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Guitar Pro
Guitar Pro ist ein Notensatzprogramm, in dem Musik sowohl in Notenform als auch als Gitarrentabulatur dargestellt werden kann. Produziert wird es von dem …
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Überblick und Zweck
Guitar Pro ist ein proprietäres Notensatzprogramm und ein Tabulatur-Editor des französischen Softwareherstellers Arobas Music. Musik lässt sich darin sowohl in herkömmlicher Notenschrift als auch als Gitarrentabulatur darstellen. Eine Tabulatur zeigt bei Saiteninstrumenten, auf welchen Saiten und Bünden die Töne gespielt werden.
Das Programm eignet sich zum Üben und Mitspielen, zum Übertragen vorhandener Musik in eine schriftliche Fassung (Transkribieren) sowie zum Komponieren. Es wird vor allem von Gitarristen, aber auch von anderen Musikern verwendet. Für Instrumente, bei denen eine Saitentabulatur nicht sinnvoll ist, insbesondere klassische Instrumente, kann die Tabulatur ausgeblendet werden.
Guitar Pro ist in C++ programmiert und auf Deutsch verfügbar. Version 8.0 erschien im Mai 2022. Als Betriebssysteme nennt der Artikel Windows und Mac OS X sowie Smartphoneversionen für iOS und Android.
Notation und Audiowiedergabe
Die Tonspuren können gleichzeitig als Noten und als Tabulatur angezeigt werden. Dadurch verbindet Guitar Pro die für viele Instrumente übliche Notenschrift mit der besonders für Gitarre und Bass verbreiteten Griffdarstellung.
Das Programm gibt die eingegebenen Stücke auch akustisch wieder. Dabei kann es typische Spieltechniken wie Palm Mute und Hammer-on sowie Klangeffekte wie Distortion, Phaser und Reverb nachbilden. Zur Wiedergabe verwendet es MIDI oder die interne Realistic Sound Engine (RSE).
Die RSE ist ein Sampler für Gitarre, Bass und Schlagzeug. Ein Sampler ruft gespeicherte Klangaufnahmen ab, um die notierten Töne wiederzugeben. Die RSE-Klänge gehören seit Version 5 als Bibliothek zur Software. RSE 1 enthielt nur wenige Soundsamples; RSE 2 wurde mit Guitar Pro 6 eingeführt und ergänzte zahlreiche Samples, Effekte und Verstärkersimulationen. In Guitar Pro 6 können MIDI und RSE nicht mehr gleichzeitig, sondern nur getrennt wiedergegeben werden. Für zuvor fehlende MIDI-Instrumente wurden eigene Samples bereitgestellt, sodass kein zusätzlicher MIDI-Soundsampler mehr erforderlich ist.
Dateien und Konvertierung
Die Dateiendungen änderten sich mit den Programmversionen. Version 1 und 2 verwendeten .gtp, danach folgten .gp3, .gp4 und .gp5. Mit Version 6 wurde das Format wegen der stärkeren Einbindung der RSE grundlegend verändert und erhielt die Endung .gpx. Version 7 und Version 8 verwenden .gp.
Zwischen den Formaten besteht Abwärtskompatibilität: Neuere Guitar-Pro-Versionen können Dateien früherer Versionen verarbeiten. Seit Version 3 kann außerdem jeweils die neueste Nachkommaversion eine Datei in das vorherige Format umwandeln, beispielsweise .gpx in .gp5 oder .gp5 in .gp4.
Seit Version 4 lassen sich Dateien unter anderem in MIDI, MusicXML, Wave, ASCII oder PDF konvertieren. Dadurch können andere Programme die Inhalte als Noten oder Audiodaten weiterverarbeiten.
Laut Artikel sind im Internet mehr als 800.000 Dokumente im Guitar-Pro-Format erhältlich. Viele anbietende Internetseiten mussten jedoch aufgrund des Drucks des Rechteinhabers Music Publishers’ Association (MPA) schließen.
Entwicklung der Versionen
Guitar Pro 1.0 erschien 1997 ausschließlich für Windows. Es konnte MIDI- und ASCII-Daten in eine Tabulaturdarstellung umwandeln und Tabulaturen bearbeiten, wiedergeben und drucken. Version 3.0 führte ein Mischpult sowie die Notendarstellung von Tabulaturen ein.
Version 4.0 ergänzte unter anderem ein Gitarrenfenster, eine Klaviatur, Liedtexte, Schlagzeugnotation, Wave- und BMP-Export, den Druck einer kombinierten Partitur aller Stimmen und ein digitales Stimmgerät.
Version 5.0 erschien im November 2005 für Windows und führte RSE 1 ein. Eine Mac-OS-Version war ab Juli 2006 verfügbar; in der Versionsübersicht wird Version 5 zugleich als die erste Mac-Version bezeichnet.
Version 6.0 wurde im April 2010 veröffentlicht. Sie war erstmals auch für Linux erhältlich und brachte eine neue Benutzeroberfläche, RSE 2, Fußpedaleffekte, Verstärkersimulationen und Polyphonie innerhalb einer Notenzeile mit bis zu vier Stimmen. Hinzu kamen ein Jazzfont, die Möglichkeit eines Auftakts und individuell einstellbare Taktbreiten.
Version 7.0 erschien im April 2017. Mit ihr entfiel die Linux-Unterstützung wieder. Sie ergänzte neue Exportformate, ein Stimmgerät und die Möglichkeit, eine über die Soundkarte angeschlossene Gitarre im Programm zu verwenden. Version 8.0 folgte im Mai 2022.