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Medienerziehung

Medienerziehung befasst sich als ein Teilbereich der Medienpädagogik mit der praktischen pädagogischen Arbeit im Bereich der Medien. Verwandte Bereiche sind …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Aufgaben und Ziele im Unterricht
  3. 3. Verbindlicher Kompetenzrahmen

Gegenstand und Bedeutung

Medienerziehung ist ein Teilbereich der Medienpädagogik. Sie befasst sich mit der praktischen pädagogischen Arbeit im Bereich der Medien. Verwandte Bereiche sind Mediendidaktik, Medienkunde und Mediensozialisation.

Der Begriff hat zwei Bedeutungen. Erstens bezeichnet er einen Bereich medienpädagogischer Praxis, also eine bestimmte Form pädagogischen Handelns. Dabei sollen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, die zu einem aufgeklärten und kompetenten Umgang mit Medien befähigen. Medienkompetenz bedeutet in diesem Zusammenhang einen aktiven, kritischen, bewussten, selektiven und produktiven Umgang mit Medien.

Medien sollen nicht nur als technische Geräte oder als Mittel zur Unterhaltung verstanden werden. Sie sollen als Werkzeuge erfahren werden, mit denen Wissen erschlossen und kulturelle Teilhabe sowie eigene Artikulation ermöglicht werden. Nach Kerres sind Medien daher zunehmend als „Werkzeug zur Erschließung und Teilhabe an der Wissensgesellschaft“ aufzufassen. Klassische Themenfelder schulischer Medienerziehung sind Wissen über Massenmedien, Medienanalyse und Mediengestaltung.

In den Lehrplänen der Bundesländer ist Medienerziehung als verpflichtender Bestandteil des Curriculums festgelegt. Sie ist jedoch keinem eigenen Unterrichtsfach zugeordnet, sondern wird in mehreren Fächern behandelt.

Zweitens bezeichnet Medienerziehung die wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser Praxis. Sie untersucht deren Voraussetzungen, Formen und Wirkungen sowie das gesellschaftliche Umfeld. Dazu gehören auch medienerzieherische Diskussionen, beispielsweise die Debatte über sogenannte Killerspiele. Außerdem setzt sich die Wissenschaft anhand bildungstheoretischer und bildungspolitischer Vorgaben kritisch mit der bestehenden Praxis auseinander und erforscht geeignete methodische Alternativen.

Aufgaben und Ziele im Unterricht

Eine zentrale Aufgabe der Medienerziehung besteht darin, Fertigkeiten zu vermitteln, mit denen ein fachliches Lehrziel durch den Einsatz von Medien erreicht werden kann. Medien sollen helfen, konkrete Unterrichtszusammenhänge mithilfe neuer Technologien darzustellen. Der Medieneinsatz folgt dabei einer Ziel-Mittel-Relation: Medien sind Mittel, mit denen der Unterricht effektiver und das Lernen effizienter gestaltet werden sollen.

Medien dienen außerdem als kommunikationsförderndes Mittel. Dadurch soll der Unterricht stärker schülerorientiert werden. Medienerziehung soll Schülerinnen und Schüler zu einer aktiveren Auseinandersetzung mit ihrer Lernumgebung anregen, statt sie nur passiv Informationen aufnehmen zu lassen.

Der frühzeitige Umgang mit neuen Medien soll die Lernenden motivieren, sich über den neuesten Stand der Technik zu informieren, damit sie nicht ins Hintertreffen geraten. Medienkenntnisse werden im Artikel als für jeden Berufszweig bedeutsam beschrieben. Sie werden beispielsweise benötigt, um Präsentationen vorzubereiten, Tabellen am Computer zu erstellen oder eine Bewerbung zu schreiben.

Voraussetzung ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien. Dazu gehört insbesondere, Informationsquellen kritisch auswerten zu können. Lehrkräfte können bei der Medienerziehung auf Unterrichtshilfen zurückgreifen, zum Beispiel auf Angebote des Bayerischen Rundfunks oder von Bildungsservern. Nach Kron/Sofos ist die Entwicklung von Medienkompetenz ein zentrales Anliegen der Medienerziehung.

Verbindlicher Kompetenzrahmen

Die Kultusministerkonferenz beschloss 2016 für alle deutschen Schulen einen verbindlichen Kompetenzrahmen. Er beschreibt sechs Aspekte, die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Medien entwickeln sollen:

  • Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  • Kommunizieren und Kooperieren
  • Produzieren und Präsentieren
  • Schützen und sicher Agieren
  • Problemlösen und Handeln
  • Analysieren und Reflektieren

Diese sechs Bereiche sind in allen Schulfächern verpflichtend. Der Kompetenzrahmen verbindet damit die Suche und Verarbeitung von Informationen, die Zusammenarbeit und eigene Medienproduktion mit Sicherheitsbewusstsein, praktischem Problemlösen sowie der kritischen Analyse und Reflexion von Medien.

Lernvideos zu Medienerziehung

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