Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Lasermedium

Als Lasermedium (auch laseraktives Medium) wird ein Material bezeichnet, das sich zur Erzeugung von Laserlicht durch stimulierte Emission eignet.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Bedeutung für Lasereigenschaften
  3. 3. Arten von Lasermedien
  4. 4. Voraussetzung
  5. 5. Sonderfälle
  6. 6. Weiterführende Quellen

Grundidee

Ein Lasermedium, auch laseraktives Medium genannt, ist ein Material, das Laserlicht durch stimulierte Emission erzeugen kann. Stimulierte Emission bedeutet, dass angeregte Teilchen durch ein passendes Lichtteilchen dazu gebracht werden, weiteres Licht mit passenden Eigenschaften auszusenden.

Das Lasermedium ist neben der Pumpquelle und dem Resonator eines der drei wesentlichen Elemente eines Lasers. Die Pumpquelle liefert Energie, der Resonator mit Spiegeln verstärkt und ordnet das Licht. Eine Ausnahme sind Freie-Elektronen-Laser (FEL): Sie sind völlig anders konstruiert und arbeiten ohne laseraktives Medium.

Bedeutung für Lasereigenschaften

Laser werden typischerweise nach ihrem Lasermedium eingeteilt, zum Beispiel als Festkörperlaser, Farbstofflaser oder Gaslaser. Der Grund ist, dass das Medium beziehungsweise der lichtverstärkende Aufbau zusammen mit dem Resonator wichtige Eigenschaften des Lasers bestimmt.

Dazu gehören die Wellenlänge des Laserlichts, bei sichtbarem Licht also auch die Farbe, außerdem die maximal erreichbare Leistung und die Pulseigenschaften.

Arten von Lasermedien

Ein laseraktives Medium kann allgemein ein Festkörper, eine Flüssigkeit oder ein Gas sein.

Festkörper sind zum Beispiel dotierte Gläser und Kristalle; solche Laser heißen Festkörperlaser. Eine Dotierung bedeutet, dass einem Material gezielt Fremdstoffe zugesetzt werden, damit es bestimmte optische Eigenschaften erhält.

Flüssige Lasermedien sind zum Beispiel Farbstofflösungen; sie werden in Farbstofflasern verwendet. Gasförmige Medien sind zum Beispiel ein Helium-Neon-Gemisch oder Argon; sie werden in Gaslasern genutzt.

Voraussetzung

Eine notwendige Voraussetzung dafür, dass ein Material als Lasermedium geeignet ist, ist die Möglichkeit einer Besetzungsinversion durch externe Energiezufuhr. Besetzungsinversion bedeutet, dass mehr Teilchen in einem angeregten Energiezustand sind als in einem niedrigeren Zustand. Das ist wichtig, damit Lichtverstärkung durch stimulierte Emission möglich wird.

Die externe Energiezufuhr wird im Artikel als optisches Pumpen bezeichnet. Dabei wird Energie in das Medium eingebracht, um die Teilchen in angeregte Zustände zu versetzen.

Sonderfälle

Nicht alle Laser besitzen ein laseraktives Medium im Sinne eines gewöhnlichen Materials. Die Besetzungsinversion kann auch mithilfe von Strukturen erzeugt werden.

Als Beispiele nennt der Artikel Strukturen aus Halbleitermaterial beim Diodenlaser oder beim Quantenkaskadenlaser.

Weiterführende Quellen

Der Artikel verweist auf den Eintrag „Gain Media“ in der Encyclopedia of Laser Physics and Technology sowie auf F. Kneubühl und M. Sigrist: „Laser“, 7. Auflage, Vieweg + Teubner, Zürich 2008, ISBN 978-3-8351-0145-6.

Lernvideos zu Lasermedium

Weiterlesen

Laser Laser [ˈlɛɪzər], auch [ ˈleːzər] oder [ ˈlaːzər] bezeichnet ein Gerät, mit dem Licht mit besonderen Eigenschaften, sogenanntes Laserlicht, erzeugt wird. Freie-Elektronen-Laser Ein Freie-Elektronen-Laser (engl.: free-electron laser, kurz FEL) ist eine Strahlungsquelle, die Synchrotronstrahlung mit sehr hoher Brillanz erzeugt. Farbe “ Einfacher formuliert: Farbe ist die einzige Eigenschaft, die es erlaubt, mit dem Auge zwei strukturlose Flächen gleicher Helligkeit zu unterscheiden. Das … Leistung (Physik) Die Leistung als physikalische Größe bezeichnet die in einer Zeitspanne umgesetzte Energie dividiert durch diese Zeitspanne. Ihr Formelzeichen ist meist P … Festkörper Die Festkörperphysik befasst sich mit der Physik von Materie im festen Aggregatzustand, als Spezialfall der kondensierten Materie, die Flüssigkeiten einschließt … Glas Glas (von germanisch glasa „das Glänzende, Schimmernde“, auch für „Bernstein“) ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe amorpher Feststoffe, die beim Abkühlen … Gas Neben fest und flüssig ist gasförmig einer der drei klassischen Aggregatzustände. Eine Substanz ist dann ein Gas, wenn sich ihre Teilchen in großem Abstand … Argon Hauptgruppe bzw. der 18. IUPAC-Gruppe und zählt daher zu den Edelgasen. Wie die anderen Edelgase ist es ein farbloses, äußerst reaktionsträges, einatomiges Gas. Besetzungsinversion Besetzungsinversion (Besetzungsumkehr) (lateinisch inversio ‚Umkehr') ist ein Begriff aus der Physik von Systemen (beispielsweise Atomen), die nur bestimmte … Energie Energie ist eine fundamentale physikalische Größe. Ihre SI-Einheit ist das Joule. Energie tritt in verschiedenen Formen auf, etwa als kinetische, … Halbleiter Halbleiter sind Festkörper, deren elektrische Leitfähigkeit zwischen der von elektrischen Leitern (>10 4 S/cm) und der von Nichtleitern (<10 −8 S/cm) liegt … Diodenlaser Ein Diodenlaser ist ein Laser, dessen Licht mit Laserdioden, also mit Halbleitermaterialien, erzeugt wird. Diodenlaser können Lichtleistungen bis über 60 kW …