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Kairei-Hydrothermalfeld

Das Kairei-Hydrothermalfeld (englisch Kairei Vent Field) ist ein Feld von Tiefsee-Hydrothermalquellen, das sich im Indischen Ozean befindet.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Entdeckung und Erforschung
  3. 3. Geologie der Quellen
  4. 4. Lebensgemeinschaften
  5. 5. Bedeutung für die Forschung

Überblick und Lage

Das Kairei-Hydrothermalfeld, englisch Kairei Vent Field, ist ein Feld von Tiefsee-Hydrothermalquellen im Indischen Ozean. Es liegt in 2.460 m Tiefe, etwa 2200 km östlich von Madagaskar, und umfasst eine Fläche zwischen 40 und 100 m². Hydrothermalquellen sind Austrittsstellen am Meeresboden, an denen stark erhitzte, mineralreiche Flüssigkeiten aus der Erdkruste ins Meerwasser strömen.

24 km südlich des Feldes liegt die Rodrigues-Triple Junction. Dort treffen drei Erdplatten aufeinander: die Afrikanische Platte, die Indisch-Australische Platte und die Antarktische Platte. Das Kairei-Hydrothermalfeld war das erste hydrothermale Feld, das im Indischen Ozean entdeckt wurde. Es war außerdem das erste einer später entdeckten Reihe solcher Felder entlang des Zentralindischen Rückens.

Entdeckung und Erforschung

Das Feld wurde im Jahr 2000 bei einer Expedition der Japan Agency for Marine Earth Science and Technology (JAMSTEC) entdeckt. Eingesetzt wurden das Forschungsschiff RV Kairei und das unbemannte Tauchfahrzeug Kaikō ROV.

Im Jahr 2001 wurde das Gebiet mit dem U-Boot Jason ROV erneut untersucht. Dabei konnte es mit höherer Auflösung als bei der ersten Untersuchung begutachtet werden. Eine weitere Forschungsreise der JAMSTEC fand 2009 statt; dabei kam das bemannte Tiefsee-U-Boot DSV Shinkai 6500 zum Einsatz.

Geologie der Quellen

Der Meeresboden des Kairei-Hydrothermalfeldes besteht größtenteils aus Schutt, der sich überwiegend aus Sulfiden zusammensetzt. Sulfide sind mineralische Verbindungen mit Schwefel, die an hydrothermalen Quellen häufig ausfallen, wenn heiße Flüssigkeit auf kaltes Meerwasser trifft.

Die Hochtemperatur-Schlote, also die Austrittsöffnungen der heißen Flüssigkeit, liegen auf einer Fläche von ungefähr 40 m². In der ausströmenden Flüssigkeit wurden Temperaturen von über 360 °C gemessen. Sie ist reich an Metallen, weshalb die Quellen wie „Schwarze Raucher“ erscheinen: Dabei bilden dunkle, mineralreiche Partikel im Wasser eine rauchartige Wolke. Die Chlorinität des Ausstroms deutet außerdem darauf hin, dass tief unterhalb des Feldes eine Phasentrennung vorliegt.

Lebensgemeinschaften

Das Kairei-Hydrothermalfeld ist ein wichtiger Lebensraum für spezialisierte Tiefseeorganismen. Es ist einer von wenigen Fundorten der Schuppenfuß-Schnecke, die durch Meeresbodenbergbau bedroht wird. Außerdem ist das Feld als Lebensraum der Schnecken Gigantopelta aegis und Alviniconcha strummeri bekannt.

Anhand von Funden am Kairei-Hydrothermalfeld wurde die Krebsart Rimicaris kairei erstbeschrieben. Sie gehört zur Familie der Alvinocarididae. Krebse dieser Familie werden an vielen hydrothermalen Feldern im Atlantischen Ozean gefunden.

Nach der Bestimmung der Isotope von Kohlenstoff und Stickstoff wird vermutet, dass die ökologische Gemeinschaft im Lebensraum des Kairei-Hydrothermalfeldes aus vier Trophiestufen besteht. Trophiestufen beschreiben die Ernährungsstufen in einem Ökosystem, zum Beispiel Produzenten, Konsumenten und weitere Räuber- oder Verwerterstufen.

Bedeutung für die Forschung

Das Kairei-Hydrothermalfeld ist besonders interessant, weil dort und in benachbarten Hydrothermalfeldern, etwa im Solitaire Vent Field, ähnliche Lebensgemeinschaften vorkommen. Dadurch können Forschende untersuchen, wie sich Organismen in der Tiefsee ausbreiten.

Das ist wichtig, weil die Tiefsee größtenteils als lebensfeindlich beschrieben wird. Hydrothermalfelder bilden darin besondere Lebensräume, in denen spezialisierte Arten trotz Dunkelheit, hohem Druck und extremen chemischen Bedingungen leben können.

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