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Musikjournalismus

Musikjournalismus ist eine Form des Kulturjournalismus, die sich auf Musik spezialisiert hat. Er wird in unterschiedlichen Medien, etwa Print, Hörfunk, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Typische Inhalte und journalistische Formen
  3. 3. Medien und Spezialisierung
  4. 4. Entwicklung und Ausbildung

Aufgabe und Bedeutung

Musikjournalismus ist eine Form des Kulturjournalismus, die auf Musik spezialisiert ist. Er informiert, ordnet ein und bewertet Themen des Musiklebens. Beiträge erscheinen in Printmedien, Hörfunk, Fernsehen und Internet; außerdem gibt es Buch- und CD-Publikationen.

Welche Themen und welche Bedeutung sie erhalten, hängt stark vom veröffentlichenden Medium ab. Regionale Medien berichten vor allem über Veranstaltungen ihrer Region. Überregionale Medien konzentrieren sich meist auf wichtige kulturelle Standorte in Ballungsgebieten. In Deutschland ist Bayreuth mit den regelmäßig stattfindenden Richard-Wagner-Festspielen eine Ausnahme.

Typische Inhalte und journalistische Formen

Musikjournalismus umfasst unter anderem Ankündigungen von Live-Konzerten, musikalischen Wettbewerben, Opernaufführungen sowie CD- und DVD-Neuerscheinungen. Hinzu kommen Interviews mit Künstlern, etwa Solisten, Dirigenten und Bandmitgliedern, sowie mit Konzertveranstaltern, Intendanten, Musikwissenschaftlern und gegebenenfalls Moderatoren.

Wichtige Aufgaben sind fundierte Musikkritiken und Rezensionen. Eine Kritik oder Rezension bewertet und bespricht beispielsweise Premieren, Konzerte, Festivals oder CD-/DVD-Neuerscheinungen. Weitere Beiträge behandeln Neuigkeiten aus Opernhäusern und Konzertsälen, etwa Intendantenwechsel, Theaterschließungen oder Etatkürzungen, sowie Kulturpolitik und deren mögliche Auswirkungen auf das Musikleben.

Daneben gehören Nachrufe auf bedeutende verstorbene Künstler, Beiträge zu Jubiläen, Beschreibungen musikalischer Stilrichtungen und ihrer wichtigsten Vertreter sowie Berichte über ästhetische Diskussionen, Musikmanagement und Musikmarkt dazu. Auch umfassende Biographien von Künstlern und Musikstilen können Teil des Musikjournalismus sein. Verwendet werden die üblichen journalistischen Formen wie Bericht, Kommentar, Interview, Kritik und Rezension. Hörfunk und Fernsehen nutzen zusätzlich unmittelbare Aussagen von Besuchern.

Medien und Spezialisierung

Musikjournalisten spezialisieren sich häufig auf einzelne Sparten. Beispiele sind Klassische Musik im Kulturradio oder Pop im Formatradio. Besonders bei Printmedien überschneiden sich Musikjournalismus und Musikwissenschaft häufig: Musikwissenschaft untersucht Musik wissenschaftlich, während Musikjournalismus sie für ein Publikum vermittelt, beschreibt und bewertet.

Entwicklung und Ausbildung

Die Geschichte beginnt 1798 mit der in Leipzig von Gottfried Christoph Härtel und Friedrich Rochlitz gegründeten Allgemeinen musikalischen Zeitung. Sie enthielt Musikberichte und Kritiken und erschien bis 1882. 1834 kam die Neue Zeitschrift für Musik hinzu. Als Vertreter der Musikkritik werden Robert Schumann, Friedrich Nietzsche, George Bernhard Shaw und Romain Rolland genannt. Mit dem Erscheinen des Billboard Magazins in den USA wurde die Fachrichtung 1894 populär. Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten, etwa spezialisierte Blogs und Homepages.

Der Beruf Journalist ist nicht geschützt. Häufig sind ein Musik- oder Musikwissenschaftsstudium zusammen mit Berufspraxis. Spezielle Studienangebote gibt es an Universitäten, Musikhochschulen und Fachhochschulen. Die Hochschule für Musik Karlsruhe bildet seit 1995 Musikjournalisten aus; seit 2007 bietet ihr Institut für Musikjournalismus Bachelor- und Masterstudiengänge für Radio, TV und Internet an. Der junge Kulturkanal verbindet Lehrveranstaltungen für Radio und TV mit einem praktischen UKW-Sendebetrieb von 45 Stunden pro Woche.

Die Technische Universität Dortmund bietet seit dem Wintersemester 2010/2011 als einzige deutsche Universität einen grundständigen Bachelor- und einen weiterführenden Masterstudiengang Musikjournalismus und Musikvermittlung an. Die Ausbildung umfasst Radio, TV, Print, Online und Social Media sowie Musik von Klassischer Musik bis zu Trends der Popkultur; unter dem Label terzwerk gehören redaktionelle Arbeit und Sendungsproduktion mit nrwision und eldoradio dazu. Weitere Angebote sind der Master Musikjournalismus in Hannover, der Master Musikjournalismus im öffentlichen und privaten Rundfunk in München sowie der Nachdiplomstudiengang CAS Musikjournalismus der Kalaidos Fachhochschule in Aarau. Studiengänge zu Kulturjournalismus, Musikmanagement sowie Musik und Medien berühren das Feld ebenfalls, meist jedoch nicht als Schwerpunkt.

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