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Lesestrategie

Lesestrategien sollen dem Leser helfen, sich die Inhalte noch unbekannter Texte zu erschließen. Zu den wichtigsten Lesestrategien des „überfliegenden …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Zweck
  2. 2. Schnelle Orientierung durch Skimming
  3. 3. Gezielte Informationssuche durch Scanning
  4. 4. Methoden für verstehendes Lesen
  5. 5. Trainierbarkeit

Grundidee und Zweck

Lesestrategien helfen Leserinnen und Lesern dabei, die Inhalte unbekannter Texte gezielt zu erschließen. Welche Strategie geeignet ist, hängt vom Leseziel ab: Beim „überfliegenden Lesen“ dienen Skimming und Scanning entweder der schnellen Orientierung oder der Suche nach einzelnen Informationen. Andere Verfahren unterstützen das gründliche Verstehen und langfristige Behalten von Inhalten. Solche Verfahren werden auch als Studientechniken eingesetzt.

Schnelle Orientierung durch Skimming

Skimming bedeutet, einen Text zu überfliegen, um erste Leseeindrücke zu sammeln und sich einen Überblick über sein Thema zu verschaffen. Dabei wird der Text noch nicht vollständig und gründlich ausgewertet.

Typische Leitfragen sind:

  • Um welche Textart handelt es sich?
  • Welchem Bereich lässt sich der Text zuordnen?
  • Was zeigen Zwischen- und Unterüberschriften sowie andere Merkmale des Layouts?
  • Welche Schlüsselbegriffe kommen besonders häufig vor?

Skimming eignet sich somit dazu, Aufbau, Themengebiet und voraussichtlichen Inhalt eines Textes schnell zu erkennen.

Gezielte Informationssuche durch Scanning

Scanning ist das gezielte Durchsuchen eines Textes nach bestimmten Informationen. Der Text wird dabei nicht unbedingt vollständig gelesen, sondern auf vorher festgelegte Aspekte hin abgesucht. Gesucht werden können beispielsweise bestimmte Schlagwörter oder Gedanken. Im Unterschied zum Skimming, das einen allgemeinen Überblick liefert, dient Scanning vor allem dazu, einzelne benötigte Angaben zu finden.

Methoden für verstehendes Lesen

Für die intensivere Aneignung von Wissen gibt es mehrstufige Lesestrategien. Ein wichtiges Beispiel ist die SQ3R-Methode von F. P. Robinson. Zu ihren Erweiterungen gehören PQ4R und SQ4R. Diese Methoden legen eine Abfolge von Arbeitsschritten fest, die das Verstehen und Behalten von Textinhalten verbessern soll.

Daneben existieren zahlreiche weitere Lese- und Zuhörstrategien. Viele ihrer Namen sind Abkürzungen für die jeweiligen Arbeitsschritte. Beispiele sind:

  • OK4R: Overview, Key ideas, Read, Recall, Reflect, Review; zugeordnet zu Walter Pauk.
  • PQRST: Preview, Question, Read, Summarize, Test.
  • RAP: Read, Ask, Put.
  • REAP: Read, Encode, Annotate, Ponder.
  • PQ3R: Preview, Question, Read, Recite, Review.
  • PARS: Purpose, Ask, Read, Summarize.
  • SQRW: Survey, Question, Read, Write.
  • PSC: Preview, Study, Check.
  • OARWET: Overview, Ask, Read, Write, Evaluate, Test; von Norman (1968).

Einige Verfahren richten die Aufmerksamkeit zunächst auf Merkmale, die vor oder neben dem eigentlichen Text liegen. Dazu gehören CATAPULT mit Covers, Author, Title, Audience, Page 1, Underlying message, Look at features, Time, place, important people sowie THIEVES mit Title, Headings, Introduction, Every first sentence of each paragraph, Visuals and vocabulary, End-of-chapter question, Summary. THIEVES wird Manz (2002) zugeschrieben.

Weitere genannte Verfahren sind CT-RA („Creative Thinking-Reading Activities“) von Haggard (1986), DRA („Directed Reading Activity“) von Betts (1946), DR-TA („Directed Reading-Thinking Activity“) von Stauffer (1975), FLIP („Flip, Look, Information, Predict“), C2R („Concentrate, Read, Remember“), PREP („Prereading Plan“), TELL („Titel, Examine, Look, Look“), HIP („Headings, Introducion, Prediction“), PANORAMA („Purpose, Adapting rate to material, Need to pose questions, Overview, Read & Relate, Annotate, Memorize, Assess“), SQRQCQ („Survey, Question, Read, Question, Compute, Question“) und SQP2RS („Survey, Question, Predict, Read, Respond, Summarize“).

EVOKER ist für das Lesen von Prosa, Poesie und Dramen vorgesehen und umfasst Explore, vocabulary, Oral reading, Key ideas, Evaluate; als Autor wird Walter Pauk genannt. Außerdem führt die Übersicht OK5R, C&S von Clary and Sheppo sowie T⁴ („Technique four“) auf, ohne die zugehörigen Schritte vollständig anzugeben.

Trainierbarkeit

Lesestrategien können grundsätzlich trainiert werden. Dafür gibt es zahlreiche erfolgreiche und erprobte Strategietrainings. Als Beispiel werden die „Textdetektive“ von Andreas Gold genannt.

Lernvideos zu Lesestrategie

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