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Liste deutscher Erfinder und Entdecker
Die Liste deutscher Erfinder und Entdecker ist eine Liste von Erfindern und Entdeckern aus Deutschland in alphabetischer Reihenfolge des Familiennamens.
Inhalt5 Abschnitte
Gegenstand und Einordnung
Die Liste deutscher Erfinder und Entdecker ordnet Personen aus Deutschland alphabetisch nach Familiennamen. Sie umfasst sehr unterschiedliche Arten von Leistungen: technische Erfindungen, naturwissenschaftliche Entdeckungen, medizinische Beschreibungen, mathematische Theorien sowie Beiträge zu Verkehr, Kommunikation, Alltagsgegenständen und Kulturtechnik.
Der Artikel ist mit einem Hinweis versehen, dass er grundlegend überarbeitet werden müsse. Die Einträge nennen daher jeweils Personen und zugeschriebene Leistungen, ohne ein einheitliches Kriterium für „deutsch“, „Erfinder“ oder „Entdecker“ zu erläutern.
Naturwissenschaften, Mathematik und Astronomie
Ein großer Teil der Liste betrifft Grundlagenforschung. In der Physik stehen unter anderem Georg Simon Ohms ohmsches Gesetz zu Stromstärke, Widerstand und Spannung, Rudolf Clausius’ Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik, Max Plancks Quantentheorie sowie Albert Einsteins Forschungen zu Raum, Zeit und Gravitation. Werner Heisenberg wird mit der Unschärferelation genannt. Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte am 8. November 1895 die Röntgenstrahlen und erhielt dafür 1901 den ersten Nobelpreis für Physik.
Weitere wichtige physikalische Entwicklungen sind Heinrich Hertz’ Nachweis elektromagnetischer Radiowellen, Max von Laues Nachweis der Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen 1912, Gerd Binnigs Rastertunnelmikroskop von 1981 und Stefan Hells superauflösende Fluoreszenzmikroskopie. Klaus von Klitzing entdeckte den Quanten-Hall-Effekt, Peter Grünberg den GMR-Effekt. Die Liste nennt auch die Hochtemperatur-Supraleitung in Keramiken aus Kupferoxiden, für deren Entdeckung Johannes Georg Bednorz 1987 den Physik-Nobelpreis erhielt.
In Mathematik und Logik werden Georg Cantor als Begründer der Mengenlehre, Carl Friedrich Gauß mit unter anderem Gaußscher Zahlenebene, Gaußscher Krümmung und Eliminationsverfahren, Gottfried Wilhelm Leibniz mit der Infinitesimalrechnung von 1684 sowie Emmy Noether genannt. Das Noether-Theorem verbindet Symmetrien physikalischer Naturgesetze mit Erhaltungsgrößen. Johannes Kepler entdeckte die Gesetze der Planetenbahnen um die Sonne; Johann Galle den Planeten Neptun. Walter Baade zeigte 1952, dass die Entfernungen zu Galaxien mindestens doppelt so groß seien wie zuvor angenommen; damit verdoppelten sich nach dem Eintrag Maßstab und Alter des Universums.
Chemie, Biologie und Medizin
Die Chemie ist besonders stark vertreten. Genannt werden beispielsweise Franz Carl Achards Technik zur Zuckerherstellung aus Zuckerrüben und die erste funktionsfähige Zuckerrübenfabrik der Welt in Preußen 1802, Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus beim europäischen Porzellan sowie Otto Schotts Borsilikatglas von 1887. Friedrich Wöhler synthetisierte 1828 Harnstoff aus Ammoniumcyanat. Fritz Haber erhielt den Nobelpreis für die Synthese von Ammoniak aus dessen Elementen. Otto Bayer entdeckte 1937 die Polyaddition für die Polyurethansynthese.
Bei Kunststoffen und Werkstoffen nennt die Liste unter anderem Polymethylmethacrylat (Plexiglas) von Walter Bauer und Otto Röhm, Polyamid Perlon von Paul Schlack, Polystyrol von Eduard Simon, synthetischen Kautschuk „Buna“ von Fritz Hofmann sowie das Ziegler-Natta-Verfahren von Karl Ziegler. Franz Fischer und Hans Tropsch entwickelten 1925 die Fischer-Tropsch-Synthese zur künstlichen Herstellung von Treibstoffen.
In Medizin und Biologie reichen die Einträge von der Entdeckung einzelner Strukturen und Krankheitserreger bis zu Diagnose- und Behandlungsmethoden. Richard Altmann entdeckte 1886 das Mitochondrium. Robert Koch isolierte Bacillus anthracis 1877, den Tuberculosis bacillus 1882 und Vibrio cholera 1883. Erich Hoffmann und Fritz Schaudinn entdeckten 1905 den Syphilis-Erreger Spirochaeta pallida, heute Treponema pallidum. Otto Hahn und Fritz Straßmann werden als Mitentdecker der Kernspaltung genannt; Lise Meitner und Otto Frisch lieferten ihre erste physikalisch-theoretische Erklärung.
Praktische medizinische Beiträge sind etwa Hans Bergers Elektroenzephalographie (EEG), Werner Forßmanns Herzkatheteruntersuchung, Josef F. Billes LASIK-Verfahren zur operativen Korrektur von Fehlsichtigkeiten und die Petrischale von Julius Richard Petri. Paul Ehrlich ermöglichte die Diagnose zahlreicher Blutkrankheiten, entwickelte eine medikamentöse Syphilisbehandlung und begründete damit die Chemotherapie.
Technik, Verkehr und Kommunikation
Viele Einträge betreffen Antriebe und Fahrzeuge. Carl Benz’ Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1885 wird als erstes Automobil bezeichnet; Gottlieb Daimler entwickelte den ersten schnelllaufenden Benzinmotor und das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor. Rudolf Diesel erfand den Dieselmotor, Nikolaus August Otto den Ottomotor und Felix Wankel den Wankelmotor. Béla Barényi werden Knautschzone, Sicherheitsfahrgastzelle, Sicherheitslenksäule und weitere Grundlagen der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit zugeschrieben; über 2.500 Patente basierten laut Liste auf seinem Wirken.
Zur Luft- und Raumfahrt gehören Otto Lilienthals erster erfolgreicher Flug eines Menschen, Ferdinand Graf von Zeppelins erstes lenkbares Luftschiff, Hermann Oberths Beiträge zur wissenschaftlichen Raketentechnik und Wernher von Brauns Rolle als Wegbereiter der Raumfahrt. Hans Joachim Pabst von Ohain erfand den modernen Strahlantrieb 1933 und erhielt 1936 ein Patent; Frank Whittle habe bereits 1928/1929 unabhängig ein ähnliches Konzept entwickelt. Hermann Kemper erfand die Magnetschwebebahn mit räderlosen, magnetisch schwebenden Fahrzeugen.
Bei Kommunikation und Informationsverarbeitung nennt die Liste Johannes Gutenbergs Buchdruck mit beweglichen Metalllettern und Druckerpresse, Johann Philipp Reis’ erstes Telefon von 1861, Werner von Siemens’ elektrischen Zeigertelegrafen von Ende 1846 und Fritz Pfleumers Tonband. Karlheinz Brandenburg entwickelte das MP3-Dateiformat zur Audiodatenkompression, Walter Bruch das PAL-Farbfernsehsystem und Friedhelm Hillebrand den Short Message Service (SMS). Konrad Zuse wird als Erfinder des ersten funktionstüchtigen Rechners der Welt aufgeführt; Herman Hollerith erfand das Lochkartenverfahren für die Datenverarbeitung.
Alltag, Produktion und typische Beispiele
Neben Großtechnik enthält die Liste viele Gebrauchs- und Produktionsmittel. Dazu gehören Julius Alberts Drahtseil, Wilhelm Bartelmanns Strandkorb, Melitta Bentz’ Kaffeefilter von 1908, Wilhelm Berkefelds Trinkwasserfilter, Artur Fischers Fischerdübel, Ernst Büchners Büchnerflasche und Büchnertrichter sowie Emil Erlenmeyers Erlenmeyerkolben. Adolf Rambold erfand 1929 den modernen Teebeutel mit Zweikammersystem, Hans Beck das Spielzeug Playmobil und Richard Steiff den Teddybären.
Als typische Beispiele für die Verbindung von Wissenschaft und Alltag nennt die Liste den Eierschneider von Willy Abel, den Leibniz-Butterkeks von Hermann Bahlsen, die erste käufliche Zahnpasta „Chlorodont“ von Ottomar von Mayenburg und das erste flüssige Shampoo in Deutschland von Hans Schwarzkopf aus dem Jahr 1927. Franz Carl Achards Zuckerrübentechnik, Friedrich Gottlob Kellers industrielles Papierherstellungsverfahren von 1843 und Johannes Gutenbergs Drucktechnik zeigen zudem, wie Erfindungen Herstellung, Verbreitung und Nutzung von Gütern verändern können.
Einige Zuschreibungen sind ausdrücklich eingeschränkt oder umstritten: Berthold Schwarz wird mit Schwarzpulver um 1350er genannt, jedoch als „umstritten“. Beim Teddybären wird neben Richard Steiff auch Morris Michtom genannt. Die Langspielplatte wird Peter Carl Goldmark zugeschrieben, während einige Erfindungen als Gemeinschaftsleistungen aufgeführt sind, etwa die Diels-Alder-Reaktion von Otto Diels und Kurt Alder oder die Chipkarte von Jürgen Dethloff und Helmut Gröttrup.