Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kollusion (Ökonomie)

Kollusionen werden u. a. in der Industrieökonomie bzw. Oligopol-Theorie untersucht. Kollusion lässt sich auch als eine Variante einer verdeckten Kooperation …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Formen der Vereinbarung und Wertschöpfungsstufe
  3. 3. Kollusionslösung im Oligopol

Begriff und Bedeutung

Kollusion bezeichnet in der Ökonomie die Koordination oder Absprache von Marktakteuren, zum Beispiel Unternehmen. Sie wird insbesondere in der Industrieökonomie und der Oligopol-Theorie untersucht. Im weiteren wirtschaftstheoretischen Sinn kann Kollusion Zusammenarbeit oder Absprache bedeuten und steht als Marktform dem Wettbewerb gegenüber.

Kollusion kann als Variante einer verdeckten Kooperation verstanden werden; die Übergänge zwischen beiden Konzepten sind meist fließend. Eine genauere Abgrenzung ist insbesondere aus juristischer Sicht möglich.

Formen der Vereinbarung und Wertschöpfungsstufe

Nach der Form der Vereinbarung unterscheidet man:

  • Vertragliche Kollusionen: Dazu gehören Kartelle, Kooperationen und Allianzen.
  • Nichtvertragliche Kollusionen: Dazu zählen aufeinander abgestimmtes Verhalten, formlose Verständigung und generelles Parallelverhalten. Ein Beispiel ist das Verhalten von Banken: Wer bei einer Bank keinen Kredit bekommt, erhält ihn bei der zweiten mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls nicht.

Nach der Wertschöpfungsstufe werden horizontale und vertikale Kollusionen unterschieden. Horizontale Kollusion beschreibt insbesondere abgestimmtes Parallelverhalten bei der Preissetzung, etwa bei Tankstellen. Sie führt daher regelmäßig zu Untersuchungen und Untersagungsverfügungen des Kartellamtes. Vertikale Kollusion umfasst beispielsweise Preisbindung und Preisempfehlungen, etwa bei Büchern in Form der Buchpreisbindung. Diese Form ist in nahezu allen Bereichen des Wirtschaftslebens durch gesetzgebende Maßnahmen untersagt.

Problematisch sind vor allem die Aussetzung des Preiswettbewerbs und teilweise damit verbundene Quersubventionen.

Kollusionslösung im Oligopol

Eine Kollusionslösung ist ein Oligopolmodell, in dem die Anbieter ihre Aktionen so aufeinander abstimmen, dass sie den Gesamtgewinn der Branche maximieren. Sie verhalten sich dabei wie ein Monopolist und verfolgen eine gemeinsame Gewinnmaximierung. Aus Sicht der Unternehmen ist Kollusion deshalb eine anzustrebende Marktform.

Die Lösung ist jedoch instabil, weil eine Partei einen Anreiz haben kann, von der gemeinsamen Strategie abzuweichen. Die Unternehmen sind nicht vertraglich gebunden. Dadurch entstehen häufig Situationen, die dem Gefangenendilemma ähnlich sind; solche Situationen und Verhaltensweisen werden auch in der Spieltheorie untersucht. Beispielsweise können zwei Unternehmen durch Kollusion einen Gewinn erzielen, der über dem Gewinn des Cournot-Gleichgewichtes liegt. Das Gegenteil von Kollusion beziehungsweise Kooperation heißt Defektion.

Lernvideos zu Kollusion (Ökonomie)

Weiterlesen