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La Niña

La Niña (span. das Mädchen) ist ein Wetterereignis, das meist im Anschluss an El Niño auftritt. Es ist wie dessen Gegenstück. Grafische Darstellung zu La …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Mechanismus
  2. 2. Wichtige regionale Auswirkungen
  3. 3. Beobachtete Schwankungen und Beispiele
  4. 4. Jüngste Ereignisse und Prognose

Grundidee und Mechanismus

La Niña ist ein Wetterereignis, das meist im Anschluss an El Niño auftritt und als dessen Gegenstück gilt. Kennzeichnend sind überdurchschnittlich große Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien. Dadurch verstärken sich die Passatwinde und die Walker-Zirkulation, also die großräumige atmosphärische Zirkulation über dem tropischen Pazifik. Sie wird zugleich abgekühlt.

Die stärkeren Passatwinde treiben warmes Oberflächenwasser des Pazifiks verstärkt nach Südostasien. Vor der Küste Perus steigt deshalb mehr kaltes Tiefenwasser auf. Dieses Wasser kann bis zu 3 °C unter der Durchschnittstemperatur liegen. Im äquatorialen Pazifik entsteht dadurch die für La Niña typische Abkühlung der Meeresoberfläche.

Die verstärkte und abgekühlte atmosphärische Zirkulation verursacht Telekonnektionen, also Fernwirkungen auf andere Regionen. Die betroffenen Luftmassen gelangen in den gemäßigten Breiten durch die Westwinddrift bis zum Atlantik.

Wichtige regionale Auswirkungen

Die Auswirkungen von La Niña sind insgesamt weniger stark als bei El Niño, können aber erhebliche Folgen haben. Im Westpazifik ist das Oberflächenwasser wärmer. Je größer der Temperaturunterschied zwischen dem östlichen und westlichen Pazifik ist, desto mehr Regen fällt an der australischen Nordostküste.

In Südostasien kommt es zu Starkregen, der Erdrutsche auslösen kann. Im zweiten Halbjahr 2010 fiel dort so viel Regen wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht. Ende 2010 führten Rekordregenfälle in Queensland und im nördlichen New South Wales zu Überflutungen, deren Ausdehnung ungefähr der halben Fläche des deutschen Bundeslandes Bayern entsprach. Gleichzeitig herrschte im Südwesten Australiens eine zuvor nicht beobachtete extreme Dürre.

In Südamerika fällt dagegen weniger Regen, und die Wüsten trocknen aus. In Nordamerika wird das Auftreten von Hurrikanen begünstigt. Im direkten Einflussgebiet, also ohne die Fernwirkungen zu berücksichtigen, treten jedoch weniger Naturkatastrophen auf als bei El Niño.

Beobachtete Schwankungen und Beispiele

Messungen der Meeresoberflächentemperatur zeigen die charakteristische Abkühlung im äquatorialen Pazifik beispielsweise für Januar bis Februar 2006, November 2007 und April 2008. Im April 2008 war zusätzlich westlich der nordamerikanischen Küste eine Anomalie der Pazifischen Dekaden-Oszillation (PDO) zu sehen.

Zwischen 1970 und etwa 1995 nahm die Zahl der La-Niña-Ereignisse ab, während El-Niño-Ereignisse häufiger wurden. Deshalb wurde vermutet, dass der anthropogene Treibhauseffekt dafür verantwortlich sei. Bewiesen ist dies jedoch nicht. Seit Ende der 1990er Jahre hat sich der Trend deutlich umgekehrt; der langjährige Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts wurde wieder erreicht.

Heute wird angenommen, dass diese Schwankungen größtenteils auf natürliche Ursachen zurückgehen. Im Pazifik wechseln sich in Abständen von etwa 20–30 Jahren warme und kalte Phasen der PDO ab. Diese Phasen werden El Viejo und La Vieja genannt. Der kurzfristige Einfluss der Klimaerwärmung auf solche Klimaverteilungssysteme wurde vermutlich überschätzt; wegen der Trägheit der Systeme kann sich diese Einschätzung jedoch ändern. Auch aus der Häufung von La-Niña-Ereignissen zwischen 2020 und 2022 lässt sich kein Schluss ziehen.

Jüngste Ereignisse und Prognose

Das letzte im Artikel beschriebene La-Niña-Ereignis dauerte ungewöhnlich lange, von 2020 bis Anfang 2023. In Australien regnete es so stark, dass der Meeresspiegel örtlich messbar deutlich anstieg. Auch in Pakistan und Indien gab es mehr Niederschläge, wodurch das Risiko von Überschwemmungen und Missernten zunahm. Der Süden und Südosten der USA trockneten dagegen aus, während in der Karibik mehr Hurrikane auftraten. Im südlichen Südamerika kam es ebenfalls zu Hitzewellen und Dürren, unter anderem in Uruguay am Río Santa Lucía.

Anfang 2025 gab die US-Atmosphären-Behörde NOAA den Beginn eines La-Niña-Ereignisses bekannt. Laut den im Artikel genannten Messungen bestand eine Wahrscheinlichkeit von 60 %, dass La Niña zwischen März 2025 und Mai 2025 wieder enden würde. Im Frühling sollte die El Niño-Southern Oscillation, der Verbund aus El Niño und La Niña, zu einem klimatisch neutralen Zustand führen. Die erwarteten Effekte wurden mit denen eines sehr schwachen La Niña verglichen.

Lernvideos zu La Niña

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