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Liste von Abkürzungen im Eisenbahnwesen
B ; beg, beginnt ; Begl, Begleiter ; beh, behandelt oder beheimatet ; Beh, Behälter, deutsche Bezeichnung für Container (auch: Großbehälter) ; Bek, Bekanntgabe oder …
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Zweck und Grundprinzipien
Abkürzungen sind im Eisenbahnwesen weit verbreitet. Bei deutschen und österreichischen Eisenbahnen gelten dafür besondere Vorschriften: Der bei Abkürzungen sonst übliche Punkt wird grundsätzlich weggelassen. Das Verzeichnis umfasst sowohl aktuelle als auch historische Kürzel aus Deutschland und Österreich.
Die Abkürzungen bezeichnen unter anderem Betriebsstellen, Fahrzeuge, Zuggattungen, Signale, technische Anlagen, Tätigkeiten, Vorschriften, Organisationen und physikalische Größen. Groß- und Kleinschreibung sowie zusätzliche Buchstaben sind bedeutungsentscheidend. So steht B unter anderem für Befehlsstellwerk, Sitzwagen 2. Klasse oder Bedarfszug, während Bf „Bahnhof“, Bft „Bahnhofsteil“ und Bstg „Bahnsteig“ bedeutet.
Viele Kürzel sind nicht eindeutig. Ihre Bedeutung ergibt sich erst aus dem Zusammenhang. Beispielsweise kann BR für Baureihe, Betriebsrat, Bettungsreinigung, Brücke oder British Railways stehen. E bezeichnet unter anderem einen ehemaligen Eilzug, einen Empfänger oder ein Endfeld. Z kann Zug, Zugkraft, Zellenwagen oder Kesselwagen bedeuten. Außerdem unterscheiden sich Bezeichnungen nach Bahnverwaltung oder Land: Ausfahrsignal wird bei der DB als Asig, bei der ÖBB als AS und bei der früheren Deutschen Reichsbahn als Ausfsig abgekürzt.
Betrieb, Fahrplan und Infrastruktur
Zentrale betriebliche Begriffe sind Bf für Bahnhof, Bft für Bahnhofsteil, Hp für Haltepunkt, Abzw für Abzweigstelle, Anst für Anschlussstelle und Awanst für Ausweichanschlussstelle. Bst bezeichnet allgemein eine Betriebsstelle. Für Gleisanlagen stehen unter anderem Gl für Gleis, Hgl für Hauptgleis, Rgl für Regelgleis, Ggl für Gegengleis, Bgl für Baugleis und Ühgl für Überholungsgleis. W bedeutet Weiche, EW einfache Weiche, DKW doppelte Kreuzungsweiche und EKW einfache Kreuzungsweiche.
Im Zugbetrieb werden Fdl für Fahrdienstleiter, Tf für Triebfahrzeugführer in Deutschland, Tfzf für Triebfahrzeugführer in Österreich, Zf für Zugführer, Zub für Zugbegleiter und Rf für Rangierfahrt verwendet. Fweg bezeichnet den Fahrweg, FS die Fahrstraße, D-Weg den Durchrutschweg und A-Weg einen alternativen Fahrweg. Betr steht für Betrieb beziehungsweise Betriebsdienst, Zm für Zugmeldung, Zlm für Zuglaufmeldung und ZM für Zugschlussmeldung oder Zugvollständigkeitsmeldung.
Fahrplanbegriffe sind Fpl für Fahrplan, Buchfpl oder Bfpl für Buchfahrplan, Bildfpl für Bildfahrplan, Fplo für Fahrplananordnung und Fplä für Fahrplanänderung. La bezeichnet die Zusammenstellung vorübergehend eingerichteter Langsamfahrstellen und anderer Besonderheiten; umgangssprachlich kann damit auch die einzelne Langsamfahrstelle gemeint sein. Lfst steht für Langsamfahrstelle, Hg für Höchstgeschwindigkeit und VzG für das Verzeichnis örtlich zulässiger Geschwindigkeiten.
Verkehrstage werden ebenfalls abgekürzt: W bedeutet werktags, S an Sonn- und Feiertagen und A an Arbeitstagen. B kennzeichnet einen Bedarfszug. nS bedeutet „an Werktagen, die auf einen Sonn- oder Feiertag folgen“, vS entsprechend „an Werktagen, die vor einem Sonn- oder Feiertag liegen“. Das Zeichen ⊗ steht für einen Programmzug auf besondere Anordnung.
Typische Zuggattungen sind ICE für Intercity-Express, IC für InterCity, EC für EuroCity, IRE für Interregio-Express, RE für Regional-Express und RB für Regionalbahn. Historische Bezeichnungen sind beispielsweise D beziehungsweise D-Zug für Durchgangszug, E beziehungsweise E-Zug für Eilzug und TEE für Trans-Europ(e)-Express. Lr bezeichnet einen Leerreisezug, Lz ein einzeln fahrendes Triebfahrzeug und Gz einen Güterzug.
Signale, Sicherung und Zugsteuerung
Für Signale werden Esig für Einfahrsignal, Asig für Ausfahrsignal, Vsig für Vorsignal, Bksig für Blocksignal, Zsig für Zwischensignal und Sperrsig für Sperrsignal verwendet. Signalgruppen sind unter anderem Hp-Signale für Hauptsignale, Vr für Vorsignalbegriffe, Ks-Signale für Kombinationssignale, Ra-Signale für den Rangierdienst, Zs-Signale für Zusatzsignale an Hauptsignalen und Zp-Signale für das Zugpersonal. Stw bedeutet Stellwerk, ESTW elektronisches Stellwerk, DSTW digitales Stellwerk und BZ Betriebszentrale.
Zugbeeinflussungssysteme überwachen die Zugfahrt. PZB steht für Punktförmige Zugbeeinflussung, LZB für Linienförmige Zugbeeinflussung und ETCS für European Train Control System, also Europäische Zugbeeinflussung. ERTMS bedeutet European Rail Traffic Management System. GSM-R ist das Global System for Mobile Communication – Rail; FRMCS bezeichnet das Future Railway Mobile Communication System.
ETCS verwendet zahlreiche englische Fachkürzel. MA ist die Movement Authority, also die Fahrerlaubnis. EOA bezeichnet das End Of Movement Authority, RBC das Radio Block Centre bei ETCS-Level 2 und 3 und DMI das Driver Machine Interface. Die Stufen werden als L0, L1, L1LS, L2, L2oS und L3 bezeichnet; L1LS bedeutet ETCS Level 1 Limited Supervision und L2oS ETCS Level 2 ohne Signale. Beispiele für ETCS-Betriebsarten sind FS für Full Supervision, LS für Limited Supervision, OS für On Sight, SR für Staff Responsible, SH für Shunting, TR für Trip und PT für Post Trip.
Zur Bahnübergangstechnik gehören BÜ für Bahnübergang, BÜSA für Bahnübergangssicherungsanlage und ÜS für deren Überwachungssignal. EÜ bedeutet Eisenbahnüberführung, bei der die Eisenbahn einen Verkehrsweg überquert; SÜ bezeichnet dagegen eine Straßenüberführung über die Bahn.
Fahrzeuge, Wagen und Technik
Tfz steht für Triebfahrzeug, Lok für Lokomotive, Ellok für elektrische Lokomotive, Tw für Triebwagen und Tz für Triebzug. ET bezeichnet einen Elektrotriebwagen, ETA einen elektrischen Triebwagen mit Akkumulatorenbatterien, VT einen Verbrennungstriebwagen und DoSto einen Doppelstockwagen. Fz kann Fahrzeug oder Fahrzeugzustand bedeuten, Rs Radsatz und DG Drehgestell.
Bei Reisezugwagen bilden Großbuchstaben und Kennbuchstaben ein System von Gattungszeichen. A bezeichnet einen Sitzwagen 1. Klasse, B einen Sitzwagen 2. Klasse und AB einen Wagen mit Plätzen beider Klassen. D steht allein oder nach A beziehungsweise B für einen Gepäckwagen, vor A beziehungsweise B dagegen für einen Doppelstockwagen. WL kennzeichnet einen Schlafwagen, WR einen Speisewagen, Post einen Postwagen und SR einen Gesellschafts- beziehungsweise früheren Salonwagen. Kombinationen präzisieren die Ausstattung: WLA ist ein Schlafwagen erster Klasse, WLAB ein Schlafwagen erster und zweiter Klasse, AR ein Sitzwagen erster Klasse mit Küche und Speiseraum und BR die entsprechende Ausführung zweiter Klasse.
Kleine Kennbuchstaben ergänzen die Gattung. b weist auf behindertengerechte Ausrüstung hin, c auf einen Liegewagen, d auf einen Mehrzweckraum oder Fahrradwagen, p auf einen klimatisierten Großraumwagen mit Mittelgang und z auf zentrale Energieversorgung aus der Zugsammelschiene. m kennzeichnet einen Fernverkehrswagen mit mehr als 24,5 m Länge. n bezeichnet einen Nahverkehrswagen mit mehr als 24,5 m Länge, festgelegter Innenraumaufteilung, zwei Mitteleinstiegen und konventioneller DB-Wendezug-Steuerleitung. x und y stehen für genauer bestimmte S-Bahn- beziehungsweise Nahverkehrsbauarten.
Wichtige Bremskürzel sind Br für Bremse, Brh oder Bh für Bremshundertstel, HLL beziehungsweise HL für Hauptluftleitung, HBL für Hauptluftbehälterleitung, MgBr für Magnetschienenbremse und WB für Wirbelstrombremse. A-Druck ist der Ausgleichbehälterdruck, C-Druck der Bremszylinderdruck. AFB bedeutet Automatische Fahr- und Bremssteuerung, Sifa Sicherheitsfahrschaltung und ep-Bremse elektropneumatische Bremse.
Für die Energie- und Fahrzeugsteuerung stehen unter anderem OL für Oberleitung, DSA für Dachstromabnehmer, SA für Stromabnehmer, ZS für Zugsammelschiene, ZEV für Zentrale Energieversorgung, ZWS für Zeitmultiplexe Wendezugsteuerung und ZDS für Zeitmultiplexe Doppeltraktionssteuerung.
Vorschriften, Unternehmen und internationale Begriffe
Zu den grundlegenden Regelwerken gehören EBO für Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung, ESO für Eisenbahn-Signalordnung, FV für Fahrdienstvorschrift und Ril für Richtlinie. FV-DB bezeichnet die Fahrdienstvorschrift der DB InfraGO AG, FV-NE diejenige der nichtbundeseigenen Eisenbahnen. Betra bedeutet Betriebs- und Bauanweisung. TSI steht für Technical Specification for Interoperability, also Technische Spezifikationen für die Interoperabilität; TSI CCS betrifft Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung. RID regelt die internationale Beförderung gefährlicher Güter im Schienenverkehr, CIV den internationalen Eisenbahn-Personen- und Gepäckverkehr und CIM den internationalen Eisenbahngüterverkehr. COTIF bezeichnet das Übereinkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr.
EIU bedeutet Eisenbahninfrastrukturunternehmen, EVU Eisenbahnverkehrsunternehmen und ECM Entity in Charge of Maintenance, also die für die Instandhaltung eines Fahrzeugs verantwortliche Stelle. EBA steht für Eisenbahn-Bundesamt, BEU für Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchung und ERA für European Railway Agency beziehungsweise Europäische Eisenbahnagentur.
Häufige Bahnunternehmen und Verbände sind DB beziehungsweise DB AG für Deutsche Bahn Aktiengesellschaft, ÖBB für Österreichische Bundesbahnen, SBB für Schweizerische Bundesbahnen, SNCF für die französische, PKP für die polnische und ČD für die tschechische Staatsbahn. UIC bezeichnet die Union internationale des chemins de fer, den Internationalen Eisenbahnverband. Historische Organisationskürzel wie DR für Deutsche Reichsbahn, Rbd für Reichsbahndirektion, BD beziehungsweise BBD für Bundesbahndirektion und Raw für Reichsbahnausbesserungswerk zeigen, dass das Verzeichnis auch ältere Verwaltungs- und Betriebsstrukturen abbildet.