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Ludolf Wienbarg
deutscher Schriftsteller des Vormärz ... Mit der Widmung „Dir, junges Deutschland, widme ich diese Reden“ prägte er maßgeblich den Begriff „Junges Deutschland“.
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Bedeutung und literarische Rolle
Christian Ludolf Wienbarg (25. Dezember 1802 in Altona – 2. Januar 1872 in Schleswig) war ein Schriftsteller und Journalist des Vormärz, also der politisch und gesellschaftlich bewegten Zeit vor der Revolution von 1848. Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Ludolf Vineta und Freimund.
Besonders wichtig wurde Wienbarg für die Bewegung des „Jungen Deutschland“, deren Autoren liberale und demokratische Anliegen vertraten. Seine 1834 erschienene Sammlung „Ästhetische Feldzüge“ enthielt 22 Vorlesungen und war mit den Worten „Dir, junges Deutschland, widme ich diese Reden“ versehen. Dadurch prägte Wienbarg den Begriff „Junges Deutschland“ maßgeblich.
Ausbildung und Beginn der schriftstellerischen Tätigkeit
Wienbarg war der Sohn eines Schmieds und besuchte das Gymnasium Christianeum. 1822 begann er an der Universität Kiel ein Theologiestudium, das er 1826 aus finanzieller Not abbrechen musste. Während des Studiums gehörte er seit 1822 der Alten Kieler Burschenschaft und seit 1828 der Alten Bonner Burschenschaft an. Anschließend arbeitete er als Hauslehrer, zunächst bei Christian Günther Graf von Bernstorff in Lauenburg. 1829 promovierte er in Marburg.
Von 1830 bis 1831 unterrichtete er Charles Ernst Alexander Selby, den Sohn des dänischen Gesandten in Den Haag, Baron Charles Borre Selby. Seine dortigen Eindrücke verarbeitete er in dem zweibändigen Reisebericht „Holland in den Jahren 1831 und 1832“, der 1833 erschien. Im selben Jahr kehrte Wienbarg als Dozent an die Universität Kiel zurück.
Junges Deutschland, Sprachkritik und Zensur
Neben den „Ästhetischen Feldzügen“ veröffentlichte Wienbarg 1834 die Schrift „Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden?: Gegen Ersteres und für Letzteres beantwortet“. Als Vertreter der Aufklärung wandte er sich darin gegen die romantische Idealisierung des Plattdeutschen als „alte Volkssprache“ und kritisierte dessen aus seiner Sicht bestehende sprachliche Armut.
1834 lernte er Karl Gutzkow kennen. Gemeinsam planten beide 1835 die Zeitschrift „Deutsche Revue“. Sie wurde jedoch schon vor der Auslieferung des ersten Heftes verboten und beschlagnahmt. Im November 1835 verbot Preußen Wienbargs Schriften zusammen mit denen der anderen sogenannten Jungdeutschen; im Dezember galt das Verbot im gesamten Deutschen Bund. Wienbarg wurde aus Frankfurt am Main ausgewiesen und floh nach Helgoland. Im Herbst 1836 kehrte er nach Hamburg zurück und arbeitete erneut als Journalist und Zeitschriftenherausgeber. Wegen seines Eintretens für liberale und demokratische Ziele blieb er von staatlicher Zensur und weiteren Verboten betroffen.
Journalismus und politisches Engagement
Am 12. Mai 1839 heiratete Wienbarg Elisabeth Wilhelmine Dorothea Marwedel aus Altona. Die Ehe stabilisierte seine Lebensverhältnisse nicht. Seit dem Ende der 1830er Jahre unterstützten ihn seine Geschwister finanziell. Nächtliche Trinkgelage, vermutlich auch durch seine politische Frustration und die Verbote seiner Schriften begünstigt, schwächten zunehmend seinen schriftstellerischen und journalistischen Ehrgeiz.
Von 1840 bis 1842 redigierte er die Beilage „Börsenhalle. Deutsches Literaturblatt“, von 1842 bis Juni 1846 die „Hamburger literarischen und kritischen Blätter“. Außerdem arbeitete er gelegentlich für die „Hamburger Neuen Nachrichten“ und den „Altonaer Mercur“.
1846 erwog Wienbarg die Auswanderung nach Amerika, gab den Plan aber wegen seiner Begeisterung für die schleswig-holsteinische Bewegung auf. Mit „Der dänische Fehdehandschuh“ und „Die Volksversammlung zu Nortorf am 14. September 1846“ trat er publizistisch für die Unabhängigkeit Schleswigs und Holsteins von dänischen Ansprüchen ein. In den folgenden zwei Jahrzehnten unterstützte er diese Befreiungsbewegung wiederholt. 1848 nahm er als freiwilliger Stabsadjutant am schleswig-holsteinischen Krieg teil, 1849 als einfacher Jäger in einem Freikorps.
Späte Jahre und zentrale Werke
Nach 1850 lebte Wienbarg in Hamburg und Altona. Er war schwer alkoholkrank, verarmt und von der literarischen Öffentlichkeit weitgehend vergessen. 1869 wurde er wegen Verfolgungswahns in eine Heilanstalt in Schleswig eingewiesen. Dort starb er am 2. Januar 1872.
Sein Werk umfasst literarische, ästhetische, journalistische, sprachkritische, politische und historische Schriften. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen „Paganini's Leben und Charakter nach Schottky. Dargestellt“ (1830, unter dem Namen Ludolf Vineta), „Holland in den Jahren 1831 und 1832“ (1833), „Aesthetische Feldzüge. Dem jungen Deutschland gewidmet“ (1834), „Wanderungen durch den Thierkreis“ (1835), „Tagebuch von Helgoland“ (1838), „Darstellungen aus den schleswig-holsteinischen Feldzügen“ (zwei Bände, 1851–1852), „Das Geheimniß des Wortes“ (1852) und „Geschichte Schleswigs“ (zwei Bände, 1861–1862). Seine erneute Kritik an der Förderung des Plattdeutschen erschien 1860 unter dem Pseudonym Freimund als „Die plattdeutsche Popagande [sic] und ihre Apostel“.