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Landbrücke

Eine Landbrücke bezeichnet in der Geomorphologie einen Landstreifen, der zwei ansonsten durch Meere getrennte Landmassen verbindet.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Verschwinden
  3. 3. Beispiele aus verschiedenen Zeiten
  4. 4. Landbrücken-Hypothesen

Definition und Bedeutung

Eine Landbrücke ist in der Geomorphologie ein Landstreifen, der zwei ansonsten durch Meere getrennte Landmassen miteinander verbindet. Der schmalste Punkt einer Landbrücke heißt Isthmus.

Landbrücken sind für die Biogeographie besonders wichtig. Sie erleichtern Tieren und Pflanzen die Ausbreitung in neue Gebiete und ermöglichen dadurch einen Austausch von Tier- und Pflanzenwelt, den sogenannten Faunen- und Florenaustausch. Auch die Ausbreitung des Menschen von Asien nach Amerika über Beringia ist ein Beispiel für diese Bedeutung. Doggerland, die Landbrücke zwischen dem europäischen Festland und Britannien, war ein Durchzugs- und Siedlungsgebiet eiszeitlicher Jäger und Sammler.

Entstehung und Verschwinden

Landbrücken können durch verschiedene geologische Vorgänge entstehen. Eine wichtige Ursache ist das Absinken des Meeresspiegels, etwa während der letzten Kaltzeit. Auch plattentektonische Bewegungen können Landmassen verbinden. Gelegentlich entstehen Landbrücken durch eine postglaziale Landhebung, also durch das Anheben von Land nach dem Ende einer Vereisung; dies wird im Zusammenhang mit der Regression (Geologie) genannt.

Landbrücken können auch wieder verschwinden. Gründe dafür sind plattentektonische Bewegungen oder das erneute Ansteigen des Meeresspiegels während einer Warmzeit. Dieser Vorgang wird als Transgression (Geologie) bezeichnet.

Im weiteren Sinne zählen auch aus Sanddünen bestehende Tomboli zu den Landbrücken. Außerdem können vorübergehende Landstreifen zu Halbinseln oder Inseln in Seen und Flüssen sowie Sandbänke, die bei Niedrigwasser trockenfallen, als Landbrücken bezeichnet werden. Der Mensch hat ebenfalls künstliche Landbrücken geschaffen und dadurch Inseln zu Halbinseln gemacht.

Beispiele aus verschiedenen Zeiten

Zu den genannten Beispielen gehören:

  • Im Tertiär bildete die Gibraltarschwelle vor etwa sechs bis fünf Millionen Jahren eine Landbrücke. Ihre Entstehung führte zur Messinischen Salinitätskrise.
  • Im Pleistozän und frühen Holozän verband Beringia, auch Beringbrücke genannt, Asien und Nordamerika.
  • Doggerland verband das europäische Festland mit der britischen Insel.
  • Die Adamsbrücke verband Indien und Sri Lanka.
  • Eine Landbrücke in der Bass-Straße verband Tasmanien zeitweise mit dem australischen Festland.
  • Der Isthmus von Panama entstand vor drei Millionen Jahren. Seine Bildung ermöglichte den Großen Amerikanischen Faunenaustausch.
  • Die Sinai-Halbinsel verbindet Afrika und Eurasien.

Die Beispiele zeigen, dass Landbrücken sowohl nur zeitweise während bestimmter Erdzeitalter als auch in der Gegenwart bestehen können.

Landbrücken-Hypothesen

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Landbrücken-Hypothesen entwickelt. Sie sollten erklären, warum nahe verwandte Lebewesen in weit voneinander entfernten Verbreitungsgebieten vorkommen. Nach der Erkenntnis der Plattentektonik und der Kontinentaldrift wurden die meisten dieser Hypothesen jedoch überholt und damit obsolet.

Lernvideos zu Landbrücke

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