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Michael E. Porter
Michael Eugene Porter (* 23. Mai 1947 in Ann Arbor, Michigan) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Universitätsprofessor für Wirtschaftswissenschaft am …
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Grundidee und Bedeutung
Michael Eugene Porter (* 23. Mai 1947 in Ann Arbor, Michigan) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Universitätsprofessor für Wirtschaftswissenschaft am Institute for Strategy and Competitiveness an der Harvard Business School. Er gilt als einer der führenden Managementtheoretiker und wurde in mehreren Rankings zu einem der einflussreichsten Managementdenker gewählt.
Wichtig ist Porter vor allem für das strategische Management. Damit ist die Lehre gemeint, wie Unternehmen langfristige Entscheidungen über Wettbewerb, Positionierung und Vorteile gegenüber Konkurrenten treffen. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen Strategie und Wettbewerb: für einzelne Unternehmen, Regionen und ganze Volkswirtschaften. Sein Buch Competitive Advantage von 1985 gilt als Standardwerk der Managementliteratur.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit berät Porter Unternehmen und Regierungen. Außerdem ist er Mitgründer der Managementberatung Monitor.
Zentrale Modelle
Mehrere bekannte Modelle und Managementkonzepte gehen auf Porters wissenschaftliche Arbeit zurück. Die Branchenstrukturanalyse beschreibt, wie die Wettbewerbsmechanismen eines Marktes untersucht werden können. Eng damit verbunden ist das Fünf-Kräfte-Modell, mit dem die Attraktivität einer Branche oder eines Marktes durch Wettbewerbskräfte analysiert wird.
Die Wertkette, englisch Value Chain, stellt den Produktionsprozess und die Tätigkeiten eines Unternehmens in einem logischen Zusammenhang dar. Das Modell hilft, strategische Fragen abzuleiten, etwa wo ein Unternehmen besondere Stärken entwickeln oder Kosten senken kann.
Porter formulierte außerdem das Konzept generischer Strategien. Danach gibt es grundsätzlich drei erfolgreiche Wettbewerbsstrategien: Segmentierung, Differenzierung und Kostenführerschaft. Segmentierung meint die Ausrichtung auf bestimmte Marktbereiche, Differenzierung die Abhebung von Konkurrenten durch besondere Merkmale, und Kostenführerschaft den Wettbewerb über besonders niedrige Kosten.
Das Diamanten-Modell beschreibt die Wettbewerbsfähigkeit und Clusterbildung von Volkswirtschaften und Regionen in einzelnen Branchen. Mit Clusterbildung ist gemeint, dass sich Unternehmen, Zulieferer, Forschungseinrichtungen oder andere Akteure einer Branche räumlich oder wirtschaftlich bündeln. Die Porter-Hypothese besagt, dass strenge Umweltregulierung Innovation fördern und dadurch Effizienzgewinne sowie Wettbewerbsvorteile ermöglichen kann.
Politische Bezüge
Porter äußert sich auch zu aktuellen politischen Fragen. Im Artikel wird besonders die Debatte über die Gesundheitsreform in den USA genannt. Damit zeigt sich, dass seine Arbeit nicht nur auf Unternehmensstrategie beschränkt ist, sondern auch auf Fragen angewendet wird, die Regierungen, öffentliche Systeme und gesellschaftliche Organisation betreffen.
Kritik
Porter wurde in der akademischen Welt kritisiert. Ein Vorwurf lautet, seine logische Argumentation sei in manchen Behauptungen inkonsistent. Kritiker bezeichneten einige seiner Schlussfolgerungen zudem als nicht empirisch untersucht und als lediglich auf ausgewählten Fallbeispielen beruhend.
Außerdem wurde behauptet, Porter habe die ursprünglichen Verfasser, auf denen seine Axiome basieren, nicht ausreichend gewürdigt. Axiome sind grundlegende Annahmen, auf denen weitere Überlegungen aufgebaut werden.
Wichtige Veröffentlichungen
Zu Porters Schriften gehören frühe Arbeiten wie Note on the structural analysis of industries von 1974 und Interbrand choice, strategy and bilateral market power von 1976. Im Jahr 1980 erschienen unter anderem Competition in the open economy mit R. E. Caves und A. M. Spence sowie Competitive Strategy. Techniques for Analyzing Industries and Competitors.
Weitere wichtige Veröffentlichungen sind Wettbewerbsstrategie, Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten von 1983, Competitive Advantage von 1985 und The Competitive Advantage of Nations von 1998. Später erschienen unter anderem Can Japan Compete? im Jahr 2000, Redefining Health Care. Creating Value-Based Competition on Results mit Elizabeth Olmsted Teisberg im Jahr 2006 und Creating Shared Value mit Mark R. Kramer in der Harvard Business Review 89(1-2), 2011: 62-77.