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Mater Dolorosa

Mater Dolorosa (lateinisch für Schmerzensreiche Mutter), auch Schmerzensmutter, ist eine im Rahmen der Marienverehrung gebrauchte Bezeichnung für …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Formen der Darstellung
  3. 3. Biblische Grundlage und verwandte Bildmotive
  4. 4. Die sieben Schmerzen Mariens
  5. 5. Beispiele in der Kunst
  6. 6. Kirchen und Gedenktag

Begriff und Bedeutung

Mater Dolorosa bedeutet auf Lateinisch „Schmerzensreiche Mutter“. Die Bezeichnung gehört zur Marienverehrung und steht für Darstellungen der lebenslangen Sorge und der Schmerzen Marias um ihren Sohn Jesus Christus. Sie wird auch Schmerzensmutter genannt.

Besondere Formen sind „Unsere liebe Frau von den sieben Schmerzen“ und „Unsere liebe Frau von der Einsamkeit“ (Nuestra señora de la soledad).

Formen der Darstellung

Die Schmerzensmutter wird stehend oder sitzend gezeigt. Sie erscheint in sorgenvoller Andacht oder blickt leidend zum Himmel. Häufig dringt ein Schwert in ihre Brust; bei der Darstellung der sieben Schmerzen sind es sieben Schwerter oder Pfeile. Diese können von links und rechts oder kranzförmig auf die Brust gerichtet sein.

Die stehende Mater Dolorosa entwickelte sich während der im Mittelalter aufblühenden Marienverehrung. Sie bezieht sich unmittelbar auf das Gedicht „Stabat mater“ aus dem 13. Jahrhundert. Die jüngere, sitzende Form verbindet die aufkommende Porträtmalerei mit Motiven wie Maria im Paradiesgärtlein oder der Madonna im Rosenhag.

Seltener erscheint Maria in einer Kreuzigungsgruppe rechts vom Kreuz Christi, während Johannes links steht, oder allein unter dem Kreuz.

Biblische Grundlage und verwandte Bildmotive

Die wichtigste biblische Grundlage ist die Weissagung Simeons bei der Darstellung des Herrn im Tempel, auch Mariä Lichtmess genannt: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35 EU). In der christlichen Ikonographie, also der religiösen Bildsprache, wird diese Aussage durch das Schwert in Marias Brust sichtbar gemacht. Auch das Herz Mariens kann von einem Schwert durchbohrt dargestellt werden. Dieses Motiv steht in Verbindung mit dem geöffneten Heiligsten Herzen Jesu.

Von der Mater Dolorosa ist die Pietà zu unterscheiden. Bei einer Pietà hält Maria nach der Kreuzabnahme allein den Leichnam ihres Sohnes. Die Beweinung Christi bildet zugleich den sechsten der sieben Schmerzen Mariens und kann daher auch in die Bildsprache der Mater Dolorosa eingehen.

Die sieben Schmerzen Mariens

Der Kanon der sieben Freuden und sieben Schmerzen wird auch mit den Bezeichnungen Maria Lätitia und Maria Dolores verbunden. Zu den sieben Schmerzen gehören:

  • Bei Mariä Reinigung beziehungsweise Mariä Lichtmess wird Maria das Schicksal ihres Sohnes geweissagt.
  • Maria flieht auf einem Esel mit Jesus nach Ägypten, um dem Kindermord zu Betlehem zu entkommen.
  • Maria verliert den zwölfjährigen Jesus im Tempel.
  • Maria begegnet ihrem Sohn auf dem Kreuzweg zum Kalvarienberg.
  • Maria steht während der Kreuzigung unter dem Kreuz.
  • Maria beweint Christus nach der Kreuzabnahme.
  • Maria ist bei der Grablegung Christi anwesend.

Beispiele in der Kunst

Bekannte Darstellungen der Schmerzensmutter sind die „Mater Dolorosa“ von Tizian aus dem Jahr 1554 im Museo del Prado in Madrid, die „Mater Dolorosa“ von Luis de Morales aus dem Jahr 1570 im Museo de Bellas Artes in Málaga und eine 1702 von Guggenbichler geschaffene Darstellung in Faistenau im Land Salzburg.

Weitere Beispiele sind eine Ikone von Ioasaf Athonites aus den Jahren 1860–1880 in der Kapelle Theotokos Threnodi in Olynthos, ein 1889 von Helene Vetsera gestiftetes Buntglasfenster in der Friedhofskapelle von Heiligenkreuz sowie eine Mater Dolorosa von 1855 in der 2024 eingerichteten Marienkapelle von St. Michael in München. Dort verbindet der Sockel eines im Krieg zerstörten Altars den Schmerz Mariens mit der „Kriegswunde“ der Kirche. Beispiele für Maria als Frau der sieben Schmerzen sind die Auxiliatrix Elchingensis in der Abteikirche St. Peter und Paul in Oberelchingen, eine Darstellung am Bonner Sterntor und die Santisima Virgen de los Dolores de Huacho von 1959.

Kirchen und Gedenktag

Kirchen können der Mater Dolorosa geweiht sein und damit ihr Patrozinium tragen. Der liturgische Gedenktag „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“ wird am 15. September begangen.

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