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Mesusa

Mesusa (hebräisch מזוזה, auch Mezuzah oder Mesusah, Plural Mesusot) bedeutet „Türpfosten“ und bezeichnet eine Schriftkapsel am Türpfosten, die im Judentum …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und religiöse Grundlage
  2. 2. Orte und Umgang
  3. 3. Befestigung am Türpfosten
  4. 4. Rituale und weitere Bräuche
  5. 5. Pergament, Schrift und Behälter
  6. 6. Mystische Zusätze

Bedeutung und religiöse Grundlage

Die Mesusa bezeichnet im Judentum sowohl eine Schriftkapsel am Türpfosten als auch das darin aufbewahrte beschriftete Pergament. Sie wird auch Schma genannt. Ihre Grundlage bilden die Aufforderungen in Dtn 6,9 und Dtn 11,20: „Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“

Orte und Umgang

In einem traditionellen jüdischen Haushalt befindet sich grundsätzlich an jedem Türrahmen eine Mesusa. Ausgenommen sind Badezimmer beziehungsweise Toiletten sowie Kellertüren und Abstellräume. Räume, in denen gegessen oder geschlafen wird, benötigen eine Mesusa. Für Autos, Schiffe, Zelte und Laubhütten gilt dies auch dann nicht, wenn Menschen darin essen und schlafen.

Führt eine Tür nicht unmittelbar in einen Wohnraum, etwa die Haustür eines Mehrfamilienhauses, ist eigentlich keine Mesusa erforderlich. Dennoch findet man Mesusot häufig dort und auch an Synagogeneingängen.

Bei einem Wohnungswechsel bleiben die Mesusot üblicherweise zurück, wenn jüdische Käufer oder Nachmieter einziehen oder sich durch die Entfernung gekränkt fühlen könnten. Droht dagegen eine Entweihung, müssen sie abgenommen werden. Das Pergament darf nicht im Hausmüll entsorgt werden, sondern erhält wie eine Torarolle eine rituelle Beisetzung. Beim Befestigen einer Mesusa wird ein besonderes Gebet gesprochen.

Befestigung am Türpfosten

Die Mesusa wird in Armreichweite im oberen Drittel des von außen gesehen rechten Türpfostens angebracht. Sie hängt geneigt, wobei ihr oberes Ende zum Raum zeigt. Diese Stellung gilt als Kompromiss zwischen Raschi, der eine senkrechte Anbringung vertrat, und Rabbenu Tam, der eine waagerechte Anbringung befürwortete.

Weitere Deutungen erklären die schräge Lage damit, dass nur Gott Dinge vollkommen „gerade“ machen könne, während menschliches Handeln unvollkommen bleibe. Nach einer anderen Vorstellung ahmt die Neigung die Haltung des Oberkörpers beim Betreten des Raums nach.

Rituale und weitere Bräuche

Manche gläubige Juden berühren beim Betreten eines Raums die Mesusa mit den Fingerspitzen der rechten Hand und führen diese anschließend zum Mund. So wird die Mesusa symbolisch geküsst.

Aus der Mitzwa, also dem religiösen Gebot der Mesusa, entstanden auch säkulare Traditionen. Ihre Anbringung kann mit einem Wohnungseinweihungsfest verbunden werden. Besonders gestaltete Mesusot sind beliebte Geschenke; außerdem gibt es Mesusot, die als Schmuck getragen werden.

Pergament, Schrift und Behälter

Das Pergament heißt Klaf. Darauf schreibt ein eigens ausgebildeter Schreiber, der Sofer, zwei Abschnitte aus dem Schma. Er verwendet ein nichtmetallisches Schreibgerät, gewöhnlich einen Federkiel. Die Tinte stellt der Sofer meist selbst aus Gallapfel, Kupfer- oder Eisensulfat und Gummi arabicum her.

Auf der Rückseite steht Schaddaj (שדי). Die Buchstaben Schin-Dalet-Jud werden als Abkürzung für „schomer daltot Jisrael“, „Hüter der Pforten Israels“, verstanden. Das Pergament wird zusammengerollt und in einen kleinen Behälter gelegt. Dieser kann aus Metall, Keramik, Holz, Glas, Stein oder Kunststoff bestehen. Viele Behälter tragen den hebräischen Buchstaben Schin (ש), der ebenfalls für Schaddaj steht. Das Klaf wird regelmäßig überprüft und bei Beschädigung oder Verfärbung ersetzt.

Mystische Zusätze

Im Mittelalter wurden teilweise unter Schaddaj die drei nichthebräischen Kryptogramme „kosu bemuchsas kosu“ ergänzt. Sie stehen für das hebräische „Adonai elohenu Adonai“, übersetzt: „Der Ewige unser Gott ist der Herr“. Kabbalisten verstanden diese Zeichen als Träger einer geheimen magischen Bedeutung. Jüdische Gelehrte wie Maimonides lehnten solche Zusätze auf dem Pergament ab; heute sind sie selten.

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