Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Olléléwa

Geographie. Bearbeiten. Olléléwa liegt in der Landschaft Damergou in der ... Olléléwa ist im Frühwarnsystem für Ernährungskrisen in einer mittleren …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und grundlegende Einordnung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Bevölkerung und Lebensweisen
  4. 4. Politische Organisation
  5. 5. Wirtschaft, Versorgung und Verkehr

Lage und grundlegende Einordnung

Olléléwa ist eine Landgemeinde im Departement Tanout der Region Zinder im Staat Niger. Sie liegt in der Landschaft Damergou in der Sahelzone bei 14° 30′ nördlicher Breite und 8° 38′ östlicher Länge. Der Hauptort ist das Dorf Olléléwa.

Die Nachbargemeinden sind Gangara im Nordwesten, Tanout im Nordosten, Wamé im Osten, Dakoussa im Südosten, Tirmini im Süden und Falenko im Südwesten. Zum Gemeindegebiet gehören 135 Dörfer, 214 Weiler und 2 Lager. In der Umgebung des Hauptortes wurden die Nigeria-Rennmaus (Gerbillus nigeriae) und die Senegal-Nacktsohlenrennmaus (Taterillus pygargus) nachgewiesen.

Historische Entwicklung

In Olléléwa befindet sich ein traditioneller Herrschaftssitz der Tuareg, der auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Damals ließen sich hier Tuareg aus dem Aïr nieder. Der traditionelle Herrscher von Olléléwa ist dem Sultan von Zinder untergeordnet.

Der deutsche Afrikaforscher Heinrich Barth betrat den Ort am 6. Januar 1851. Zu dieser Zeit war Olléléwa Sitz des früheren Herrschers von Assodé und ein Marktort. Barth zählte es zu den politisch bedeutendsten Dörfern im Damergou. Auch Farara, Koulan Karki und Taghelel waren damals Siedlungen mit einflussreichen Herrschern.

Im Dorf Guidjigaoua bestand ab Mai 1901 der erste französische Verwaltungsposten im Damergou. Im September 1901 wurde er nach Djadjidouna im heutigen Gemeindegebiet von Tanout verlegt. Die heutige Landgemeinde Olléléwa entstand 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Olléléwa.

Bevölkerung und Lebensweisen

Bei der Volkszählung 2012 hatte Olléléwa 116.895 Einwohner in 18.138 Haushalten. 2001 waren es 75.003 Einwohner in 13.063 Haushalten. Im Hauptort wurden 2012 2369 Einwohner in 386 Haushalten gezählt. Zum Vergleich: 2001 lebten dort 1890 Menschen in 329 Haushalten, 1988 waren es 2446 Einwohner in 435 Haushalten.

Die Gemeinde ist Siedlungsgebiet verschiedener Bevölkerungsgruppen: Fulbe, Gobirawa, Iklan, Kanuri, Katsinawa, Damagarawa und Tuareg. Die Hausa-Untergruppe Damagarawa betreibt vor allem Ackerbau. Die Fulbe-Untergruppe Tchilanko’en ist auf Agropastoralismus spezialisiert, also auf die Verbindung von Ackerbau und Viehhaltung.

Fernweidewirtschaft betreiben vor allem die Fulbe-Untergruppen Katchinanko’en, Oudah’en und Wodaabe sowie die Tuareg-Untergruppen Imouzgou und Iwillimiden. Außerdem leben Albourdatan und Araban in der Gemeinde; ihre wichtigste Lebensgrundlage ist der Karawanenhandel.

Politische Organisation

Der Gemeinderat von Olléléwa hat 25 gewählte Mitglieder. Nach den Kommunalwahlen 2020 verteilen sich die Sitze auf 9 für PNDS-Tarayya, 8 für ARD-Adaltchi Mutunchi, 5 für CPR-Inganci, 2 für RDR-Tchanji und 1 für MPR-Jamhuriya.

In 104 Dörfern der Gemeinde, darunter im Hauptort, steht jeweils ein traditioneller Ortsvorsteher an der Spitze. Damit bestehen in Olléléwa sowohl eine gewählte kommunale Vertretung als auch traditionelle lokale Leitungsstrukturen.

Wirtschaft, Versorgung und Verkehr

Im Hauptort sowie in Bakin Birgi, Guézawa und Sabon Kafi finden Wochenmärkte statt. Der Viehmarkt in Bakin Birgi ist der bedeutendste dieser Märkte. Das staatliche Versorgungszentrum CAIMA für landwirtschaftliche Betriebsmittel und Materialien besitzt Verkaufsstellen im Hauptort sowie in Bakin Birgi und Sabon Kafi. Bei Bakin Birgi nahm 2011 eine Erdölraffinerie der Société de Raffinage de Zinder (SORAZ) den Betrieb auf. Die Niederschlagsmessstation im Hauptort liegt auf 400 m Höhe und ist seit 1959 in Betrieb.

Gesundheitszentren des Typs Centre de Santé Intégré (CSI) gibt es im Hauptort und in Baboulwa Koumi, Bakin Birgi, Guézawa und Sabon Kafi. Die Zentren in Bakin Birgi und Sabon Kafi verfügen zusätzlich über ein eigenes Labor und eine Entbindungsstation. Für die Sekundarstufe bestehen die allgemein bildenden Schulen CEG Olléléwa und CEG Sabon Kafi. Berufsausbildungszentren gibt es in Olléléwa und Bakin Birgi. Das CFM Bakin Birgi bietet Lehrgänge in Land-, Forst- und Weidewirtschaft, Metallbau, familiärer Wirtschaft und Tischlerei an.

Die 980,9 Kilometer lange ausgebaute Nationalstraße 11 zwischen Nigeria und Algerien führt durch Bakin Birgi, Guézawa und Sabon Kafi. In Sabon Kafi zweigt die 366,6 Kilometer lange Nationalstraße 32 nach Keita ab; in Guézawa zweigt die 151,3 Kilometer lange Nationalstraße 45 nach Tessaoua ab, die auch durch den Hauptort Olléléwa führt. Die Nationalstraßen 32 und 45 sind in diesem Abschnitt einfache Erdstraßen. Die wenig ausgebaute, 14,25 Kilometer lange Route 739 verbindet Kouyéwa mit Gagaoua.

Olléléwa ist im Frühwarnsystem für Ernährungskrisen in einer mittleren Gefährdungsstufe verzeichnet. Wegen der guten Verkehrsanbindung dient die Gemeinde im Krisenfall jedoch als wichtiger Ausgangspunkt für Hilfeverteilungsmaßnahmen, ähnlich wie die Nachbargemeinde Tirmini.

Weiterlesen