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Kloster Sveti Jovan Bigorski
Das Kloster Sveti Jovan Bigorski (mazedonisch Манастир Свети Јован Бигорски) ist ein im Jahr 1020 gegründetes orthodoxes Kloster im Westen der Republik …
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Überblick und Bedeutung
Das Kloster Sveti Jovan Bigorski (mazedonisch: Манастир Свети Јован Бигорски) ist ein orthodoxes Kloster im Westen der Republik Nordmazedonien. Es wurde 1020 gegründet und ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Wegen seines guten baulichen Zustands, seiner großen sechsreihigen und holzeingefassten Ikonostase sowie einer dreireihigen Galerie orthodoxer Heiliger und biblischer Motive an der Außenwand der Klosterkirche zählt es zu den wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten Nordmazedoniens.
Das Klosterleben richtet sich nach den Regeln der Mönchsrepublik Athos. Die heutige Klosterbruderschaft besteht aus dem Hegumen Partenij Antaniski, zweiundzwanzig Mönchen und sieben Novizen. Partenij ist seit 1995 Hegumen des Klosters und erneuerte in dieser Zeit das Klosterleben.
Lage
Das Kloster liegt an einem steilen Berghang in einem Tal, das vom Fluss Radika gebildet wird. Es befindet sich im Mavrovo-Nationalpark, etwa 25 Kilometer nordöstlich der Stadt Debar. Die abgelegene Lage bot dem Kloster Schutz, setzte es aber auch zahlreichen Raubüberfällen aus.
Für Gäste, die sich zeitweise in das Klosterleben integrieren möchten, wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein Gästehaus errichtet. Wegen des großen Andrangs von Gläubigen und Besuchern kam 2021 ein weiteres Gästehaus auf dem Parkplatzgelände hinzu.
Geschichtliche Entwicklung
Das Kloster wurde 1020 vom bulgarischen Geistlichen Jovan von Debar errichtet. Die Region gehörte damals zum Erzbistum Ohrid der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Jovan stammte aus der Gegend um Debar und lebte als Asket am Fluss Radika. Einer Überlieferung zufolge sah er nahe seiner Einsiedelei zwischen den Bäumen ein starkes, wundersames Licht, das wie eine Feuersäule zum Himmel aufstieg. Dort fand er eine nicht von Menschenhand geschaffene Ikone des heiligen Johannes des Täufers und begann daraufhin, eine kleine Kapelle zu bauen. Nach einer anderen Überlieferung, die Jordan Hadschikonstantinow am 1. Januar 1859 in der Zeitung Zarigradski westnik veröffentlichte, soll dagegen Zar Samuil das Kloster gegründet haben.
Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster nach der Eroberung der Region durch das Osmanische Reich, während der Regierungszeit Sultan Selims (1512–1520), zum großen Teil zerstört. Nur eine kleine Kirche blieb erhalten. Der Wiederaufbau begann 1743. 1814 plante der lokale Stadtverwalter Debars, Yusuf Bey, das Kloster zu zerstören und in ein Tekke umzuwandeln. Am 8. September desselben Jahres wurde er in einem Kampf verwundet und starb am 21. September. Während seiner Beerdigung töteten ein starker Hagelsturm und Gewitter zwanzig seiner Männer. Dies wurde als göttliche Strafe verstanden, woraufhin das Kloster verschont blieb.
Das Kloster genoss auch bei Angehörigen anderer Religionen und Nationalitäten hohes Ansehen, weil seine Türen Tag und Nacht für alle offenstanden. Einer Überlieferung zufolge träumte Mitte des 19. Jahrhunderts ein türkischer Bey aus Albanien vom heiligen Johannes dem Täufer. Dieser forderte ihn auf, sein schwerkrankes Kind im Kloster mit dem wundersamen Wasser waschen zu lassen. Nach der Heilung schenkte der Bey dem Kloster Olivenhaine bei Elbasan in Mittelalbanien. Das Kloster versorgte sich daraus lange mit Olivenöl; in den 1930er Jahren wurden die Haine verkauft.
Die bedeutende Ikonostase entstand von 1829 bis 1835 unter der Leitung des lokalen Künstlers Petre Filipovski – Garkata aus der Debar-Schule. Seit 1897 gehörte das Kloster erneut zur Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. An seiner Außenmauer waren 1871 noch Fresken unter anderem von Kliment von Ohrid, Naum von Ohrid, Ivan Vladislav, Kyrill und Method, Boris I. von Bulgarien und König Iwan Schischman zu sehen. Während der serbischen Herrschaft in Vardar-Mazedonien wurden zwischen 1913 und 1941 ein Teil dieser Fresken und Inschriften verändert und durch Darstellungen serbischer Heiliger, darunter Stefan Uroš III. Dečanski und Lazar Hrebeljanović, ersetzt.
1918 wurde der bulgarische Hegumen Partenij gefoltert und getötet, weil er sich weigerte, das Kloster als serbisch zu deklarieren. Im Zuge der politischen Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts kam das Kloster zunächst zur Serbisch-Orthodoxen Kirche und nach der Unabhängigkeit Mazedoniens zur Mazedonisch-Orthodoxen Kirche. Das Klosterleben erlosch nach dem Tod des Hegumenen Spiridon 1948 und unter dem kommunistischen Jugoslawien. Während der kommunistischen Zeit wurde das Kloster stark vernachlässigt. Erst nach der Unabhängigkeit Nordmazedoniens verbesserte sich seine Lage; 1995 begann unter Hegumen Partenij die Erneuerung des Klosterlebens.
2009 zerstörte ein verheerendes Feuer die alten Gästehäuser. Der Wiederaufbau begann im Frühjahr 2010 mit dem Ziel, die Gebäude möglichst originalgetreu wiederherzustellen. Im November 2015 fanden Mönche in einer Höhle nahe Galičnik die sterblichen Überreste von vier Mönchen. Sie waren während der serbischen Herrschaft in Vardar-Mazedonien von serbischen Gendarmen ermordet worden.
Heilige Reliquien und Ikone
Das Kloster besitzt eine große Sammlung heiliger Reliquien. Dazu gehören Reliquien von Johannes dem Täufer, Kliment von Ohrid, Lazarus von Bethanien, Stephanus, Nikolaus von Myra, Barbara von Nikomedien, Paraskeva von Rom, Tryphon und Agatangel von Bitola. Außerdem wird dort ein Teil des heiligen Kreuzes aufbewahrt.
Als weiteres Heiligtum gilt eine auf das Jahr 1020 datierte Ikone des heiligen Johannes des Täufers. Gläubige schreiben dieser Ikone eine wundersame Heilkraft zu.