Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Klima in Australien

El-Niño-Jahre gehen für gewöhnlich mit Dürren (vor allem Winter und Frühling) einher, wohingegen La Niña zu starkem Regenfall und Überflutungen über die …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Klimazonen und bestimmende Kräfte
  2. 2. Tropischer Norden
  3. 3. Trockenes Zentrum
  4. 4. Feuchtere Ostküste und Gebirge
  5. 5. Süden und Westen
  6. 6. Extreme und längerfristige Entwicklung

Klimazonen und bestimmende Kräfte

Australien umfasst wegen seiner großen Nord-Süd-Ausdehnung mehrere Klimazonen: Der Norden ist tropisch, daran schließt sich eine subtropische Zone an, und im Süden herrscht gemäßigtes Klima. Die Karten unterscheiden unter anderem immerfeuchte Regionen, Gebiete mit gemäßigtem Winterregen, heiße subtropische und tropische Räume sowie Übergangszonen. Dargestellt werden außerdem die durchschnittlichen täglichen Höchsttemperaturen im Januar und Juli sowie die Zahl der Regentage. Als Regentag gilt dabei ein Tag mit mehr als 0,2 mm Niederschlag.

Wetter und Klima werden kurzfristig vor allem durch den Tropischen Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die subpolaren Westwinde bestimmt. Auf Jahressicht beeinflusst die Southern Oscillation besonders die östlichen Bundesländer. Die damit verbundenen El-Niño-Jahre bringen gewöhnlich Dürren, vor allem im Winter und Frühling. La-Niña-Ereignisse führen dagegen zu starken Regenfällen und Überschwemmungen, die über die östlichen Landesteile hinausreichen können.

Tropischer Norden

Nordaustralien besitzt eine ausgeprägte Regen- und Trockenzeit. Im Sommerhalbjahr von November bis April bildet sich ein Hitzetief. Dadurch treten Nordwestmonsune und starke Regenfälle auf; der Januar ist mit rund 400 mm der feuchteste Monat. Hohe Wassertemperaturen über der Timorsee begünstigen außerdem Wirbelstürme.

Während dieser Regenzeit liegen die Temperaturen im Mittel um 28 °C, tagsüber bei etwa 32 °C und nachts bei etwa 25 °C. Zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit entsteht große Schwüle. Im Winterhalbjahr von Mai bis Oktober sorgt ein Hochdruckgebiet dagegen für Trockenheit; im Juli fallen nur etwa 3 mm Regen. Die Temperaturen bewegen sich dann meist um 25 °C, mit ungefähr 30 °C am Tag und 20 °C in der Nacht.

Die Wassertemperaturen bleiben ganzjährig tropisch und liegen zwischen 25 und 30 °C. Die jährlichen Niederschläge erreichen gewöhnlich 1200 bis 2000 mm, im nördlichen Queensland in Extremfällen mehr als 3500 mm. Darwin veranschaulicht den starken Gegensatz: Dort fallen im Januar durchschnittlich 420,3 mm, im Juli nur 1,3 mm; die Jahressumme beträgt 1706 mm. Die mittleren Tageshöchstwerte verändern sich zugleich nur wenig und reichen von 30,5 °C im Juli bis 33,3 °C im November.

Trockenes Zentrum

Das australische Landesinnere bleibt fast das ganze Jahr trocken. Insgesamt sind 80 Prozent der Fläche Australiens semiarid oder arid. Semiarid bedeutet halbtrocken, arid trocken; diese Gebiete erhalten weniger als 250 mm Niederschlag pro Jahr. Abgesehen von gelegentlichen Regenfällen herrscht daher Trockenheit.

Im Sommer steigen die Temperaturen häufig über 40 °C. Im Winter werden tagsüber noch rund 20 °C erreicht, während es nachts stark abkühlen kann. Die Klimatabelle von Alice Springs zeigt diesen großen Jahres- und Tagesgang: Die mittleren Tageshöchstwerte liegen zwischen 36,4 °C im Januar und 19,7 °C im Juli, die mittleren Tiefstwerte zwischen 21,4 °C und 4,0 °C. Die Tabelle nennt eine jährliche Niederschlagssumme von 278,6 mm und nur 29,5 Regentage.

Feuchtere Ostküste und Gebirge

An der Ostküste führen Südostpassatwinde ganzjährig feuchte Luft gegen die Gebirge. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab und verursacht Steigungsregen. Der warme Ostaustralstrom mit Wassertemperaturen um 22 °C trägt zu ganzjährig recht hohen Temperaturen bei. Dadurch ist das Klima subtropisch und weiter nördlich tropisch. Die relativ hohe Luftfeuchtigkeit hält die Unterschiede zwischen Tag und Nacht meist gering.

Die Niederschläge konzentrieren sich überwiegend auf das Sommerhalbjahr; insgesamt fallen meist 1000 bis 1500 mm im Jahr. Weiter westlich und in den Gebirgen nehmen Temperaturen und Niederschläge stark ab. Canberra erlebt deshalb im Winter regelmäßig Nachtfröste, und im höheren Bergland ist Wintersport möglich.

Die Ortsdaten zeigen die regionalen Unterschiede. Sydney erreicht im Jahresmittel Tageshöchstwerte von 22,2 °C und eine Niederschlagssumme von 1.276,5 mm. Im tropischeren Townsville liegen die entsprechenden Werte bei 28,8 °C und 1.128,8 mm; besonders regenreich sind dort Januar und Februar mit 274,1 beziehungsweise 306,2 mm. Brisbane weist ein mittleres Tagesmaximum von 25,3 °C und 981 mm Jahresniederschlag auf. Das höher und weiter im Landesinneren gelegene Canberra ist mit einem mittleren Tagesmaximum von 19,7 °C deutlich kühler; im Juli beträgt das mittlere Tagesminimum −0,1 °C.

Süden und Westen

Südaustralien liegt im Sommer im subtropischen Hochdruckgürtel. Abgesehen von einzelnen Hitzegewittern bleibt es weitgehend trocken, und die Tageswerte liegen häufig um 30 °C. Das Klima ähnelt dem Mittelmeerklima. Kühlere Meeresströmungen wie der Westaustralstrom und die Westwinddrift verhindern, dass die Wassertemperaturen im Sommer deutlich über 20 °C steigen. Im Winter bringen sie Regen; die Temperaturen bleiben mit ungefähr 10 °C mild.

Tasmanien besitzt gemäßigtes Klima. Besonders im Inselinneren fällt im Winter regelmäßig Schnee, der auf Berggipfeln bis in den Sommer liegen bleiben kann. Hobart erreicht im Mittel Tageshöchstwerte von 16,8 °C, Tagesminima von 8,2 °C und 620,1 mm Jahresniederschlag. Melbourne ist mit 19,8 °C mittlerem Tagesmaximum wärmer und erhält 649,9 mm Niederschlag. Adelaide ist trockener: Dort beträgt die Jahressumme 444,8 mm, wobei der Winter deutlich feuchter als der Sommer ist.

Westaustralien wird von der Westwindzone beeinflusst und erhält dadurch Niederschläge. Nach Norden wird es jedoch zunehmend heiß und trocken. In Port Hedland liegen die Temperaturen etwa zwischen 31 °C im Sommer und 20 °C im Winter; im Jahr fallen durchschnittlich 300 mm Niederschlag. Perth zeigt den typischen Winterregen des Südwestens: Im Januar fallen nur 9,7 mm, im Juni 162,0 mm. Die Jahressumme beträgt 772,5 mm; die mittleren Tageshöchstwerte reichen von 31,9 °C im Februar bis 17,9 °C im Juli.

Extreme und längerfristige Entwicklung

Neben den typischen Klimamustern treten ausgeprägte Hitze- und Kälteereignisse auf. Der 1. Januar 2006 war der heißeste Jahresbeginn Australiens seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1858. An der offiziellen Messstation Observatory Hill in Sydney wurden um 16:24 Uhr 44,7 °C im Schatten gemessen. Der Januarrekord von 45,3 °C im Schatten vom 14. Januar 1939 wurde jedoch nicht erreicht.

Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes war 2005 das heißeste Jahr der australischen Messgeschichte seit 1858. In den ersten zehn Monaten lagen die Temperaturen 1,03 °C über dem 30-Jahres-Mittel. Seit 1988 wurde ein deutlicher Trend zu höheren Durchschnittstemperaturen festgestellt.

Auch ungewöhnliche Kälte ist möglich. Weihnachten 2006 fiel in den Bergen südwestlich von Sydney Schnee und löschte einen großen Teil der jahreszeitlich bedingten Waldbrände. Canberra verzeichnete nachts kaum 2 °C. In Melbourne herrschten 16 °C und Dauerregen, obwohl zu dieser Jahreszeit 25 °C üblich wären. Auf Tasmanien fielen in 800 bis 900 Metern Höhe bis zu 5 cm Schnee; Hobart erlebte mit kaum 14 °C sein zweitkältestes Weihnachtsfest.

Weiterlesen

Australien Australien (amtlicher deutscher Name; englisch Commonwealth of Australia, deutsch veraltet Australischer Bund) ist ein Staat auf der Südhalbkugel der Erde, … Klimazone Eine Klimazone (auch Klimagürtel) ist im engen Sinne ein (gedanklich konstruierter), sich parallel zu den Breitenkreisen in Ost-West-Richtung um die ganze … Tropen Das herausragende Merkmal aller tropischer Gebiete ist die über das gesamte Jahr fast gleichbleibende Tageslänge, die nur um maximal 3 Stunden schwankt; immer … Subtropen Bei der Artenvielfalt der Bäume ist die Trennung in aride und humide Räume weniger deutlich: Sie erstreckt sich insgesamt von „sehr gering“ bis „hoch … Tiefdruckgebiet Ein Tiefdruckgebiet (kurz das Tief, auch die Störung) ist ein Teil der Erdatmosphäre mit relativ geringem atmosphärischen Luftdruck. Passat (Windsystem) Beim Absinken erwärmt sich die Luft. Erdrotation. Die aus dem Hochdruckgebiet ausströmende Luft folgt nun wieder dem Luftdruckgefälle, Hauptströmungen wehen … El Niño los niños) nennt man das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Meeresströmungen im ozeanografisch-meteorologischen System (El Niño-Southern … La Niña La Niña (span. das Mädchen) ist ein Wetterereignis, das meist im Anschluss an El Niño auftritt. Es ist wie dessen Gegenstück. Grafische Darstellung zu La … Hochdruckgebiet Als Hochdruckgebiet, auch Antizyklone oder Hoch genannt, bezeichnet man eine großräumige Luftmasse am Boden, die horizontal durch einen im Vergleich zur … Mittelmeer Zusammen mit den darin liegenden Inseln und den küstennahen Regionen Südeuropas, Vorderasiens und Nordafrikas bildet das Mittelmeer den Mittelmeerraum, der ein … Westwindzone Die Westwindzone, Westwindlage oder Westwinddrift ist eine atmosphärische Luftzirkulation in der Rotationsrichtung der Erde von West nach Ost in den … Arides Klima Voll aride Gebiete sind meist heiße Wüsten der Tropen und Subtropen. Auf winterkalte Wüsten der Mittelbreiten trifft dies nur in wenigen Fällen zu …