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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Mikropolyphonie

Aufgrund des hohen klangfarblichen Verschmelzungsgrades der einzelnen Stimmen zählt die Mikropolyphonie zu den musikalisch impressionistischen Satztechniken.

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip der Mikropolyphonie
  2. 2. Mikropolyphonie bei Ligeti

Grundprinzip der Mikropolyphonie

Mikropolyphonie ist in der Musikwissenschaft eine polyphon ausgeführte Satztechnik. Polyphon bedeutet, dass mehrere selbständige oder kontrapunktisch geführte Stimmen gleichzeitig erklingen. Bei der Mikropolyphonie wird die Anzahl dieser Stimmen stark erhöht; oft sind es mehr als 10 Stimmen.

Die einzelnen Stimmen sind wegen des hohen Grades an klangfarblicher Verschmelzung häufig kaum noch getrennt wahrnehmbar. Stattdessen entsteht ein sich verändernder Gesamtklang. Deshalb zählt die Mikropolyphonie zu den musikalisch impressionistischen Satztechniken. Im 20. Jahrhundert wurde sie vor allem von György Ligeti entwickelt; frühere mikropolyphone Werke finden sich jedoch beispielsweise auch bei Thomas Tallis.

Mikropolyphonie bei Ligeti

Zu Beginn der 1960er Jahre entwickelte György Ligeti die Mikropolyphonie in zahlreichen Werken weiter. Ein wichtiges Beispiel ist Atmosphères, mit dem ihm der allgemeine Durchbruch gelang. Dort sind die einzelnen Stimmen nicht mehr als eigenständige Stimmen erkennbar. Sie verschmelzen im Sinne der Klangflächenkomposition zu einem ständig wandelnden Gesamtklang.

Etwa ab der Mitte der 1960er Jahre treten Tonhöhen und Intervalle wieder deutlicher hervor, unter anderem in Lux Aeterna und Lontano. Ligeti verwendet die Mikropolyphonie hier als Mikrokanon. Dabei breitet sich eine Tonfolge über mehrere Stimmen aus, wobei die Einsätze der Stimmen in sehr kurzen Zeitabständen aufeinanderfolgen.

Durch dieses Verfahren können sich auch harmonische Veränderungen, die zunächst in einer einzelnen Stimme beginnen, schrittweise über den gesamten Klangkörper ausbreiten.

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