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Lynyrd Skynyrd
Lynyrd Skynyrd [ˈlɛnɝd ˈskɪnɝd] ist eine US-amerikanische Rockband. Sie gehört zu den wichtigsten Vertretern des in den 1970er-Jahren populären Southern …
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Lynyrd Skynyrd im Überblick
Lynyrd Skynyrd ist eine US-amerikanische Rockband aus Jacksonville, Florida. Sie gehört zu den wichtigsten Vertretern des in den 1970er-Jahren populären Southern Rock. Ihre Musik wird außerdem den Genres Hard Rock, Bluesrock, Roots Rock und Country-Rock zugeordnet. Die Band war zunächst von 1964 bis 1977 aktiv und formierte sich ab 1987 neu.
Zu den bekanntesten Liedern gehören „Free Bird“ (1973), „Simple Man“ (1973), „Tuesday’s Gone“ (1973), „Sweet Home Alabama“ (1974), „What’s Your Name“ (1977) und „That Smell“ (1977). Der Rolling Stone führte Lynyrd Skynyrd 2010 auf Rang 95 seiner Liste der 100 größten Musiker aller Zeiten. Seit 2006 ist die Band in der Rock and Roll Hall of Fame vertreten.
Gründung und Aufstieg in den 1970er-Jahren
Die Gründungsmitglieder Ronnie Van Zant, Allen Collins, Gary Rossington, Bob Burns und Larry Junstrom spielten während ihrer Highschoolzeit in Jacksonville zunächst unter dem Namen The Noble Five. Der spätere Bandname geht auf den Sportlehrer Leonard Skinner zurück, der mehrere Bandmitglieder wegen Verstößen gegen die schulische Kleiderordnung und die vorgeschriebene Haarlänge bestrafte. Aus „Leonard Skinnerd“ entwickelte sich durch weitere Verfremdungen schließlich „Lynyrd Skynyrd“. Die Band probte zunächst in Ronnie Van Zants Garage und später in einem Farmhaus bei Green Cove Springs, das sie „Hell House“ nannten.
Lynyrd Skynyrd trat bald im gesamten Süden der USA auf. 1968 gewann die Gruppe bei einem Wettbewerb die Produktion einer Single, die jedoch erfolglos blieb. Als Vorgruppe tourte sie durch die USA. Zu den frühen Demos gehörte „Free Bird“, zunächst noch ohne das später berühmte Gitarrensolo. 1971 sammelte die Band im Muscle Shoals Sound Studio wichtige Studioerfahrungen. In dieser Phase übernahmen Leon Wilkeson den Bass und Rickey Medlocke das Schlagzeug.
1973 erhielt die Band mit Ed King als drittem Gitarristen und Leon Wilkeson am Bass einen Vertrag bei Sound of the South, der Plattenfirma von Al Kooper. Die Firma wurde 1974 an MCA verkauft. Al Kooper gilt als eigentlicher Entdecker der Band und produzierte ihre ersten drei Alben. Das Debüt „(Pronounced ’Lĕh-’nérd ’Skin-’nérd)“ erschien 1973. „Free Bird“ und gemeinsame Auftritte als Vorgruppe von The Who steigerten die Bekanntheit.
Das Album „Second Helping“ von 1974 enthielt „Sweet Home Alabama“, das Platz 8 der US-Charts erreichte. Das Lied war eine musikalische Antwort auf Neil Youngs Songs „Alabama“ und „Southern Man“. „Second Helping“ kam auf Platz 12 der US-Charts und erhielt mehrfach Platin. „Nuthin’ Fancy“ erreichte 1975 als erstes Album der Band die US-Top-10. „Gimme Back My Bullets“ konnte 1976 nicht an die vorherigen Erfolge anknüpfen. Ende 1976 gelang mit dem Live-Doppelalbum „One More from the Road“ die Rückkehr in die Top-10. Darauf spielte erstmals der neue Gitarrist Steve Gaines; außerdem wurde die Band durch drei Background-Sängerinnen ergänzt.
Das Flugzeugunglück von 1977
Am 17. Oktober 1977 erschien das fünfte Album „Street Survivors“. Drei Tage später stürzte das Charterflugzeug ab, mit dem die Band von Greenville nach Baton Rouge in Louisiana unterwegs war. Die Convair CV 300, eine umgebaute CV-240, stürzte in einem Waldgebiet im Amite County nahe Gillsburg in Mississippi ab, etwa 16 km vom Flugplatz in McComb entfernt. Die Piloten hatten gehofft, dort noch landen zu können.
Beim Absturz starben Sänger Ronnie Van Zant, Gitarrist Steve Gaines, dessen Schwester und Background-Sängerin Cassie Gaines, Bandmanager Dean Kilpatrick sowie die beiden Piloten. Die übrigen Bandmitglieder überlebten schwer verletzt. Als Ursache wurde zunächst ein zu geringer Treibstoffvorrat genannt. Ein Jahr später gab ein Gericht menschlichem Versagen der Crew die Schuld.
Vor dem Flug hatten einige Passagiere versucht, alternative Transportmöglichkeiten zu nutzen. Cassie Gaines wollte in einem Equipment-Truck fahren, andere Personen hatten bereits andere Flüge gebucht. Erst als Ronnie Van Zant sich kurz vor der Abreise entschied, die Maschine noch einmal zu nehmen, folgte ihm die übrige Crew. Auch die schottische Band Nazareth hätte beinahe im Flugzeug gesessen, musste die Einladung wegen einer Pressekonferenz jedoch ablehnen.
Das ursprüngliche Cover von „Street Survivors“ zeigte die Band inmitten von Flammen. Aus Respekt vor den Opfern wurde es durch ein Cover mit der Band vor schwarzem Hintergrund ersetzt. Das Album wurde mit Platz 5 in den USA und Platz 13 in Großbritannien zu einem der größten Erfolge der Gruppe. Aus den überlebenden Mitgliedern entstand anschließend die Rossington-Collins Band, die von 1980 bis 1982 zwei Alben veröffentlichte.
Neuformierung und geplante Auflösung
1987 formierte sich Lynyrd Skynyrd zum zehnten Jahrestag des Absturzes neu. Sänger wurde Johnny Van Zant, der Bruder von Ronnie Van Zant. Zur Besetzung gehörten außerdem Gary Rossington, Billy Powell, Ed King, Leon Wilkeson und Randall Hall. Hall ersetzte Allen Collins, der nach einem Autounfall gelähmt war und am 23. Januar 1990 an den Folgen des Unfalls starb. Die zunächst auf 32 Konzerte begrenzte Reunion-Tour erwies sich als dauerhaft. 1988 erschien das Live-Doppelalbum „Southern by the Grace of God – Lynyrd Skynyrd Tribute Tour“.
Seit Beginn der 1990er-Jahre veröffentlichte die Band regelmäßig neue Alben. Werke wie „Lynyrd Skynyrd 1991“, „The Last Rebel“ und „Twenty“ von 1997 knüpften an die Tradition des Southern Rock und an die Erinnerung an die verstorbenen Mitglieder an. „Lyve from Steel Town“ erschien 1998 als Live-Doppel-CD mit neuen und älteren Titeln, Radiointerviews und Videos für den PC. Auf „Edge of Forever“ von 1999 prägten Hughie Thomasson und Rickey Medlocke gemeinsam mit Johnny Van Zant den härteren, rockigeren Klang.
Mehrere Mitglieder starben oder schieden später aus: Leon Wilkeson starb 2001 an einem Lungenemphysem und einem Leberschaden und wurde durch Ean Evans ersetzt. 2006 übernahm Mark Matejka den Platz des ausgeschiedenen Hughie Thomasson. Billy Powell starb 2009 an einem Herzinfarkt, Ean Evans im selben Jahr an Krebs. JoJo Billingsley starb 2010 an Krebs, Bob Burns 2015 nach einem Autounfall.
2012 erklärte die Band zunächst, die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika nicht mehr zeigen zu wollen, um nicht mit Rassisten in Verbindung gebracht zu werden. Nach Fanprotesten nahm sie diese Entscheidung teilweise zurück. Gary Rossington erklärte, die Flagge stehe für die Gruppe unter dem Motto „Heritage not Hate“ für Erbe und die Verbundenheit mit den Südstaaten.
Anfang 2018 kündigte die Band an, sich nach der Abschiedstournee „Last of the Street Survivors“ aufzulösen. Die Tournee wurde wegen mehrerer pandemiebedingter Unterbrechungen jedoch nicht planmäßig beendet. 2019 gab es auch Konzerte in Deutschland. Gary Rossington, das letzte noch lebende Gründungsmitglied, starb im März 2023. Ende 2022 hatte die Band angekündigt, die Abschiedstournee fortzuführen und sich danach „im Guten“ aufzulösen. Die „The Sharp Dressed Simple Man Tour“ fand 2023 und 2024 mit ZZ Top als Co-Headliner in Nordamerika statt. Nach Rossingtons Tod bestätigte die Band im April 2023 ihren Fortbestand; eine frühere Regel, nach der eine bestimmte Anzahl von Gründungsmitgliedern erforderlich war, wurde aufgehoben. 2025 tourte die Band unter dem Motto „Celebrating 50 Years“ durch die USA und Europa, darunter sechs Auftritte in Deutschland. Am Bass wurde sie dabei von Robbie Harrington unterstützt.
Stil
Lynyrd Skynyrds Musik ist eine hart gespielte Mischung aus Rock, Bluesrock und Country. Häufig kommen drei Lead-Gitarren zum Einsatz. Die Texte behandeln typische Themen der Südstaaten; auch Auftreten und Atmosphäre der Band verkörpern eine typische Südstaatenmentalität. Von anderen bekannten Southern-Rock-Bands wie den Allman Brothers unterscheidet sich Lynyrd Skynyrd dadurch, dass in der eigenen Musik keine vergleichbare Betonung von Jazzelementen beschrieben wird.
Wichtige Studioalben und Chartdaten
Die Studioalben der Band erschienen zunächst bei MCA Records, später unter anderem bei Atlantic Records, Capricorn Records, CMC International, Sanctuary, Roadrunner und weiteren Labels. Die wichtigsten US-Chartplatzierungen und Auszeichnungen sind:
- „(Pronounced ’Lĕh-’nérd ’Skin-’nérd)“ (1973): US-Platz 27, Doppelplatin, 79 Wochen in den US-Charts; Verkäufe von mehr als 2.115.000 Exemplaren.
- „Second Helping“ (1974): US-Platz 12, Doppelplatin, 45 Wochen; Verkäufe von mehr als 2.015.000 Exemplaren.
- „Nuthin’ Fancy“ (1975): US-Platz 9, Platin, 20 Wochen; Verkäufe von mehr als 1.000.000 Exemplaren.
- „Gimme Back My Bullets“ (1976): US-Platz 20, Gold, 16 Wochen; Verkäufe von mehr als 500.000 Exemplaren.
- „Street Survivors“ (1977): US-Platz 5, Doppelplatin, 34 Wochen; außerdem Platz 13 in Großbritannien und Verkäufe von mehr als 2.000.000 Exemplaren.
Nach der Neuformierung folgten „Lynyrd Skynyrd 1991“ (US-Platz 64), „The Last Rebel“ (1993; Deutschland Platz 80, Schweiz Platz 18, USA Platz 64), „Endangered Species“ (1994; USA Platz 115), „Twenty“ (1997; Deutschland Platz 70, USA Platz 97), „Edge of Forever“ (1999; Deutschland Platz 47, USA Platz 96), „Vicious Cycle“ (2003; Deutschland Platz 44, USA Platz 30), „God & Guns“ (2009; Deutschland Platz 37, Großbritannien Platz 36, Schweiz Platz 38, USA Platz 18) und „Last of a Dyin’ Breed“ (2012; Deutschland Platz 14, Österreich Platz 33, Schweiz Platz 13, Großbritannien Platz 83, USA Platz 14).