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Place de la Bastille

Geschichte. Entstehung, 27. Juni 1792. Ursprungsnamen, Place de ... Geschichtliche Entwicklung. Bearbeiten. → Hauptartikel: Bastille und Sturm auf die Bastille …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Verkehr und Umgebung
  3. 3. Von der Festung zum Revolutionssymbol
  4. 4. Monumente und Projekte
  5. 5. Weitere Geschichte des Platzes
  6. 6. Sehenswürdigkeiten und heutige Nutzung

Überblick und Lage

Die Place de la Bastille ist ein bedeutender Platz in Paris und heute vor allem ein wichtiger Verkehrsknoten. Zugleich ist sie ein symbolischer Ort der französischen Geschichte: Hier begann mit der Erstürmung der Bastille am 14. Juli 1789 die Französische Revolution. Die Festung wurde zwischen dem 14. Juli 1789 und dem 14. Juli 1790 zerstört.

Der Platz ist 215 m lang und 150 m breit. Er liegt an der Grenze des 4., 11. und 12. Arrondissements und berührt die Viertel Arsenal, Roquette und Quinze-Vingts. Mehrere wichtige Straßen münden hier ein, darunter die Rue Saint-Antoine, der Boulevard Beaumarchais, der Boulevard Richard-Lenoir, die Rue de la Roquette, die Rue du Faubourg Saint-Antoine, die Rue de Lyon, der Boulevard de la Bastille und der Boulevard Henri-IV. Am Platz liegt die Opéra Bastille von Carlos Ott.

Verkehr und Umgebung

Die Place de la Bastille ist stark an den öffentlichen Verkehr angebunden. Es gibt drei Métrolinien: 1 und 5 an der Haltestelle Bastille sowie 8 an Chemin Vert. Außerdem fahren dort zehn Buslinien: 29, 65, 69, 76, 86, 87, 91 und Open Tour. Hinzu kommen fünf Nachtbuslinien: N01, N02, N11, N16 und N144 sowie eine Taxistation.

Unter dem Platz befindet sich die Metrostation Bastille. Auf dem Bahnsteig der Linie 5 sind Überreste der äußeren Mauer des Festungsgrabens zu sehen. Unter der Metrostation verläuft der Canal Saint-Martin etwa 2 km lang unterirdisch in einem Tunnel unter dem Boulevard Richard-Lenoir. Er beginnt am Port de l’Arsenal, der als Yachthafen für über 200 Schiffe dient; diese können über eine Schleuse die Seine erreichen.

Von der Festung zum Revolutionssymbol

Die Bastille entstand ursprünglich als Befestigung zum Schutz der Rue Saint-Antoine. Étienne Marcel, der Vorsteher der Pariser Kaufleute, ließ dort ein befestigtes Tor mit einer kleinen Bastion errichten. Karl V. wollte sein Hôtel Saint-Paul besser schützen und ordnete einen größeren Wiederaufbau an. Hugues Aubriot legte 1370 den Grundstein. Anfangs hatte die Anlage zwei Türme; bald kamen weitere hinzu, und Karl VI. ließ 1383 vier zusätzliche Türme bauen, die durch dicke Mauern und einen Wassergraben gesichert waren. Zwischen 1553 und 1559 wurden unter Heinrich II. weitere Befestigungen ergänzt.

Die Bastille wurde zunächst zum Schutz der Hauptstadt vor Angriffen der Burgunder und Engländer gebaut, diente später aber als Gefängnis. Unter Ludwig XI. wurde dort unter anderem Ludwig I., Graf von St. Pol und Connétable von Frankreich, eingesperrt; er wurde am 19. Dezember 1475 auf dem Place de Grève enthauptet. Richelieu machte die Bastille zum Staatsgefängnis.

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 durch die Bevölkerung des Faubourg Saint-Antoine gilt gewöhnlich als Beginn der Französischen Revolution. Seitdem hat der Platz einen starken Symbolcharakter und ist Schauplatz vieler politischer Demonstrationen. Der Abriss der Bastille begann am 14. August 1789. Teile des Abrissmaterials wurden für den Bau der Pont Louis XVI verwendet. Ein Gesetz vom 27. Juni 1792 verlangte die Schaffung eines Platzes auf dem Gelände der Bastille.

Monumente und Projekte

Nach der Zerstörung der Bastille sollte das Gelände zu einem Platz der Freiheit werden. Am 16. Juni 1792 wurde beschlossen, dort eine entsprechende Säule zu errichten. Der Unternehmer Pierre-François Palloy, der die Bastille abgerissen hatte, lieferte den ersten Stein, doch es blieb zunächst dabei. 1793 wurde nur eine Fontäne errichtet.

Napoleon plante 1808 ein großes Monument in Form eines Elefanten, der eine Sänfte trägt. Es sollte 24 m hoch sein und aus Bronze gegossen werden, unter anderem aus Kanonen, die in der Schlacht bei Friedland erobert worden waren. Ein kaiserlicher Erlass vom 24. Februar 1811 bestimmte, dass der Elefant die Fontaine de la Bastille schmücken sollte. Der Architekt Jean-Antoine Alavoine begann 1833 mit der Arbeit, doch es wurde nur ein lebensgroßes Gipsmodell des Bildhauers Pierre-Charles Bridan aufgestellt. Victor Hugo erwähnte dieses Modell in Les Misérables als Schutzort für Gavroche. 1846 wurde das Monument abgerissen.

Das wichtigste Denkmal des Platzes ist die Julisäule. Louis-Philippe I. entschied 1830, sie zur Erinnerung an die Trois Glorieuses, die drei Revolutionstage vom 27., 28. und 29. Juli 1830, zu bauen. Ein königlicher Erlass vom 6. Juli 1831 ordnete eine Gedenkstätte für die Opfer dieser Tage an; am 27. Juli legte Louis-Philippe I. den Grundstein. Die Säule ist nach korinthischem Vorbild gestaltet und wurde 1840 eingeweiht.

Weitere Geschichte des Platzes

Am 14. Juli 1790 organisierte Pierre-François Palloy inmitten der Ruinen ein Fest zum offiziellen Föderationsfest. Ein Zelt trug die Aufschrift „Ici on danse“ („Hier wird getanzt“). Dies gilt als erster Ball zum 14. Juli und wurde zur Tradition.

Vom 9. bis 14. Juni 1794 stand auf dem damals „Place Antoine“ genannten Platz die Guillotine. Die Bürger verlangten jedoch ihre Verlegung auf den Place du Trône-Renversé. Auf der Place de la Bastille wurden 75 Personen guillotiniert.

1851 wurde die Place de la Bastille Eingang zu den Arènes nationales, einem großen Freiluftveranstaltungsort. Dort fand am 23. Februar 1852 ein großer Karnevalsumzug statt. Die Anlage bestand nur kurz; 1854 wurde das Gelände verkauft, um Wohngebäude zu errichten.

Von 1859 bis 1969 war der Gare de la Bastille, auch Gare de Paris-Bastille, in Betrieb. Er war Ausgangspunkt der Linie Paris–Verneuil-l’Étang, genannt Ligne de Vincennes. Nach der Einstellung des Zugverkehrs wurde das Empfangsgebäude bis zu seinem Abriss 1984 als Ausstellungsraum genutzt. An seiner Stelle entstand die Opéra Bastille.

Während der Commune 1871 versuchten die Communards am 24. Mai 1871, die Julisäule zu zerstören, wie zuvor die Colonne Vendôme. Sie legten unter dem Canal Saint-Martin einen Behälter mit Petroleum im Bereich der Säule an. Die Flammen schlugen 50 m hoch aus dem Tunnel. Außerdem wurden bis zu 30 Geschosse von der Pont d’Austerlitz und vom Buttes-Chaumont abgefeuert, doch die Säule blieb unbeschädigt.

Sehenswürdigkeiten und heutige Nutzung

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die Julisäule, die zwischen 1833 und 1840 zur Erinnerung an den Sturz der Monarchie Karl X. errichtet wurde, sowie die sichtbaren Spuren der ehemaligen Festung. Die Abmessungen der Bastille sind durch eine Aufpflasterung markiert. Am Haus Nr. 5, dem „Café français“, befindet sich eine Plakette mit einer Skizze der früheren Festung. Zwei Reste der Grundmauern sind in der Metrostation Bastille und im Tunnel zum Eingang Boulevard Henri IV. zu sehen. Weitere wichtige Orte am Platz sind die Opéra Bastille, das dahinterliegende Hôpital des Quinze-Vingts und der Port de l’Arsenal.

Heute wird der Platz regelmäßig für Ausstellungen und Märkte genutzt. Die Troisième République machte ihn zu einer offiziellen republikanischen Stätte, als 1880 zum ersten Mal der französische Nationalfeiertag gefeiert wurde. Der Platz ist außerdem bei Jugendlichen beliebt, weil es dort viele Cafés, Restaurants, Kinos und Nachtcafés gibt.

Die Place de la Bastille ist häufig Ausgangspunkt, Zielpunkt oder Durchgangsstation sozialer, politischer oder gewerkschaftlicher Demonstrationen. Seit 1980 ist sie traditionell auch Ausgangspunkt der Gay Pride, besonders seit den 1990er Jahren; die Teilnehmerzahlen werden je nach Quelle mit 200 000 bis 700 000 angegeben. Jeden Sonntagnachmittag startet dort bei geeignetem Wetter ein rund 20 km langer, abgesicherter Inline-Skater-Parcours durch Paris, der kostenlos ist und vom Verein Rollers et Coquillages veranstaltet wird. Nordöstlich des Platzes gibt es ein lebendiges Nachtleben mit Cafés, Bars, Nachtclubs und Konzerthallen.

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