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Liste von Musik-Streamingdiensten
Die folgende Tabelle listet die bekanntesten Musik-Streamingdienste auf. Diese Dienste bieten das Streaming von Inhalten in voller Länge über das Internet …
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Gegenstand und Vergleichsmerkmale
Musik-Streamingdienste übertragen Musik oder andere Inhalte in voller Länge über das Internet, ohne dass Nutzer zwingend eine Datei kaufen und herunterladen müssen. Sie ähneln damit dem Internetradio. Manche Angebote finanzieren sich durch Werbung und stellen einen kostenlosen Zugang bereit, andere verlangen eine monatliche Gebühr. Bei Freemium-Modellen ist die grundlegende Nutzung kostenlos, während Vorteile wie Werbefreiheit gekauft werden können.
Die Übersicht vergleicht die bekanntesten Dienste nach freiem Zugang, selektivem Streaming, verlustfreier HiFi-Wiedergabe („Lossless“), Downloadmöglichkeit, Titelzahl, aktiven und zahlenden Nutzern, geografischer Verfügbarkeit, unterstützten Plattformen, Startdatum und Loginpflicht. Selektives Streaming bedeutet, dass Nutzer bestimmte Titel gezielt auswählen können; ein „Radio-Modus“ spielt dagegen ein vorgegebenes oder automatisch zusammengestelltes Programm. Lossless bezeichnet eine Wiedergabe ohne verlustbehaftete Komprimierung. Zahlen zu Titeln und Nutzern sind in Millionen angegeben. Viele Tabellenfelder fehlen oder enthalten Einschränkungen wie „teils“, „Limited“ oder „erfordert ein Premium-Konto“. Der angegebene Stand der Tabellen ist September 2021, obwohl bei ROKK als Startjahr 2025 genannt wird.
Reichweite und Größe aktueller Angebote
Die Dienste unterscheiden sich stark bei Kataloggröße, Nutzerzahl und Verbreitung. Zu den größten angegebenen Katalogen gehören SoundCloud mit 265 Millionen Titeln, Tidal mit mehr als 110 Millionen, YouTube Music mit 80 Millionen, Amazon Music Unlimited und Apple Music mit jeweils 75 Millionen beziehungsweise mehr als 75 Millionen sowie Deezer mit 73 Millionen. Spotify, Qobuz und KKBOX geben jeweils mindestens 70 Millionen Titel an. Kleinere Kataloge besitzen beispielsweise Patari.pk mit 0,02 Millionen, Wolfgang’s mit 0,2 Millionen sowie AccuRadio, Line Music und MOOV mit jeweils 1,5 Millionen Titeln.
Bei den aktiven Nutzern führt in den angegebenen Zahlen Spotify mit 356 Millionen vor Gaana mit 201 Millionen, SoundCloud mit 175 Millionen, iHeartRadio mit 120 Millionen und JioSaavn mit 100 Millionen. Als zahlende Nutzer werden unter anderem 158 Millionen bei Spotify, 72 Millionen bei Apple Music, 55 Millionen bei Amazon Music, 42,7 Millionen bei QQ Music und 30 Millionen bei YouTube Music genannt. Einige Angaben sind unvollständig oder wurden laut Tabelle nie veröffentlicht.
Ein Teil der Angebote ist global oder nahezu global verfügbar. Spotify wird für 178 Länder, Apple Music für 167 Länder und Deezer für mehr als 180 Länder aufgeführt; YouTube Music ist in 100 Ländern verfügbar. Gaana, JioSaavn, Jango, SoundCloud, Stingray Music, TuneIn und Tunezeal werden als global bezeichnet. Andere Dienste konzentrieren sich auf bestimmte Regionen: Pandora ist auf die USA beschränkt, SiriusXM auf Kanada und die USA, Melon auf Südkorea und Line Music auf Japan, Thailand und Taiwan. Anghami bietet vollen Zugang in Vorderasien und Nordafrika und andernorts arabische Musik. KKBOX ist in Hongkong, Japan, Malaysia, Singapur und Taiwan verfügbar, JOOX in Hongkong, Indonesien, Malaysia, Myanmar und Thailand.
Zugang, Funktionen und Plattformen
Viele Dienste ermöglichen kostenlosen Zugang, oft jedoch nur in einem Radio-Modus. Dazu zählen unter anderem Anghami, Deezer, iHeartRadio, JOOX, LiveXLive, Pandora, SiriusXM, Stingray Music und TuneIn. Amazon Music bietet freien Zugang nur auf Alexa-Geräten. Apple Music, Line Music, MOOV, Napster, Qobuz, ROXI, ROKK und Tidal sind in der Tabelle ohne freien Zugang aufgeführt. Bei einzelnen Diensten ist Hören ohne Anmeldung möglich, während Funktionen wie das Abspielen bestimmter Stücke oder das Liken von Songs einen Login erfordern. Music Choice setzt einen Kabelanschluss voraus; Stingray Music ist in Kanada und den USA kostenlos, in anderen Ländern jedoch an ein TV-Abonnement gebunden.
Selektives Streaming ist bei den meisten großen On-Demand-Diensten vorhanden, darunter Amazon Music, Apple Music, Deezer, Spotify, Tidal und YouTube Music. Klassisch radioähnliche Angebote wie AccuRadio, iHeartRadio, Jango, Music Choice und MyTuner Radio bieten es laut Tabelle nicht. Downloadmöglichkeiten bestehen bei zahlreichen Diensten, darunter Amazon Music, Apple Music, Deezer, Napster, Spotify und YouTube Music. Bei SoundCloud sind sie nur eingeschränkt verfügbar; TuneIn und JioSaavn verlangen dafür beziehungsweise für bestimmte Qualitätsfunktionen ein Premium-Konto.
Lossless- beziehungsweise HiFi-Wiedergabe bieten unter anderem Amazon Music, Deezer, KKBOX, MOOV, Qobuz und Tidal. Apple Lossless wird laut Tabelle aktuell nicht unter Windows unterstützt. JOOX, QQ Music und SoundCloud bieten diese Qualität teilweise; Bandcamp wird beim Lossless-Feld als „nein (nur Download)“ geführt. Spotify und YouTube Music sind in der Übersicht ohne Lossless-Angebot angegeben.
Fast alle aufgeführten Dienste besitzen Web-, Android- oder iOS-Zugänge. Viele bieten außerdem Desktop-Apps für Windows und Mac, teilweise auch Linux. Hinzu kommen Geräte und Plattformen wie Sonos, Roku, Chromecast, Apple TV, Android TV, Spielekonsolen, Smart-TVs und vernetzte Lautsprecher. ROXI ist eine Ausnahme: In der Tabelle sind Web-, Android-, iOS- und gewöhnliche Desktop-Angebote verneint; als Plattform wird das eigene System ROXI genannt.
Typische Vergleichsbeispiele
Spotify veranschaulicht ein breit verfügbares Freemium-Angebot: kostenloser und selektiver Zugang sind möglich, Downloads werden unterstützt, Lossless dagegen laut Tabelle nicht. Der Dienst umfasst mehr als 70 Millionen Titel, 356 Millionen aktive und 158 Millionen zahlende Nutzer und ist in 178 Ländern verfügbar. Neben Web, Android, iOS, Windows, Mac und Linux werden 21 weitere Plattformen genannt. Der Start erfolgte im Oktober 2008; ein Login ist notwendig.
Tidal steht beispielhaft für einen kostenpflichtigen HiFi-Dienst. Es gibt keinen freien Zugang, aber selektives Streaming, Lossless-Wiedergabe und Downloads. Genannt werden mehr als 110 Millionen Titel, 4,2 Millionen aktive und 3 Millionen zahlende Nutzer. Der Dienst ist teilweise global verfügbar und unterstützt unter anderem Web, Android, iOS, Windows, Mac, Sonos, Chromecast, Android TV, Apple TV, Fire TV, Naim und Roku. Als Startdatum ist der 28. Oktober 2014 angegeben; ohne Login ist nur eine Vorschau möglich.
YouTube Music verbindet kostenlosen Zugang mit selektivem Streaming und Downloads, bietet der Tabelle zufolge aber kein Lossless. Aufgeführt sind 80 Millionen Titel, 50 Millionen aktive und 30 Millionen zahlende Nutzer sowie eine Verfügbarkeit in 100 Ländern. Der Dienst ist über Web, Android, iOS, eine Progressive Web App und sechs weitere Plattformen zugänglich. Er startete im November 2015; ein Login wird in der Tabelle verneint.
Eingestellte und zusammengeführte Angebote
Viele frühere Dienste wurden nicht ersatzlos beendet, sondern in Nachfolgeangebote integriert, umbenannt oder durch andere Plattformen ersetzt. iTunes Radio und Beats Music gingen am 30. Juni 2015 in Apple Music auf beziehungsweise wurden durch Apple Music ersetzt. MOG war am 21. Januar 2015 zunächst durch Beats Music und schließlich durch Apple Music ersetzt worden. WiMP wurde am 23. März 2015 in Tidal integriert. Rhapsody wurde am 14. Juni 2016 durch Napster ersetzt, Slacker Radio am 25. April 2019 durch LiveXLive und Electric Jukebox am 1. August 2017 durch ROXI.
Auch mehrere Google- und Microsoft-Angebote bildeten längere Nachfolgeketten. Songza verschmolz am 21. Oktober 2014 mit Google Play Music und anschließend mit YouTube Music; Google Play Music wurde am 31. Dezember 2020 mit YouTube Music zusammengeführt. Zune Marketplace wurde am 15. Oktober 2012 durch Xbox Music und schließlich Groove Music ersetzt. Xbox Music selbst wurde am 6. Juli 2015 durch Groove Music abgelöst; Groove Music endete am 31. Dezember 2017. Music Unlimited wurde am 29. März 2015 durch „PlayStation Music powered Spotify“ ersetzt.
Einige Angebote änderten nach dem Ende des eigentlichen Streamingdienstes ihre Aufgabe. Last.fm stellte sein Radio-Streaming am 28. April 2014 ein und betreibt nun eine Datenbank für gehörte Lieder. Musicovery beendete seinen interaktiven Radiodienst am 2. Januar 2017 und stellt nun Playlisten bereit. Simfy verwies seine Nutzer nach der Einstellung am 1. März 2015 vorübergehend auf Deezer. Yahoo! Music Unlimited wurde am 30. September 2008 eingestellt; Nutzer konnten ihr Konto zu Rhapsody übertragen. Rdio endete am 22. Dezember 2015, wobei Pandora Vermögenswerte erwarb.
Weitere genannte Einstellungen sind Thumbplay am 1. März 2011, Mflow am 1. Januar 2012, Ubuntu One Music am 2. April 2014, Songza am 21. Oktober 2014, Rara am 29. März 2015, Grooveshark am 30. April 2015, Blinkbox Music am 11. Juni 2015, MixRadio am 21. März 2016, Guvera am 12. Mai 2017, thesixtyone am 1. Mai 2017, Batanga Radio am 25. Dezember 2017 und Radical.fm am 29. Juni 2018. Gründe werden in der Tabelle nicht für jeden Dienst genannt.