdessen fordern Verwertungsgesellschaften jährlich Gebühren von Rundfunkanstalten. In den USA sind dies beispielsweise ASCAP, BMI und SESAC, in Deutschland die GEMA. Damit das Geld gerecht verteilt wird, müssen Sender Titel und Dauer der verwendeten Musik melden. Typischerweise gehen 40 % als Verlagsanteil an die Library und 60 % an den Komponisten. Die Höhe der Lizenz- und Aufführungsvergütungen hängt stark von der Art der Nutzung ab.

Markt

Der Markt für Produktionsmusik wird von großen Plattenfirmen und Verlagen mit den jeweils verbundenen Librarys beherrscht. Für Low-Budget-Produktionen, etwa sehr häufig für YouTube-Videos, sind Produktionsmusikagenturen besonders beliebt. Sie bieten größtenteils GEMA-freie Musik an.

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