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Palast Orchester

Das Berliner Palast Orchester wurde 1986 gegründet. Es spielt vorwiegend Schlager-, Tanz- und Unterhaltungsmusik der 1920er und 1930er Jahre.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und musikalisches Profil
  2. 2. Gründung und Durchbruch
  3. 3. Internationale Auftritte und besondere Projekte
  4. 4. Besetzung und Instrumente
  5. 5. Alben und kommerzielle Erfolge

Überblick und musikalisches Profil

Das Palast Orchester ist ein 1986 gegründetes Berliner Ensemble. Unter dem Namen Max Raabe & Palast Orchester spielt es vor allem Schlager-, Tanz- und Unterhaltungsmusik der 1920er und 1930er Jahre. Max Raabe ist Sänger und künstlerischer Leiter.

Das Repertoire besteht hauptsächlich aus Original-Arrangements deutscher Schlager dieser Zeit. Hinzu kommt zeitgenössische Unterhaltungsmusik aus den USA, Frankreich, Italien und Südamerika. In den Konzertprogrammen werden diese historischen Stücke mit eigenen Kompositionen von Max Raabe verbunden. Dadurch pflegt das Orchester einerseits den Klang der 1920er und 1930er Jahre und überträgt andererseits auch neuere Musik in diesen Stil.

Gründung und Durchbruch

Das Palast Orchester wurde 1986 von zwölf Musikstudenten gegründet, um Unterhaltungsmusik aus der Weimarer Zeit zu spielen. Die musikalische Leitung übernahm zunächst Michaela Hüttich; Max Raabe war für den Gesang zuständig und wurde später selbst Leiter.

Den Durchbruch erreichte das Orchester 1994 durch seine Mitwirkung im Film „Der bewegte Mann“ und das darin gespielte Lied „Kein Schwein ruft mich an“. Einen weiteren wichtigen Erfolg erzielte es 2002 mit dem Echo Klassik für das Album „Charming Weill“.

Zu den öffentlichkeitswirksamen Auftritten gehörten der deutsche Bundespresseball und der Wiener Opernball 2000. Eine eigene Palast-Revue wurde unter anderem im Berliner Wintergarten, in der Alten Oper Frankfurt, im Deutschen Theater München und im Wiener Ronacher gezeigt.

Internationale Auftritte und besondere Projekte

Mit wachsender internationaler Bekanntheit unternahm das Orchester Konzertreisen nach Italien, Frankreich, England, China, Japan und Skandinavien. Bis zum Beginn der Pandemie 2020 reiste es jedes Jahr in die USA und nach Canada. Dort trat es in bedeutenden Konzertsälen auf, darunter die Davies Hall in San Francisco, die Chicago Symphony Hall, die Boston Symphony Hall und die Carnegie Hall in New York.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt 2010 eine Tournee durch Israel. Eine Dokumentation über diese Konzertreise eröffnete 2012 die jüdischen Filmfestspiele in Berlin und wurde außerdem auf jüdischen Filmfestspielen in New York, Jerusalem und San Francisco gezeigt. Am 20. Februar 2013 war das Orchester im Fernsehfilm „Nacht über Berlin“ im Ersten zu sehen.

Im November 2019 spielte Max Raabe & Palast Orchester im Berliner Clärchens Ballhaus ein live aufgezeichnetes „MTV Unplugged“-Konzert, das als CD und DVD veröffentlicht wurde. Als Gäste wirkten Künstler mit, die normalerweise nicht mit dem Genre des Orchesters verbunden werden: Herbert Grönemeyer, LEA, Lars Eidinger, Pawel Popolski, Samy Deluxe, Namika und Mr. Lordi.

Besetzung und Instrumente

Die Besetzung verbindet Gesang mit den typischen Instrumenten eines Tanz- und Unterhaltungsorchesters. Neben Max Raabe gehören dazu Cecilia Crisafulli an der Violine; Sven Bährens an Altsaxophon, Klarinette und Bassklarinette; Bernd Hugo Dieterich an Kontrabass und Sousaphon; Fabio Duwentester an Schlagzeug und Percussion; Martin Sander und Thomas Huder an den Trompeten; Johannes Ernst an Altsaxophon und Klarinette; Rainer Fox an Bariton- und Basssaxophon sowie Klarinette; Bernd Frank an Tenorsaxophon und Klarinette; Uli Hoffmeier an Gitarre, Banjo und Geige; Ian Wekwerth an Klavier und Akkordeon sowie Mohamed Gamal Aly an der Posaune. Einige Mitglieder übernehmen zusätzlich Gesang.

Zu den früheren Mitgliedern zählen unter anderem die erste musikalische Leiterin Michaela Hüttich, die Violinistinnen Kaja Kürer, Emily Bowman und Hanne Berger, der Schlagzeuger Vincent Riewe, der Posaunist und Bratschist Jörn Ranke sowie der Trompeter Michael Enders.

Alben und kommerzielle Erfolge

Die Studioalben dokumentieren sowohl die Beschäftigung mit historischer Unterhaltungsmusik als auch eigene Kompositionen und Bearbeitungen neuerer Lieder. Die ersten Veröffentlichungen waren „Folge 1 – Die Männer sind schon die Liebe wert“ im September 1988, „Folge 2 – Kleines Fräulein, einen Augenblick“ im Oktober 1989 und „Folge 3 – Ich hör’ so gern Musik“ 1991. Mit „Folge 8 – Mein kleiner grüner Kaktus“ erreichte das Orchester 1997 erstmals die aufgeführten deutschen Albumcharts: Platz 64 bei sieben Wochen.

2001 und 2002 erschienen „Super Hits“ und „Super Hits 2“. Darauf interpretierte das Ensemble aktuelle Pop-Titel im Stil der 1920er Jahre. „Super Hits 2“ erreichte in Deutschland Platz 49. „Charming Weill: Dance Band Arrangements“, das mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde, erschien am 5. Februar 2001.

Besonders erfolgreich war „Küssen kann man nicht alleine“ von 2011: Das Album erreichte Platz 3 in Deutschland, Platz 11 in Österreich und Platz 39 in der Schweiz, blieb in Deutschland 43 Wochen in den Charts und erhielt dort Platin bei mehr als 200.000 Verkäufen. Eine englische Version unter dem Titel „One Cannot Kiss Alone“ erschien am 21. Februar 2012.

„Für Frauen ist das kein Problem“ erreichte 2013 Platz 2 in Deutschland sowie Gold bei mehr als 100.000 Verkäufen. „Der perfekte Moment … wird heut verpennt“ kam 2017 auf Platz 15 und erhielt ebenfalls Gold bei mehr als 100.000 Verkäufen. „Wer hat hier schlechte Laune“ erreichte 2022 Platz 3 in Deutschland. Das 2023 veröffentlichte Album „Mir ist so nach dir – Klassiker der 20er und 30er“ kam auf Platz 8 in Deutschland, Platz 34 in Österreich und Platz 72 in der Schweiz.

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