Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Hochdruckgebiet

Als Hochdruckgebiet, auch Antizyklone oder Hoch genannt, bezeichnet man eine großräumige Luftmasse am Boden, die horizontal durch einen im Vergleich zur …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Arten von Hochdruckgebieten
  3. 3. Windrichtung und Namensvergabe

Definition und Bedeutung

Ein Hochdruckgebiet, auch Antizyklone oder Hoch genannt, ist eine großräumige Luftmasse am Boden, deren Luftdruck horizontal höher ist als der Luftdruck der Umgebung. Das begriffliche Gegenstück ist das Tiefdruckgebiet.

In einem Bodenhoch sinken Luftmassen großräumig ab. Während des Absinkens erwärmt sich die Luft adiabatisch, also ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Dadurch kann keine Kondensation und somit keine Wolkenbildung stattfinden. Die beim Absinken entstehende Inversion — eine Luftschichtung, bei der die Temperatur mit der Höhe zunimmt — trägt dazu bei, dass sich vorhandene Wolken auflösen.

In Bodennähe strömt die Luft aus dem Hochdruckgebiet heraus und in Richtung von Tiefdruckgebieten. Dieser Vorgang wird als Divergenz bezeichnet. Weil die Luft aus dem Hoch herausströmt, bilden sich in einem Hochdruckgebiet keine Fronten.

Arten von Hochdruckgebieten

Hochdruckgebiete werden nach den Unterschieden ihrer Entstehung und ihrer Frontentwicklung in drei Kategorien eingeteilt:

  • Ein Höhenhoch tritt in großen Höhen auf und wird deshalb auf Höhenwetterkarten dargestellt. Es ist immer mit einem Bodentief verbunden. Wird die Oberfläche erwärmt, wird der vertikale Druckgradient abgesenkt. Die relative Luftdruckverringerung am Boden zeigt sich mit zunehmender Höhe als gegenüber der horizontalen Umgebung relativ höherer Druck. Umgekehrt lässt sich aus einem Bodenhoch, das auch thermisches Hoch genannt wird, ein Höhentief ableiten.

  • Ein Kältehoch entsteht, wenn sich Luft beispielsweise im Winter über einer kühlen Landmasse abkühlt. Durch die Abkühlung nimmt ihre Dichte zu, sodass sie auf die Unterlage einen höheren Druck ausübt. Ein Beispiel ist das Zentralasiatische Hoch. In den mittleren Breiten kann ein Kältehoch außerdem als flacher Keil an der Rückseite von Zyklonen als Zwischenhoch entstehen.

  • Ein dynamisches Hoch wird durch Rossby-Wellen erzeugt. Diese großräumigen Wellen treten im Zusammenhang mit dem Polarfrontjetstream auf. Für das Wetter in Mitteleuropa ist besonders die dynamische Westwindströmung von Bedeutung; als Beispiel wird das Azorenhoch genannt.

Windrichtung und Namensvergabe

Der Wind umströmt ein Hochdruckgebiet immer antizyklonal. Auf der Nordhalbkugel bewegt er sich dabei im Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn.

Der Drehsinn wird durch die Corioliskraft bestimmt. Sie lenkt eine bewegte Luftmasse auf der Nordhalbkugel in Bewegungsrichtung nach rechts ab, auf der Südhalbkugel entsprechend nach links. Die Stärke dieser Ablenkung nimmt vom Äquator zu den Polen zu und hängt außerdem von der Windgeschwindigkeit ab. Dieser Zusammenhang wird als Barisches Windgesetz bezeichnet.

Die Namen von Tief- und Hochdruckgebieten, die das Wetter in Europa beeinflussen, werden in Deutschland und einigen Nachbarländern vom Meteorologischen Institut der Freien Universität Berlin vergeben.

Lernvideos zu Hochdruckgebiet

Weiterlesen

Sonnensystem Das Sonnensystem ist das Planetensystem, in dem sich die Erde befindet. Es besteht aus der Sonne, acht sie umkreisenden Planeten (von innen nach außen: … Luftdruck Der Luftdruck an einem beliebigen Ort der Erdatmosphäre ist der hydrostatische Druck der Luft, der an diesem Ort herrscht. Tiefdruckgebiet Ein Tiefdruckgebiet (kurz das Tief, auch die Störung) ist ein Teil der Erdatmosphäre mit relativ geringem atmosphärischen Luftdruck. Adiabatische Zustandsänderung Wird die quasistatische Zustandsänderung allein durch die Veränderung von äußeren Parametern des Systems verursacht, dann werden diese Kurven Adiabaten genannt. Wolke Wolkenbildung bezeichnet den Prozess der Entstehung von Wolken ... Die Höhe dieses Ereignisses in der Atmosphäre wird Wolkenkondensationszone genannt. Divergenz (Meteorologie) Divergenzen und Konvergenzen entstehen auch im Bereich der außertropischen Westwindzone (Jetstream), wenn der Strahlstrom Rossby-Wellen ausbildet, beim … Inversionswetterlage Bei einer Absenkung steigt der Luftdruck und da die Luft kompressibel ist, nimmt die Schichtdicke folglich ab, was gleichbedeutend zur Erhöhung der Luftdichte … Wetterkarte Eine Wetterkarte im allgemeinen Sinn ist eine Landkarte, die die Wetterverhältnisse über ein geografisches Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt visuell … Dichte Die Dichte ist durch das Material des Körpers bestimmt und als intensive Größe unabhängig von seiner Form und Größe. Im Allgemeinen dehnen sich Stoffe mit … Druck (Physik) In der Physik ist der Druck die Wirkung einer flächenverteilten Kraft, die senkrecht auf einen Körper wirkt. Der Druck ist positiv, wenn er zum Körper hin … Rossby-Welle Rossby-Wellen, auch als planetarische Wellen bezeichnet, sind großräumige Wellenbewegungen im Ozean oder der Erdatmosphäre. Das den planetaren Wellen … Jetstream Die warmen Luftmassen werden auf ihrem Weg zum Nordpol durch die Erdrotation abgelenkt, wobei sie ihre hohe Bahngeschwindigkeit beibehalten. Allgemeiner …