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Peer-Gynt-Suite

Peer-Gynt-Suite. gehört zu den bekanntesten Orchesterstücken der romantischen Musik ... 1, wird in Werbung, Film und Fernsehen so häufig verwendet, dass sie …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entstehung
  3. 3. Aufbau der Suiten
  4. 4. Bekannte Bearbeitungen und Verwendungen
  5. 5. Aufnahmen

Überblick

Die Peer-Gynt-Suiten Nr. 1 und Nr. 2 sind zwei Orchestersuiten von Edvard Grieg. Sie entstanden aus seiner Schauspielmusik zu Peer Gynt, dem gleichnamigen dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen. Die Suiten gehören zu den bekanntesten Orchesterstücken der romantischen Musik.

Eine Orchestersuite ist eine Folge einzelner Musikstücke für Orchester. Grieg stellte die Suiten aus der Bühnenmusik zusammen, ließ dabei aber die gesprochenen Dialoge und den Gesang weg. Dadurch konnten die Stücke unabhängig vom Theaterstück im Konzertsaal aufgeführt werden.

Entstehung

Henrik Ibsen und Edvard Grieg lernten sich 1866 in Rom kennen, wurden aber nicht Freunde. Ibsen arbeitete damals an Peer Gynt, einem dramatischen Gedicht nach norwegischen Märchen von Peter Christen Asbjørnsen. Nach dem Erfolg der Dichtung wollte Ibsen daraus ein Bühnenstück machen und beauftragte Grieg mit der Musik.

Das Theaterstück mit Griegs Schauspielmusik wurde am 24. Februar 1876 uraufgeführt. Später glaubte Grieg, dass seine Bühnenmusik außerhalb Norwegens nicht gut angenommen würde. Deshalb stellte er 1888 und 1891 zwei Orchestersuiten daraus zusammen.

Die erste Suite, op. 46, entstand in der Dachgeschosswohnung des C. F. Peters Musikverlags in der Talstraße 10 in Leipzig. Grieg vollendete sie am 18. Januar 1888. Die Uraufführung fand am 1. November 1888 im Leipziger Gewandhaus unter Carl Reinecke statt. Die zweite Suite, op. 55, vollendete Grieg am 12. September 1891. Sie wurde am 14. November 1891 in Christiania, dem heutigen Oslo, uraufgeführt, und zwar zu Griegs 25-jährigem Jubiläum als Dirigent unter seiner eigenen Leitung.

Aufbau der Suiten

Suite Nr. 1, op. 46, besteht aus vier Sätzen. Der erste Satz heißt Morgenstimmung / Morgenstemning und trägt die Tempobezeichnung Allegretto pastorale. Der zweite Satz ist Åses Tod / Åses død mit der Angabe Andante doloroso. Der dritte Satz heißt Anitras Tanz / Anitras dans und steht im Tempo di Mazurka. Der vierte Satz ist In der Halle des Bergkönigs / I Dovregubbens hall mit der Angabe Alla marcia e molto marcato.

Die Besetzung ist je nach Satz unterschiedlich. Morgenstimmung verwendet die Besetzung 2222-4200-Pk-Str. Åses Tod ist nur für Streicher gesetzt. Anitras Tanz ist für Triangel und Streicher gesetzt. In der Halle des Bergkönigs verwendet 2(+Picc)222-4231-Pk-Gr. Tr.-Bk-Str.

Suite Nr. 2, op. 55, enthält ebenfalls vier Sätze: Der Brautraub. Ingrids Klage / Bruderovet. Ingrids klage mit Allegro furioso-Andante doloroso, Arabischer Tanz / Arabisk dans mit Allegro vivace, Peer Gynts Heimkehr. Stürmischer Abend auf dem Meer / Peer Gynts hjemfart. Stormfull aften på havet mit Allegro agitato sowie Solveigs Lied / Solveigs sang mit Andante-Allegretto tranquillamente.

Die Reihenfolge der Sätze entspricht nicht der Reihenfolge der Stücke im Drama. Grieg schuf selbst auch Fassungen der beiden Suiten für Klavier zu zwei und zu vier Händen.

Bekannte Bearbeitungen und Verwendungen

Besonders bekannt ist Morgenstimmung, der erste Satz der Peer-Gynt-Suite Nr. 1. Das Stück wird häufig in Werbung, Film und Fernsehen verwendet und zählt deshalb zu den bekanntesten klassischen Melodien. 1998 nutzte das Produzententeam In-Mood zusammen mit Juliette das Thema in Ocean of Light als Hookline. Außerdem ist Morgenstimmung die ausschließliche Trailermusik für die 2. Staffel der norwegischen Fernsehserie SKAM.

Auch Solveigs Lied aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 2 wurde aufgegriffen: Die amerikanische Metalband Kamelot verwendete die bekannte Melodie in ihrem Song Forever. 1957 wurden Melodien aus Peer Gynt für den Soundtrack des US-Films The Pied Piper of Hamelin interpretiert.

Sehr bekannt ist außerdem In der Halle des Bergkönigs. Eine frühe bekannte Verwendung findet sich im deutschen Tonfilm M von Fritz Lang aus dem Jahr 1931. Dort pfeift der Serienmörder Hans Beckert, gespielt von Peter Lorre, das Stück; es wird dadurch zu seiner Erkennungsmelodie und ist die einzige Musik im Film.

1960 schrieb Duke Ellington eine Jazzinterpretation der beiden Peer-Gynt-Suiten für Orchester mit dem Titel Swinging Suites by Edward E. & Edward G. Der norwegische Grieg-Fonds wertete diese Bearbeitung als „Perversion der nationalromantischen Grieg-Musik“ und ließ den Plattenverkauf in Norwegen verbieten.

Weitere Bearbeitungen von In der Halle des Bergkönigs stammen unter anderem von Savatage, The Who, Ritchie Blackmores Rainbow, Helloween, Apocalyptica, Electric Light Orchestra sowie Martin Kolbe und Ralf Illenberger. Die DDR-Band Electra veröffentlichte 1976 eine Rockadaption auf der Langspielplatte Adaptionen. Das Stück erscheint außerdem in Filmen und Serien wie Der Doktor und das liebe Vieh, Rat Race von 2001, The Dudesons und The Social Network. Für The Social Network wurde eine düstere, elektronisch-industriell geprägte Fassung von Trent Reznor und Atticus Ross verwendet; nach Reznors Angaben dauerte die Fertigstellung mehrere Wochen.

Aufnahmen

Der Artikel nennt mehrere wichtige Einspielungen der Peer-Gynt-Suiten Nr. 1 und Nr. 2. Dazu gehören Aufnahmen mit der Academy of St Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner von 1997, den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan von 1971, dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Sakari Oramo von 2000, dem Bournemouth Symphony Orchestra unter Paavo Berglund, dem Göteborger Symphonie-Orchester unter Neeme Järvi von 1987 und 1993 sowie dem Ulster Orchestra unter Vernon Handley.

Außerdem werden Aufnahmen der Bühnenmusik Peer Gynt genannt: Höhepunkte aus der Bühnenmusik mit den Berliner Philharmonikern unter Jeffrey Tate von 1997, die vollständige Bühnenmusik in der Originalfassung mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Herbert Blomstedt von 1979 und eine Aufnahme mit dem Bergen Philharmonic Orchestra unter Ole Christian Ruud von 2003. Genannt wird auch Three Suites, Duke Ellingtons Bigband-Fassung von Griegs Peer-Gynt-Suite aus dem Jahr 1960.

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