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Ochs und Esel
Ochs und Esel sind seit frühchristlicher Zeit fester Bestandteil der bildlichen Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Krippe, Detail der Schmalseite des …
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Ursprung der Darstellung
Ochs und Esel gehören seit frühchristlicher Zeit zu den bildlichen Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. In der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums (Lk 2,1–20) wird zwar die Futterkrippe erwähnt, in die das neugeborene Kind gelegt wird, nicht aber die Tiere.
Bereits die frühesten erhaltenen Weihnachtsdarstellungen aus dem 4. Jahrhundert zeigen Ochs und Esel. Grundlage dafür waren die typologische Deutung von Jesaja 1,3 und die Paränese, also die religiöse Ermahnung, der Kirchenväter: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“
Das wahrscheinlich nach 600 entstandene Pseudo-Matthäus-Evangelium nahm die Tiere ausdrücklich in die Geburtserzählung auf. Nach Kapitel 14 brachte Maria das Kind am dritten Tag nach der Geburt aus einer Höhle in einen Stall und legte es in eine Krippe. Dort beteten ein Ochse und ein Esel das Kind an, wodurch sich die Aussage des Propheten Jesaja erfüllte. Als Bestandteil der „Legenda aurea“ aus dem 13. Jahrhundert beeinflusste das Pseudo-Matthäus-Evangelium die spätmittelalterliche Ikonografie, also die überlieferten Bildmotive, stark.
Religiöse Bedeutung
Ochs und Esel gelten in den Darstellungen nicht einfach als Stalltiere, sondern als Allegorie, also als bildliche Darstellung einer übertragenen Bedeutung. Die scheinbar unvernünftigen Tiere erkennen ihren Herrn und den Ort ihrer Nahrung. Damit erscheinen sie klüger als Menschen, die trotz ihrer Vernunft keine Einsicht besitzen.
Die Kirchenväter deuteten den Ochsen als Sinnbild für das Volk Israel. Manchmal trägt er ein Joch, das für das jüdische Gesetz steht. Der Esel verkörpert die Heiden, die mit der Last des Götzendienstes belastet sind. Nach dieser Auslegung erkennt das Judentum zwar seinen Herrn an, erkennt ihn jedoch nicht in dem Kind; die Heiden wenden sich dagegen dem richtigen Glauben zu.
Gregor von Nyssa führte diese Deutung weiter: Zwischen den an das Gesetz gebundenen Juden und den vom Götzendienst belasteten Heiden liegt der Gottessohn, der beide von ihren Lasten befreit.
Entwicklung des Weihnachtsbildes
Seit dem 4. Jahrhundert gehören Ochs und Esel zum Weihnachtsbild. Maria erscheint an der Krippe dagegen erst ab dem 5. Jahrhundert, nach dem Konzil von Ephesos. Ab dem 6. Jahrhundert treten die Tiere in den Hintergrund; Maria und das Kind werden zum Mittelpunkt der Darstellung. Diese bildlichen und theologischen Überlieferungen flossen im 7. Jahrhundert in das Pseudo-Matthäus-Evangelium ein.