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La Jamais Contente

La Jamais Contente (französisch: Die nie Zufriedene) [Anm. 1] war ein elektrisch betriebener Geschwindigkeitsrekordwagen, der als erstes Straßenfahrzeug …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Entstehung
  2. 2. Aufbau und Antrieb
  3. 3. Rekordfahrt von 1899
  4. 4. Späterer Verbleib

Bedeutung und Entstehung

La Jamais Contente („Die nie Zufriedene“) war ein elektrisch betriebener Geschwindigkeitsrekordwagen der Klasse Rennwagen. Der als Monoposto, also Einsitzer, gebaute Wagen wurde 1898 präsentiert und hatte kein Serienmodell. Er wurde als erstes Straßenfahrzeug schneller als 100 km/h und zeigte damit die damalige Leistungsfähigkeit von Elektroautos.

Konstrukteur und Fahrer war der belgische Ingenieur und Rennfahrer Camille Jenatzy. Er war Direktor der Compagnie Générale des Transports Automobiles, die elektrisch angetriebene Pkw und Lkw baute. Anlass für den Bau war der Rekord von Gaston de Chasseloup-Laubat: Dieser hatte 1898 mit dem ebenfalls elektrisch angetriebenen Jeantaud Duc 62,78 km/h erreicht.

Für einen von der Zeitung La France Automobile ausgeschriebenen Wettstreit baute Jenatzy zunächst den CGA Dogcart. Bei mehreren Duellen in Achères im Januar und März 1899 stellten Jenatzy und de Chasseloup-Laubat abwechselnd neue Rekorde auf. Zunächst führte de Chasseloup-Laubat mit 92,78 km/h. Jenatzy verwarf daraufhin sein bisheriges Fahrzeug und konstruierte innerhalb weniger Wochen das Modell C.I.T.A. No. 25, bekannt als La Jamais Contente.

Aufbau und Antrieb

Die blaugrau lackierte Karosserie zeichnete Léon Auscher. Sie saß auf einem Kastenrahmen und wurde von J. Rothschild & Fils aus Partinium gebaut, einer leichten Legierung aus Aluminium, Wolfram und Magnesium. Ihre Torpedoform gehörte zu den frühen Karosserien, die nach aerodynamischen Gesichtspunkten entwickelt wurden.

Die Stromlinienform hatte jedoch Grenzen: Der Oberkörper des Fahrers ragte über die Karosserie hinaus, und das Fahrwerk mit den kleinen, dicken Reifen lag vollständig frei. Fahrer und Räder boten dem Fahrtwind daher eine große Angriffsfläche. Auch der Dampfwagen Œuf de Pâques, der 1902 den Rekord übernahm, ließ Fahrer und Räder dem Fahrtwind ausgesetzt.

Der Wagen besaß nur drei Bedienelemente: Lenkstock, Handbremse und Gaspedal. Zwei Elektromotoren des französischen Ingenieurs André Étienne Postel-Vinay leisteten jeweils 25 kW und arbeiteten mit 200 Volt sowie 125 Ampere. Die Energie kam aus einem Bleiakkumulator mit 82 Fulmen-Einzelelementen. Ein Element des Typs Fulmen B 17 wog 10,4 kg, hatte 135 Amperestunden Kapazität und einen Entladestrom von 27 A. Die Akkumulatoren wogen zusammen mehr als 850 kg und machten damit einen großen Teil der Fahrzeugmasse aus. Auf roten Speichenrädern saßen 65 mm dicke Michelin-Luftreifen.

Rekordfahrt von 1899

Die Rekordfahrt fand am 29. April 1899 in Achères bei Paris statt, damals im Département Seine-et-Oise, heute im Département Yvelines. Dort wurden ab 1898 auf einer zwei Kilometer langen Strecke die Concours de Vitesse, Geschwindigkeitswettkämpfe, ausgetragen. Der erste Kilometer diente der Beschleunigung aus dem Stand; auf dem zweiten Kilometer wurde die Geschwindigkeit mit fliegendem Start gemessen. Drei Gruppen von Zeitnehmern nutzten Stoppuhren mit einer Genauigkeit von 0,2 Sekunden und Signalflaggen.

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch am 31. März 1899 fuhr Jenatzy den Kilometer mit fliegendem Start am 29. April in genau 34 Sekunden. Das 1450 kg schwere Fahrzeug erreichte damit durchschnittlich 105,882 km/h. Jenatzy übertraf de Chasseloup-Laubat und wurde erster Rekordhalter über der 100-km/h-Marke.

Am 13. April 1902 überbot Léon Serpollet den Rekord mit dem eiförmigen Dampfwagen Œuf de Pâques („Osterei“). Mit 120,80 km/h war er der erste Fahrer eines nicht elektrisch angetriebenen Fahrzeugs, der den Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge brach.

Späterer Verbleib

Ab Juli 1899 setzte Michelin den Rekordwagen als Testwagen ein. Nach zahlreichen Ausstellungen kam er 1931 in das Musée national de la Voiture in Compiègne. Der dort heute besichtigbare Wagen ist allerdings ein Nachbau.

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