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Memorium Nürnberger Prozesse
Das Memorium Nürnberger Prozesse ist ein Museum im Justizpalast in Nürnberg. Es informiert am historischen Ort über die Nürnberger Prozesse, …
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Ort und Bedeutung
Das Memorium Nürnberger Prozesse ist ein historisches Museum im Nürnberger Justizpalast in Nürnberg. Es wurde am 21. November 2010 eröffnet und wird von der Stadt Nürnberg betrieben. Im Jahr 2024 hatte es 158 000 Besucherinnen und Besucher.
Das Museum informiert am historischen Ort über die Nürnberger Prozesse, die von 1945 bis 1949 im Justizpalast stattfanden. Besonders wichtig ist der Schwurgerichtssaal 600, in dem der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher begann. Seit dem 1. März 2020 wird dieser Saal nicht mehr für Gerichtsverhandlungen genutzt, sondern ist Teil der Dauerausstellung und für Besucherinnen und Besucher zugänglich.
Der Prozess von 1945 und 1946
Am 20. November 1945 begann im Schwurgerichtssaal 600 der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des nationalsozialistischen Regimes. Vor dem Internationalen Militärgerichtshof wurden 24 führende Vertreter des NS-Regimes und acht Organisationen angeklagt. Die Anklagepunkte waren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die Richter und Ankläger wurden von den vier Alliierten Mächten gestellt. Der Prozess dokumentierte sehr früh die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland. Dabei wurden wichtige Beweisdokumente gesichert und systematisiert. Diese Dokumente sind bis heute eine wichtige Grundlage für die Forschung.
Der Prozess gilt als bedeutende Etappe bei der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen. Außerdem gab er wichtige Impulse für die Entwicklung einer internationalen Völkerstrafgerichtsbarkeit. Ein heutiges Beispiel dafür ist der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag.
Entstehung des Museums
Im Mai 2000 boten die Museen der Stadt Nürnberg erstmals öffentliche Führungen durch den Saal 600 an Wochenenden an. Die Besucherzahlen stiegen von Jahr zu Jahr. Dadurch wurde deutlich, dass an diesem Ort eine angemessene historische Aufklärung notwendig war.
Im Mai 2005 stellte das Kuratorium des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände das Projekt „Memorium Nürnberger Prozesse“ erstmals öffentlich vor. Nachdem der Freistaat Bayern und der Bund die Finanzierung der Baukosten zugesagt hatten, konnte ab Dezember 2007 das Konzept für die neue Dauerausstellung erstellt werden.
Im Dezember 2008 begannen die Ausräum-, Abriss-, Bau- und Konstruktionsarbeiten im Dachgeschoss des Nürnberger Justizgebäudes. Sie dauerten bis 2010. Am 21. November 2010 wurde die Dauerausstellung mit einem Festakt eröffnet.
Inhalte der Dauerausstellung
Die Dauerausstellung befindet sich im Dachstuhl des Ostbaus des Justizgebäudes, also über dem Saal 600. Sie informiert über die Vorgeschichte, den Verlauf und die Nachwirkungen der Gerichtsverfahren.
Zu den ausgewählten Objekten gehören Teile der originalen Anklagebank sowie historische Ton- und Filmdokumente. Sie sollen einen lebendigen Eindruck vom Prozessgeschehen vermitteln. Zugleich verzichtet die Ausstellung bis auf wenige Ausnahmen bewusst auf viele Objekte, damit ihr dokumentarischer Charakter im Vordergrund steht.
Die Ausstellung ist in drei Themengebiete gegliedert: erstens Vorgeschichte, Beteiligte und Verlauf des Hauptkriegsverbrecherprozesses; zweitens die juristische Verfolgung von NS-Verbrechen nach 1946, einschließlich der Nürnberger Nachfolgeprozesse und weiterer wichtiger Prozesse im In- und Ausland; drittens das Erbe Nürnbergs bis zur Entstehung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.
Das wichtigste Exponat ist der Saal 600 selbst. Die sachliche Darstellung soll Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, sich selbst ein Urteil über die Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen zu bilden.
Bildungsangebote
Das Memorium bietet ein breites Spektrum an museumspädagogischen Angeboten. Museumspädagogik bedeutet, dass ein Museum Lernangebote entwickelt, die Besucherinnen und Besuchern historische Inhalte verständlich machen.
Diese Angebote werden in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern durchgeführt: Geschichte für Alle e. V., Nürnberger Menschenrechtszentrum e. V., Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg und Caritas-Pickheimer-Haus.