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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Monika Wolting

Seit 2013 ist sie Sprecherin des Internationalen Christa-Wolf-Zentrums (Forschungszentrum für deutsche und polnische Gegenwartsliteratur und -kultur).

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und akademischer Werdegang
  2. 2. Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit
  3. 3. Publikationen und Themen
  4. 4. Auszeichnungen

Person und akademischer Werdegang

Monika Małgorzata Wolting (geb. Dziuba; * 16. Mai 1972 in Słupsk, Polen) ist eine polnische Germanistin und Literaturwissenschaftlerin. Sie ist Ordentliche Professorin für Neuere Deutsche Literatur am Lehrstuhl für deutsche Literatur und Kultur nach 1945 des Germanistikinstituts der Universität Wrocław.

Nach dem Abitur 1992 studierte sie von 1992 bis 1997 Germanistik an der Akademia Pomorska in Słupsk und an der Universität Danzig. Danach studierte sie zeitweise Germanistik an der Universität Düsseldorf und absolvierte ein Doktorandenstudium an der Universität Warschau. Dort wurde sie 2002 an der Humanistischen Fakultät mit der Dissertation „Das Brunnenmotiv in der deutschen Literatur und Kultur“ promoviert. Seit 2003 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Wrocław. Ihre Habilitation erfolgte 2010 mit der Schrift „Der Garten als Topos im Werk von Marie Luise Kaschnitz, Undine Gruenter und Sarah Kirsch“.

Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit

Wolting erforscht vor allem deutsche Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu ihren Arbeitsfeldern gehören Literaturvermittlung sowie Produktions-, Rezeptions- und Wirkungsforschung. Rezeptionsforschung untersucht, wie Literatur aufgenommen wird; Wirkungsforschung fragt nach ihren Folgen. Weitere Schwerpunkte sind Literatur und Ästhetik, Literaturkritik, Narratologie – die Lehre vom Erzählen –, Gedächtnisforschung, Migrationsforschung, Kriegsliteratur und Medien im 20. und 21. Jahrhundert.

Ein wichtiges Feld sind die Beziehungen zwischen polnischer und deutscher Literatur sowie die Popularisierung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. Außerdem arbeitet sie zu System- und Modernisierungstheorie. Sie kooperiert mit NASK, der Bundeswehr und der NATO und ist selbst Literaturkritikerin. Gastprofessuren hatte sie unter anderem an Universitäten in Wien, Gießen, Tübingen, St. Petersburg, Madrid, Dschang, Athen und Urbino.

Von 2015 bis 2019 leitete sie die AvH-Stiftung-Institutspartnerschaft. Seit 2019 wirkt sie im Projekt „Cassandra. Literatur als Frühwarnsystem“ mit. Sie ist seit 2013 Sprecherin des Internationalen Christa-Wolf-Zentrums, eines Forschungszentrums für deutsche und polnische Gegenwartsliteratur und -kultur. Seit 2015 ist sie stellvertretende Präsidentin der Goethe-Gesellschaft Polen und der Grass-Gesellschaft in Danzig sowie Co-Leiterin des von Jürgen Wertheimer geleiteten Cassandra-Projekts am Weltethos-Institut Tübingen.

Publikationen und Themen

Wolting verfasst Monographien, Sammelbände und Editionen zur deutschen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie schrieb mehr als 130 wissenschaftliche Aufsätze. Darin behandelt sie unter anderem Sarah Kirsch, Undine Gruenter, Hermann Hesse, Christa Wolf, Brigitte Reimann, Günter Grass, Jenny Erpenbeck, Sabrina Janesch, Olga Grjasnowa, Katja Petrowskaja, Artur Becker, Matthias Nawrat, Olga Tokarczuk, Jacek Dehnel und Marie Luise Kaschnitz. Wiederkehrende Themen sind die Topoi Brunnen, Garten und Stadt sowie deutsch-polnische Literaturbeziehungen. Ein Topos ist ein wiederkehrendes Motiv oder Denkbild in Literatur und Kultur.

Zu ihren Monographien zählen „Konflikte. Literarische Auseinandersetzungen mit Gegenwart und Zukunft“ (2022) und „Der neue Kriegsroman. Repräsentationen des Afghanistankriegs in der deutschen Gegenwartsliteratur“ (2019). Letztere enthält Gespräche mit Dorothea Dieckmann, Jochen Rausch und Norbert Scheuer. Weitere Monographien sind „Der Garten als Topos im Werk von Marie Luise Kaschnitz, Undine Gruenter und Sarah Kirsch“ (2009) und „Motyw studni w literaturze niemieckiej. Studium kulturoznawcze“ (2005). Gemeinsam mit Stephan Wolting veröffentlichte sie 2009 „Dies ist Pommern. Ein literarisch-künstlerischer Reisebegleiter“.

Als Herausgeberin verantwortete sie unter anderem Bände zu deutscher Identität und Literatur seit 1989, zu Urbanität, Postmigration, Transkultur, Globalisierung, utopischen und dystopischen Weltentwürfen, neuem historischem Erzählen sowie Deutschland- und Polenbildern nach 1989. Beispiele aus ihren Aufsätzen sind Arbeiten über Ulrike Draesners literarisches Schaffen, den Heimkehrerroman der Gegenwart, Migrationsliteratur am Beispiel von Olga Grjasnowas Roman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, den Afghanistankrieg in Literatur sowie Christa Wolfs Rezeption in Polen.

Auszeichnungen

Für ihre Doktorarbeit erhielt Wolting 2002 den Rektorpreis der Universität Warschau; für ihre Habilitationsschrift folgte 2010 der Rektorpreis der Universität Breslau. Weitere Auszeichnungen waren der Preis des Instituts für Germanistik der Universität Breslau 2015 sowie Rektorpreise der Universität Breslau 2016, 2020 für den Band „Der neue Kriegsroman“, 2023 und 2024.

2020 wurde sie außerdem von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland als „Verdiente Versöhner“ ausgezeichnet.

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