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Simfy
Die Simfy AG war ein deutscher Online-Musikdienst, über den man Musik online anhören konnte. Das Hören von Musik war über Desktop-Anwendungen für Apple …
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Überblick und Funktionsweise
Die Simfy AG war ein deutscher Online-Musikdienst mit Sitz in Berlin. Das 2007 gegründete Unternehmen ermöglichte das Streamen, also das direkte Abspielen von Musik über das Internet. Der Dienst war über die Simfy-Webseite, Desktop-Anwendungen für Apple macOS und Windows, den Simfy-Music-Player sowie Apps für iOS und Android erreichbar.
Das Musikangebot stammte unter anderem von Sony Music, Universal Music, Indie-Labels und kleineren Plattenfirmen und umfasste zeitweise mehr als 20 Millionen Titel. Warner Music entzog Simfy im Februar 2015 die Streamingrechte; Gründe dafür wurden nicht bekannt.
Kostenlose Accounts waren zunehmend eingeschränkt. Mit einem Premium-Account ließ sich Musik ohne Einschränkungen und werbefrei hören. PremiumPlus ermöglichte darüber hinaus die Nutzung mobiler Apps und das Speichern von Playlisten zum Offlinehören. Ab 2010 war Simfy auch in der Schweiz, in Österreich und in Belgien verfügbar.
Entwicklung und Einstellung
Simfy begann als Suchmaschine für günstige Musikdownloads und wurde schrittweise zu einer Plattform für Musikstreaming und Downloads. Seit Anfang Oktober 2010 arbeitete Simfy mit Last.fm zusammen. Nutzer konnten dadurch die Angebote beider Dienste verbinden und bei Simfy gehörte Titel in ihrem Last.fm-Profil speichern.
Im Oktober 2010 wurde die Fusion mit dem Konkurrenten Steereo angekündigt, der in Simfy aufging. Als Grund wurden die zeit- und kostenaufwendigen Verhandlungen mit Rechteverwertern wie der GEMA genannt. Ab dem 29. November 2010 kooperierte Simfy außerdem mit meinVZ, schülerVZ und studiVZ und bot einen vergünstigten Premiumtarif für Schüler und Studenten an.
Anfang 2011 wurde der Simfy-Player für alle Nutzer kostenlos. Im September 2011 begrenzte Simfy die kostenlose Nutzung auf 20 Stunden pro Account und Monat und blendete Banner sowie Werbespots ein. Premium-Nutzer konnten diese Einschränkungen aufheben. PremiumPlus umfasste zusätzlich uneingeschränkte Apps für Apple iOS, Blackberry OS und Android sowie eine Offlinefunktion für Playlisten. Später wurde die kostenlose Nutzung schrittweise weiter eingeschränkt.
Zum ersten Geburtstag meldete Simfy mehr als eine Million registrierte Nutzer, ein monatliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich und eine Finanzierung von zehn Millionen Euro. Ende April 2013 zog die Firmenzentrale von Köln nach Berlin. Im Mai 2013 kündigte das Unternehmen an, sich künftig auf Deutschland zu konzentrieren; die gesamte Finanzierung soll zu diesem Zeitpunkt rund 30 Millionen Euro betragen haben.
Im Juli 2013 verließ Gerrit Schumann als dritter Gründer das Unternehmen. Alexander Herbst, seit 2012 Finanzvorstand, wurde alleiniger Vorstand. Zuvor hatte Simfy Marktanteile an überwiegend internationale Konkurrenten verloren. Zum 1. Mai 2015 wurde das Angebot auf eine eingeschränkte Zahl von Liedern reduziert und damit faktisch eingestellt. Laut Bundesanzeiger wurde die Firma ab Ende April 2015 liquidiert. Seit Mitte Januar 2016 ist auch die Website nicht mehr erreichbar.
Preismodelle
Der uneingeschränkte Premiumtarif kostete 4,99 Euro pro Monat. PremiumPlus kostete 9,99 Euro monatlich und ermöglichte zusätzlich das Hören über Apps sowie die On- und Offlinenutzung von Musik.
Zeitweise gab es vorausbezahlte Premium-Accounts für sechs oder zwölf Monate. Sie boten gegenüber der monatlichen Zahlung eine Ersparnis von ungefähr 5 bis 10 Prozent. Ein Premium-Account für zwölf Monate kostete beispielsweise 49,99 Euro pro Jahr, entsprechend rechnerisch 4,17 Euro pro Monat.
Verknüpfung mit sozialen Diensten
Nutzer konnten ihren Simfy-Account mit Facebook oder Twitter verbinden und dort Lieder oder Alben empfehlen. Informationen über gehörte Stücke ließen sich außerdem an Last.fm übertragen. Dieses Erfassen und Speichern des Hörverlaufs bei Last.fm wird als „Scrobbeln“ bezeichnet.
Konzertmitschnitte
Neben dem gewöhnlichen Musikstreaming bot Simfy unter dem Namen simfy live einen Katalog mit Konzertmitschnitten an. Diese Aufnahmen konnten entweder als Download oder auf USB-Sticks erworben werden, die als „Concert Sticks“ bezeichnet wurden.