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Liste von Notensatzprogrammen

Kostenpflichtige ; Dorico Pro, Dorico Elements, Dorico SE · Steinberg ; Encore, MusicTime Deluxe, Passport Music Software ; Finale, PrintMusic, SongWriter, SongBook …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedienkonzepte
  2. 2. Kostenpflichtige grafische Programme
  3. 3. Kostenlose und webbasierte Angebote
  4. 4. Auszeichnungssprachen und Sequenzer
  5. 5. Nicht mehr weiterentwickelte Programme

Überblick und Bedienkonzepte

Notensatzprogramme dienen dazu, Musik als lesbare Noten zu erfassen, zu bearbeiten, abzuspielen, zu drucken oder zu veröffentlichen. Die Vergleichstabelle ordnet sie vor allem nach Bedienart, Betriebssystem, Lizenz und besonderen Einsatzgebieten.

WYSIWYG bedeutet „What You See Is What You Get“: Beim Eingeben sieht man die Noten weitgehend so, wie sie später gedruckt werden. WYSIWYM („What You See Is What You Mean“) stellt dagegen zuerst die musikalische Bedeutung in den Vordergrund; der endgültige Satz wird getrennt erzeugt. WYSIWYAF bezeichnet bei Frescobaldi ein Frontend für LilyPond ohne MIDI-Unterstützung.

Neben solchen grafischen Programmen gibt es Markup-Notensatzprogramme: Sie verwenden eine Musik-Auszeichnungssprache, die gelernt werden muss. Sequenzer sind hauptsächlich für Audio- und MIDI-Bearbeitung gedacht, können aber ebenfalls Noten darstellen. MIDI bezeichnet ein Datenformat zur Steuerung und Beschreibung musikalischer Ereignisse; Tabulatur ist eine für Saiteninstrumente verwendete Notenschrift.

Kostenpflichtige grafische Programme

Zu den kostenpflichtigen WYSIWYG-Programmen gehören capella, Dorico Pro, Encore, Finale, Guitar Pro, Harmony Assistant, MagicScore, Mozart, Music MasterWorks, Music Publisher, Notation Composer, Noteworthy Composer, Notion, Octava, Overture, Pizzicato, Play Music, PriMus, QuickScore Elite, Reflow, Score, ScoreCloud, Sibelius und Toccata. Viele haben reduzierte Varianten, etwa Dorico Elements und Dorico SE, Sibelius First oder PriMus Professional, Standard, Basic und Reader.

Die Plattformunterstützung unterscheidet sich stark. Dorico Pro läuft unter Windows und Mac sowie auf iPadOS, jedoch nicht auf iOS; Guitar Pro bietet Standardnotation und Tabulatur und ist auch für Android, iPad und iPhone erhältlich. Harmony Assistant ist für Windows, Mac und Linux verfügbar und bietet eine Einmallizenz auf Lebenszeit für alle Updates. Bei capella, Notation Composer und PriMus ist Linux teilweise über Wine möglich. Score benötigt eine Eingabesprache und war ein ehemals marktführendes MS-DOS-Programm.

Einige Programme haben besondere Funktionen: Music MasterWorks kann monophones, über ein Mikrofon eingespieltes Audio in Noten konvertieren. Notion enthält eine 10-GB-Sound-Bibliothek des London Symphony Orchestra und kann unter anderem PDF, MusicXML, MIDI, WAV und AAC ausgeben. ScoreCloud ist auf die Umwandlung von Audio und MIDI in Noten mithilfe neuronaler Netzwerke spezialisiert. PriMus unterstützt Notensatz und Gitarrentabulatur, mehrere Musikstücke pro Dokument sowie optional die Markup-Sprache EMIL. Toccata unterstützt ebenfalls Noten und Tabulaturen, auch für steirische Harmonika, Schwyzerörgeli und Morino Clubmodell.

Finale v27 ist die letzte Finale-Version: MakeMusic beendete Entwicklung und Vertrieb im Jahr 2024. Bei Forte wurde die Entwicklung 2019 eingestellt. Mehrere Programme wurden oder werden von Musikverlagen für Partituren verwendet, darunter Dorico Pro bei B-Note Musikverlag und Kistner & Siegel, PriMus bei Augemus Musikverlag und Schott-Verlag sowie Sibelius bei Hal Leonard, Edition Peters, Bärenreiter, Boosey & Hawkes und weiteren Verlagen.

Kostenlose und webbasierte Angebote

Kostenlose grafische Programme umfassen sowohl Open-Source-Projekte als auch proprietäre Freeware. Canorus, MuseScore, TuxGuitar und weitere laufen auf Windows, Mac und Linux. MuseScore steht unter GPL v2 und bietet direkten Export nach PDF, SVG und Audio. TuxGuitar ist ein Java-Programm unter LGPL für Tabulatur und Standardnotation. NtEd ist nur für Linux verfügbar und exportiert direkt PDF, SVG und PostScript.

Denemo und Laborejo verwenden WYSIWYM und bauen für den Notensatz auf LilyPond auf. Denemo ist deshalb selbst nicht WYSIWYG; Laborejo legt den Schwerpunkt auf Playback und MIDI. Frescobaldi ist ein GPL-v2-Frontend für LilyPond ohne MIDI-Unterstützung. Canorus ist der Nachfolger von NoteEdit. Grégoire dient der Notation gregorianischen Gesangs in Quadratnotation. Finale Notepad ist eine 32-Bit-Anwendung und läuft nicht mehr auf macOS Catalina; unter Linux ist es mit manueller Anpassung über Wine lauffähig.

Webbasierte Programme benötigen keine Installation, werden im Browser genutzt und arbeiten per Cloud Computing. Die Grundfunktionen sind meist kostenlos; erweiterte Notenfunktionen und größerer Onlinespeicher setzen häufig ein Abonnement voraus. Dieses Modell heißt Software as a Service (SaaS, „Software als Dienstleistung“). Capprizio ist ein Java-Applet. Noteflight nutzte bis Version 2.0 Flash; Noteflight 3.0 verwendet HTML5 und erschien im Januar 2013 als Preview. scorio basiert auf HTML5, ist für PC und iPad verfügbar und setzt Noten serverseitig mit LilyPond; teilweise wird Quicktime benötigt. SoundSlice basiert ebenfalls auf HTML5.

Auszeichnungssprachen und Sequenzer

Bei Markup-Programmen werden Noten als Text in einer Auszeichnungssprache eingegeben. ABC ist ein nichtkommerzieller, offener Standard zur Musiknotation in ASCII-Code. LilyPond, MusiXTeX und Philip’s Music Writer sind freie Kommandozeilenprogramme ohne grafische Benutzeroberfläche. LilyPond steht unter GPL und läuft auf Windows, Mac und Linux.

Gregorio nutzt die eigene GABC-Syntax für gregorianischen Choral in Quadratnotation; die grafische Ausgabe erfolgt über ein zugehöriges LaTeX-Paket. OpusTeX ist ein frei nutzbares TeX-Paket für gregorianische Choräle und laut Dokumentation im Beta-Stadium. GUIDOLib ist eine LGPL-Bibliothek zum Einbinden in eigene Software; sie enthält ein funktionsfähiges Anzeige- und Druckprogramm und verwendet ein textbasiertes Format. Amadeus, kostenpflichtig und nur für Linux genannt, gehörte zu den ersten Programmen mit Einsatz im Verlagsumfeld.

Sequenzer ergänzen ihre Audio- und MIDI-Funktionen durch Notensatz. Kostenpflichtige Beispiele sind Cubase, Logic, Pro Tools, REAPER und Sonar; freie Beispiele Aria Maestosa, Brahms und Rosegarden. Pro Tools verwendet Notensatzfunktionen aus Sibelius und ist daher mit Sibelius-Dateien kompatibel. Logic läuft auf Mac; für Windows ist es als eingestellt angegeben. Rosegarden läuft unter Windows und Linux, nicht unter Mac.

Nicht mehr weiterentwickelte Programme

Als obsolet gelten Programme, die nicht mehr weiterentwickelt werden und technisch veraltet sind, aber historische Bedeutung haben. Dazu zählen Berlioz, Graphire Music Press, Igor Engraver, La mà de Guido, Lime, Nightingale (X), Notator SL, NoteEdit, Power Tab Editor, scan-note, Score Perfect und Vivaldi Gold.

Notator SL für den Atari ST war historisch der erste Sequenzer mit Notensatzfunktionalität und ein Vorläufer von Logic. NoteEdit erschien zuletzt 2006 in Version 2.8, sollte durch Canorus abgelöst werden und konnte nur mithilfe weiterer Programme drucken, in deren Formate es exportierte, etwa LilyPond oder ABC. Power Tab Editor, letzte Version 2000 (1.7), war für Gitarrennoten in Tabulatur- und Standardnotation gedacht.

Bei scan-note ist die letzte Version unbekannt; es wurde nur als Service angeboten. Laut Hersteller hatte es 1981 einen Marktanteil von 10 % bei in Europa gedruckten Noten. Score Perfect wurde nach dem Tod des Entwicklers im Jahr 2012 eingestellt und die Firma liquidiert. Berlioz war nur auf Französisch verfügbar; seine Entwicklung wurde eingestellt, die Software soll Open Source werden.

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