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Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr
Aufbau der Gefahrnummer ; 2, entweichen von Gas ; 3, Entzündbarkeit ; 5, entzündende (oxidierende) Wirkung ; 6, Giftigkeit.
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Bedeutung und Einsatz
Die Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr, kurz Gefahrnummer, ist eine einheitlich festgelegte Kennnummer für gefährliche Stoffe. Sie steht als obere Nummer auf der orangefarbenen Gefahrentafel eines Gefahrguttransports und beschreibt die Gefahr, die vom Transportgut ausgeht. Die untere Nummer ist davon zu unterscheiden: Sie heißt UN-Nummer oder Stoffnummer und kennzeichnet den Stoff selbst.
Die Gefahrnummer ist im ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) und im RID (Regelung für den internationalen Eisenbahntransport gefährlicher Güter) definiert. Bei einem Unglück sollen Gefahrnummer und UN-Nummer der Polizei- oder Feuerwehrleitstelle mitgeteilt werden. Zusammen mit ERI-Cards helfen sie Feuerwehren und anderen Behörden, das Gefährdungspotenzial rasch zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Ziffern und Aufbau
Eine Gefahrnummer hat zwei oder drei Ziffern. Die erste Ziffer bezeichnet die Hauptgefahr, weitere Ziffern Nebengefahren. Eine Wiederholung der ersten Ziffer verstärkt die Hauptgefahr: 22 steht zum Beispiel für tiefgekühltes Gas, 88 für einen sehr stark ätzenden Stoff. Ein vorangestelltes X bedeutet, dass der Stoff gefährlich mit Wasser reagiert und nicht mit Wasser in Berührung gebracht werden darf; dies ist besonders für die Wahl des Löschmittels wichtig.
Die wichtigsten Ziffern sind: 2 = Gefahr des Entweichens von Gas durch Druck oder chemische Reaktion; 3 = Entzündbarkeit von Flüssigkeiten, Gasen oder Dämpfen beziehungsweise selbsterhitzungsfähiger flüssiger Stoff; 4 = Entzündbarkeit oder Selbsterhitzungsfähigkeit fester Stoffe; 5 = oxidierende, also brandfördernde Wirkung; 6 = Giftigkeit oder Ansteckungsgefahr; 7 = Radioaktivität; 8 = Ätzwirkung; 9 an erster Stelle = umweltgefährdender oder verschiedener gefährlicher Stoff, an zweiter oder dritter Stelle = mögliche spontane heftige Reaktion. Die 0 ist nur ein Platzhalter der zweiten Stelle und bedeutet keine besondere Gefahr.
Im Allgemeinen entsprechen die Ziffern den Gefahrgutklassen. Für Stoffe der Klasse 1 wird statt einer solchen Zahl der Klassifizierungscode verwendet, der aus Unterklasse und Buchstaben der Verträglichkeitsgruppe besteht, zum Beispiel 1.5 D.
Gasförmige, flüssige und feste Stoffe
Bei Gasen steht 20 für ein reaktionsträges Gas, 22 für tiefgekühltes Gas, 23 für brennbares Gas, 25 für brandförderndes Gas, 26 für giftiges Gas und 28 für ätzendes Gas. Kombinationen benennen zusätzliche Gefahren, etwa 236 für brennbares, giftiges Gas, 265 für giftiges und brandförderndes Gas sowie 268 für giftiges, ätzendes Gas.
Bei Flüssigkeiten bedeutet 30 einen entzündbaren Stoff mit Flammpunkt von 23 °C bis einschließlich 61 °C; auch bestimmte erhitzte oder selbsterhitzungsfähige Flüssigkeiten gehören dazu. 33 steht für leicht entzündbare Flüssigkeit mit Flammpunkt unter 23 °C, 333 für selbstentzündliche (pyrophore) Flüssigkeit. 36 und 38 ergänzen die Entzündbarkeit um Giftigkeit beziehungsweise Ätzwirkung, 336 bedeutet leicht entzündbar und giftig, 338 leicht entzündbar und ätzend. Die 9 als letzte Ziffer, etwa bei 339 oder 39, weist auf die Möglichkeit einer spontanen heftigen Reaktion hin. 323, 362 und 382 bezeichnen Stoffe, die mit Wasser entzündbare Gase bilden; bei X323, X362 oder X382 reagiert der Stoff mit Wasser gefährlich. Wasser darf dann nur im Einverständnis mit Sachverständigen verwendet werden.
Bei festen Stoffen steht 40 für einen entzündbaren oder selbsterhitzungsfähigen Stoff, 43 für einen pyrophoren und 44 für einen entzündbaren Stoff in geschmolzenem Zustand bei erhöhter Temperatur. 46 und 48 bedeuten zusätzlich giftig beziehungsweise ätzend. 423, 462 und 482 kennzeichnen feste Stoffe, die mit Wasser entzündbare Gase bilden. Ein vorangestelltes X weist auch hier auf eine gefährliche Reaktion mit Wasser hin; bei X462 können giftige, bei X482 ätzende Gase entstehen.
Weitere Gefahrgruppen
Oxidierende oder brandfördernde Stoffe haben vor allem die Nummern 50, 55, 56 und 58. 50 bedeutet brandfördernder Stoff, 55 stark brandfördernder Stoff, 56 brandfördernd und giftig, 58 brandfördernd und ätzend. 539 steht für ein entzündbares organisches Peroxid. Die Endziffer 9, etwa in 559 oder 59, zeigt wieder eine mögliche spontane heftige Reaktion an.
Bei giftigen Stoffen bedeutet 60 giftig oder schwach giftig, 606 ansteckungsgefährlich und 66 sehr giftig. 63 und 64 verbinden Giftigkeit mit Entzündbarkeit, 65 mit brandfördernder Wirkung, 68 mit Ätzwirkung. Beispiele weiterer Kombinationen sind 638 für giftig, entzündbar und ätzend sowie 668 für sehr giftig und ätzend.
Für radioaktive Stoffe steht 70; 77 bedeutet hochradioaktiv. 75 bezeichnet radioaktiv und brandfördernd, 78 radioaktiv und ätzend, 768 radioaktiv, giftig und ätzend.
Bei ätzenden Stoffen bedeutet 80 ätzend oder schwach ätzend, 88 stark ätzend. Weitere Ziffern nennen zusätzliche Eigenschaften, zum Beispiel 83 für ätzend und entzündbar, 85 für ätzend und brandfördernd, 86 für ätzend und giftig. X80, X88 oder X886 weisen zusätzlich auf eine gefährliche Reaktion mit Wasser hin. 90 steht für umweltgefährdende oder verschiedene gefährliche Stoffe; 99 bedeutet verschiedene gefährliche Stoffe in erwärmtem Zustand.
Typische Beispiele und andere Systeme
Dieselkraftstoff oder Heizöl trägt die UN-Nummer 1202 und die Gefahrnummer 30. Der Stoff ist entzündlich, hat aber einen Flammpunkt über 55 °C und ist mit Gefahrzettel 3 gekennzeichnet. Benzin hat die UN-Nummer 1203 und die Gefahrnummer 33: Es ist ein leicht entzündbarer flüssiger Stoff mit Flammpunkt unter 20 °C. Arsen, UN 1558, hat die Gefahrnummer 60 und gilt als giftig. Arsensäure, UN 1553/1554, hat die Gefahrnummer 66 und gilt als sehr giftig; beide sind mit 6.1 bezettelt.
Außerhalb von ADR und RID gibt es weitere Kennzeichnungssysteme, darunter den HAZCHEM Emergency Action Code im Vereinigten Königreich und den NFPA Hazard Diamond in den USA.