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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Komparativsatz

Unter einem Komparativsatz oder Vergleichssatz (früher auch: Vergleichungssatz) versteht man einen Nebensatz, der Teil einer Vergleichskonstruktion ist.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Vergleiche von Graden
  3. 3. Vergleiche der Art und Weise

Begriff und Funktion

Ein Komparativsatz, auch Vergleichssatz genannt, ist ein Nebensatz innerhalb einer Vergleichskonstruktion. Er wird meist als Adverbialsatz eingeordnet, genauer als Modalsatz (Satz der Art und Weise). Vergleichssätze können durch „als“, „als ob“, „wie“ oder „wie wenn“ eingeleitet werden.

Sie nennen einen Sachverhalt, der als Vergleichsgrundlage für den Sachverhalt im übergeordneten Satz dient. Ein Vergleich kann Gleichheit ausdrücken oder einen Unterschied. Der Begriff „Komparativsatz“ bezieht sich auf Vergleich beziehungsweise Komparation, nicht zwingend auf die Steigerungsform eines Adjektivs namens Komparativ.

Beispiele sind: „Leni hat ihr Fahrrad deutlich teurer verkaufen können, als sie es gekauft hat.“ und „Er hat mich genau so behandelt, wie er das auch bei allen anderen tut.“

Vergleiche von Graden

Prototypische Vergleichssätze des Grades hängen von einem graduierbaren Ausdruck ab. Sie bestimmen durch einen Vergleich, in welchem Grad eine Eigenschaft vorliegt.

Bei einer Steigerungsform, dem Komparativ, steht ein „als“-Satz mit einer Lücke: „Johanna ist frecher, als mir gefällt.“ oder „Martin kocht besser, als Robert annimmt.“ Im zweiten Beispiel wird der Grad von Martins Kochkunst mit dem Grad verglichen, den Robert annimmt; das Objekt von „annehmen“ fehlt dabei. Der Komparativ bestimmt somit zwei verschiedene Grade.

Der Vergleichssatz bezieht sich hier auf den Grad eines Adjektivs, etwa „frech/frecher“ oder „gut/besser“. Deshalb ist seine Einordnung als Adverbialsatz nicht eindeutig: Er kann auch als Attribut im weiteren Sinn oder, wegen seiner Abhängigkeit vom Komparativ, als Argumentsatz des Komparativs aufgefasst werden.

Gleichsetzung eines Grades wird mit „wie“ ausgedrückt; der Satz hängt dann von einer Positiv-Form mit „so“ ab: „Dieses Jahr werden wir in etwa so viel Geld verdienen, wie wir investiert haben.“

Vergleiche der Art und Weise

Auch Nebensätze der Art und Weise heißen Vergleichssätze, wenn sie Gleichheit oder Verschiedenheit ausdrücken. Bei realen Sachverhalten entspricht die Form den Gradkonstruktionen: „wie“ drückt Gleichheit aus, „als“ Verschiedenheit. Beispiele: „Er hat sich so verhalten, wie wir das erwartet haben.“ und „Er hat sich anders verhalten, als wir das erwartet haben.“

Bei solchen Modalsätzen kann „so“ immer weggelassen werden. Das unterscheidet sie von Konsekutivsätzen mit „so ... dass“. Wie bei anderen Modalsätzen scheint es sich bei ihnen um Relativsätze zu handeln; das einleitende „wie“ wäre dann ein Relativadverb und keine Konjunktion.

Hypothetische oder irreale Vergleiche sind ebenfalls möglich. Der Vergleichssatz hat dann die Satzform eines Konditionalsatzes, etwa: „Er tut so, als ob / wie wenn ihm niemand etwas anhaben könnte.“

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