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Pejorativsuffix
Diminutivaffix (zur grammatischen Verkleinerung) · Augmentativsuffix (zur Vergrößerung oder Verstärkung, im Deutschen unbekannt) …
Definition und Funktion
Ein Pejorativsuffix ist eine Nachsilbe (Suffix), die an einen Wortstamm angehängt wird und dem entstehenden Wort eine negative, pejorative Bedeutung verleiht. Dieser Vorgang wird als Bedeutungsverschlechterung bezeichnet. In manchen Sprachen überschneidet sich das Pejorativsuffix mit der Verkleinerungsform, dem Diminutiv. Die negative Bedeutung entsteht dabei durch die Bildung eines neuen Wortes aus dem Wortstamm und der entsprechenden Nachsilbe.
Das Deutsche
Das Deutsche kennt keine pejorativen Suffixe. Negative Bedeutungen werden im Deutschen unter anderem durch Zusammensetzung gebildet. Außerdem können wie in allen Sprachen Metaphern und Ironie zur Pejoration, also zur Bedeutungsverschlechterung, führen.
Beispiele aus verschiedenen Sprachen
Im Baskischen bezeichnet etwa -txo in jauntxo, abgeleitet von jaun („Mann“), eine pejorative Bildung. Im Englischen wird -tard umgangssprachlich in paultard, libtard und conspiratard verwendet; als Wurzel wird meist „retard“ angegeben. Das Suffix -aster erscheint beispielsweise in poetaster und philosophaster und stammt vom Lateinischen.
Im Esperanto markiert -aĉ- eine negative Bedeutung, etwa in veteraĉo („schlechtes Wetter“), abgeleitet von vetero („Wetter“). Im Französischen kommen -ald/-ard/-aud vor, zum Beispiel in salaud („Dreckskerl“), von sale („schmutzig“). Diese Endung ist jedoch nicht ausschließlich pejorativ: Motard bedeutet „Motorradfahrer“ beziehungsweise „Töffler“. Weitere französische Beispiele sind -asse in paperasse („Papierkram“) und -âtre bei Farben wie rougeâtre, einem unansehnlichen, etwa ausgewaschenen Rot.
Im Hawaiischen stehen -ā beziehungsweise -wā in lonoā („Klatsch“), von lono („Neuigkeiten“), und -ea in poluea („Seekrankheit“), von polu („nass“). Das Italienische verwendet -accio/-accia, etwa boccaccia („Schandmaul“) zu bocca („Mund“), sowie -astro/-astra, etwa giovinastro („Taugenichts“) zu giovine („Bursche“). Im Japanischen gibt es -me (め/奴) für „Untergebener; Diener“.
Im Lateinischen zeigt -aster eine betrügerische Absicht an. Ein Beispiel ist patraster („jemand, der nur den Vater spielt“), abgeleitet von pater („Vater“). Im Russischen werden -ischka (ишка) und -aschka (ашка) als pejorative Suffixe genannt. Das Spanische besitzt umfangreichere Inventare an pejorativen Suffixen, die Despectivos genannt werden. Dazu gehören -aco(a), etwa in pajarraco („großer, hässlicher Vogel“) von pajaro („Vogel“), und -ejo(a), etwa in lugarejo („Kuhdorf“) von lugar („Platz“).