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Peter Chen
Chens ER-Modell ist heute in der Systemanalyse und im -design zentraler Bestandteil vieler Software-Entwicklungsmethoden, CASE-Tools und Data-Repositories.
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Kernbedeutung
Peter Pin-Shan Chen, chinesisch Chen Pin-Shan (陳品山, Pinyin Chén Pǐnshān), wurde am 3. Januar 1947 in Taichung, Taiwan, geboren. Er ist ein taiwanischer Informatiker. Seine wichtigste Leistung ist die Entwicklung der Entity-Relationship-Modellierung, kurz ER-Modell, im Jahr 1976.
Das ER-Modell dient der Datenanalyse: Es stellt Daten und die Beziehungen zwischen ihnen grafisch dar. Diese Darstellungsweise wird als Chen-Notation bezeichnet. Sie war für die Datenmodellierung sehr einflussreich und trug dazu bei, grafische Methoden in der Softwareentwicklung zu verbreiten. Heute ist Chens ER-Modell ein zentraler Bestandteil vieler Methoden der Systemanalyse und des Systemdesigns, außerdem vieler CASE-Tools und Data-Repositories.
Ausbildung und Laufbahn
Chen wurde 1968 Elektroingenieur an der National Taiwan University. An der Harvard University machte er 1970 seinen Master und 1973 seinen Doktor in Computer Science und angewandter Mathematik.
Von 1974 bis 1978 war er Assistenzprofessor an der MIT Sloan School of Management. Von 1978 bis 1984 war er Professor an der University of California, Los Angeles, genauer an der UCLA Management School. Seit 1983 ist er Professor der Informatik, amerikanisch „Computer Science“, an der Louisiana State University.
ER-Modell und Fachbegriffe
Chens ER-Modell geht auf seinen 1976 erschienenen Artikel „The Entity Relationship Model – Toward A Unified View of Data“ zurück. Dieser Artikel gilt als einer der am häufigsten zitierten Artikel in der Computerwelt und wurde unter die 38 einflussreichsten Artikel der Informatik gewählt.
Wichtige Begriffe aus Chens Arbeit sind „Entity-Relationship Modell (ERM)“, „Entity-Relationship Diagramm (ERD)“ und „Chen-Notation“. Ein ERD ist ein Diagramm, das Entitäten, also unterscheidbare Dinge oder Objekte in einem Datenbereich, und ihre Beziehungen zueinander zeigt. Diese Begriffe werden in der Software-Literatur bis heute vielfach verwendet.
Einfluss auf Softwareentwicklung
Chens Arbeit war ein Meilenstein im Softwareengineering, also in der systematischen Entwicklung von Software. Besonders wichtig war sie für Computer-Aided Software Engineering Tools, kurz CASE-Tools. Das sind Werkzeuge, die die Planung, Modellierung und Entwicklung von Software unterstützen.
In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren orientierten sich mehrere große Systeme und Werkzeuge an Chens Modell. Dazu gehörten IBMs Application Development Cycle (AD/Cycle) und das Repository der relationalen Datenbank DB2 (RM/MVS). Auch DEC CDD+ basierte darauf. Große CASE-Tool-Anbieter wie Computer Associates mit ERWIN, Oracle mit Designer und Sybase mit PowerDesigner wurden vom ER-Modell beeinflusst. Selbst Microsofts Zeichenprogramm VISIO wurde beeinflusst. Der Standard IDEF1X wurde ebenfalls vom ER-Modell abgeleitet.
Weitere Wirkung und Auszeichnung
Chens Modell bildete eine Grundlage für objektorientierte Analyse- und Design-Methoden. Aus diesen Entwicklungen ging die Modellierungssprache UML hervor. UML wird genutzt, um Strukturen und Abläufe in Softwaresystemen darzustellen.
Chen wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet und zählt zu den Pionieren der Informatik. Im Jahr 2007 erhielt er den Mark Weiser Award.