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Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change
Lessmann: The atmosphere as a global commons: challenges for international cooperation and governance. In: The Oxford Handbook of the Macroeconomics of Global …
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Aufgabe und Bedeutung
Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) ist ein Berliner Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Grundlagenforschung in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es untersucht, wie weltweit wichtige und frei verfügbare Naturressourcen gemeinsam genutzt und zugleich geschützt werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Wirtschaftswachstum, nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz miteinander vereinbaren lassen.
Solche Ressourcen bezeichnet das MCC als globale Gemeinschaftsgüter. Dazu gehören etwa Atmosphäre, Land, Meere und Wälder. Sie können von vielen Menschen genutzt werden, sind aber durch Übernutzung gefährdet. Daher geht das MCC davon aus, dass ihre nachhaltige Nutzung weltweite Zusammenarbeit und übergeordnete Regeln erfordert. Seit Anfang 2025 ist das MCC Teil des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Aufbau und Arbeitsweise
Das MCC wurde 2012 von der Stiftung Mercator und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gegründet. Sein Sitz befindet sich auf dem EUREF-Campus in Berlin. Das interdisziplinäre Forschungsteam vereint Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Im Jahresdurchschnitt 2023 beschäftigte das Institut 66 Mitarbeiter. Direktor ist der Klimaökonom Ottmar Edenhofer; als Co-Leiter werden die Klimaökonomen Sabine Fuss und Matthias Kalkuhl genannt.
Die Arbeit gliedert sich in Forschung und Politik-Dialog. Beide Bereiche bilden einen Kreislauf: Wissenschaftliche Ergebnisse dienen als Grundlage der Beratung, während der Politik-Dialog selbst fortlaufend wissenschaftlich untersucht und bewertet wird. Auf diese Weise sollen fächerübergreifende Erkenntnisse gewonnen und für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nutzbar gemacht werden.
Forschungsschwerpunkte und Methoden
Die Forschung ist in sechs Arbeitsgruppen und ein Policy Evaluation Lab gegliedert:
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Wirtschaftswachstum und menschliche Entwicklung untersucht die Beziehungen zwischen Wachstum, Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung unter den Bedingungen begrenzter natürlicher Ressourcen.
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Klimaschutz und Entwicklung befasst sich mit dem Zusammenspiel nachhaltiger Entwicklungsprozesse und des Klimaschutzes. Ein Schwerpunkt ist der Strukturwandel.
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Landnutzung, Infrastruktur und Transport erforscht Urbanisierung, Transportsysteme, Bodenrenten und alternative Formen der Landnutzung.
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Nachhaltiges Ressourcenmanagement und globaler Wandel untersucht Mechanismen sowie die Gestaltung von Instrumenten und Lösungsansätzen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement und die Bereitstellung öffentlicher Güter.
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Governance analysiert Möglichkeiten zur Steuerung globaler Gemeinschaftsgüter. Dabei stehen klimapolitisch wichtige Akteure und Institutionen auf unterschiedlichen Ebenen im Mittelpunkt.
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Angewandte Nachhaltigkeitsforschung untersucht, wie wissenschaftliche Erkenntnisse für die Klimapolitik gebündelt und praktisch nutzbar gemacht werden können.
Das Policy Evaluation Lab verbindet moderne Methoden der Kausal- und Wohlfahrtsanalyse mit Big Data und maschinellem Lernen. Kausalanalyse untersucht Ursache-Wirkungs-Beziehungen; Wohlfahrtsanalyse bewertet Auswirkungen auf das gesellschaftliche Wohlergehen. Ziel ist eine evidenzbasierte, also auf überprüfbaren Erkenntnissen beruhende Unterstützung der Umweltpolitik.
Gemeinschaftsgüter und typische Probleme
Die Atmosphäre verdeutlicht das Grundproblem: Als globales Gemeinschaftsgut gehört sie nicht nur einzelnen Staaten oder Regionen, sondern allen. Ohne gemeinsame Regeln besteht die Gefahr der Übernutzung, die als „Tragik der Allmende“ beschrieben wird. Vergleichbare Probleme sind die Überfischung der Weltmeere und die Plünderung von Wildtiervorkommen.
Das MCC beschäftigt sich außerdem mit sozialen Gemeinschaftsgütern. Gemeint sind öffentliche Güter, die den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, sauberem Wasser und weiteren grundlegenden Leistungen ermöglichen. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse identifiziert, bewertet und vermittelt das Institut mögliche Lösungen für solche ökologischen und sozialen Herausforderungen.
Beratung von Politik und Gesellschaft
Der Politik-Dialog berücksichtigt, dass Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung langfristige, komplex miteinander verbundene Aufgaben sind. Einzelne Maßnahmen können verschiedene und teilweise unerwünschte Folgen haben. So kann Biomasse zur Erzeugung „sauberer“ Energie beitragen und die Erderwärmung begrenzen, zugleich aber unter Umständen Entwaldung, Artenverlust oder steigende Nahrungsmittelpreise fördern.
Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass noch große Mengen fossiler Rohstoffe im Boden liegen. Sie müssen überwiegend dort verbleiben, weil der Deponieraum für CO₂ in der Atmosphäre begrenzt ist. Wegen solcher Zusammenhänge müssen die Folgen klimapolitischen Handelns vorausschauend und international betrachtet werden.
Das MCC versteht die Aufgabe der Wissenschaft darin, fundierte Informationsgrundlagen bereitzustellen, ohne politische Entscheidungen vorzugeben. Die Beratung richtet sich unter anderem an Entscheidungsträger in internationalen Organisationen, Parlamenten und öffentlichen Verwaltungen sowie an Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen. Die Querschnittseinheit „Policy Unit“ entwickelt gemeinsam mit den Arbeitsgruppen übergreifende Analysen und Impulse für den öffentlichen Diskurs und gestaltet die Verbindung des Instituts zu Politik und Gesellschaft.
Die damalige MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf wurde im August 2020 in den Expertenrat für Klimafragen berufen. Ottmar Edenhofer wurde im März 2022 Mitglied des European Scientific Advisory Board on Climate Change (ESABCC), dessen Vorsitzender er ist.